Auf der Drachenbasis
Die Drachenreiter waren jetzt bereits seit einer Woche auf ihrer Insel und Hicks verhielt sich wie früher. Sie hatten sein komisches Verhalten von vorher auf den Stress geschoben und abgehakt. Heute war er mit der Nachtwache an der Reihe und flog bereits einige Zeit, als sich ein Drache näherte. Hicks wollte schon die Anderen wecken, als er den Drachen erkannte. Es war Sandsturm! „Stilla?! Was machst du denn hier?", fragte der Junge überrascht. „Bist du etwa nicht froh mich zu sehen?", sagte das Mädchen schlagfertig. Inzwischen waren Hicks und Stilla schon richtig miteinander vertraut geworden und verstanden genau, wie die Worte des Anderen aufzufassen waren. „Na klar freue ich mich", lachte Hicks, „Aber du könntest gesehen werden! Folge mir!". Sofort flog sie ihrem Cousin nach und 3 Stunden später landeten sie auf einer malerischen, kleinen Insel. „Hier ist es atemberaubend schön", schwärmte Stilla. „Ja, aber halte Sandsturm von dem Süßwasser fern, darin befinden sich Grimm-Egel, die deinen Drachen aggressiv machen, aber du kannst sie durch Salzwasser loswerden", wies Hicks sie ein. „Wieso landen wir auf einer Insel auf der gefährliche Parasiten hausen?", Stilla war schockiert. „Weil das die einzige Insel ist, auf der niemand nach uns suchen würde", erklärte der Junge, „Außerdem ist es harmlos, solange wir die Drachen von den Süßwasserseen fernhalten!" - „Wenn du das sagst!", gab Stilla schließlich nach und setzte sich in den Sand. Hicks setzte sich neben sie.
„Also was wolltest du denn so Dringendes von mir?", fragte Hicks. „Meine Mutter hat Verdacht geschöpft und ich musste ihr von dir erzählen. Sie war total begeistert und möchte dich unbedingt kennenlernen!", sagte Stilla. „Das würde ich wirklich gerne, aber ..." - „Kein aber! Ich habe ihr versprochen dich sofort zu ihr zu bringen und du kannst dir doch bestimmt ein paar Tage frei nehmen, immerhin bist du der Anführer. Du brauchst gar nicht zu behaupten, dass es dir nicht wichtig genug wäre, denn ich weiß, dass das eine Lüge ist!", warnte sie ihren Cousin. „Wir kennen uns gerade mal wenige Wochen und schon benimmst du dich so besserwisserisch und kommandierend wie eine echte Cousine, die man seit Lebzeiten hatte!", bemerkte Hicks. „Du verhälst dich aber auch schon so wie ein richtiger Cousin", gab sie zurück. Beide mussten lachen, da jedes Wort ganz genau stimmte.
Hicks stieg auf Ohnezahn und sagte, dass er gegen Sonnenuntergang zurück sei, um mit ihr zu der 'Insel des Tyr' zu fliegen, wo Stilla wohnte. Als Hicks auf der Drachenklippe erklärte, dass er ganz alleine eine Entdeckungsreise antreten würde, war die Laune der Drachenreiter unter dem Meeresspiegel. Da der Flug zu seiner Tante 45 Stunden dauerte, kündigte Hicks an, für fünf Tage weg zu sein. Schnell verteilte er Aufgaben, mit denen die Crew bis zu seiner Rückkehr beschäftigt sein müsste. Astrid übernahm das Kommando und Fischbein wurde zweiter Stellverteter. Rasch packte Hicks seine Umhängetasche und verabschiedete sich von seinen Freunden. Er war furchtbar aufgeregt bald die Schwester seiner verstorbenen Mutter zu treffen. Pünktlich gegen Sonnenuntergang hatte Hicks die Grimm-Egel-Insel erreicht.
Auf der Insel des Tyr
Als Hicks und Stilla landeten empfing sie schon Stillas Mutter. „Hallo Mom! Das hier ist Hicks! Hicks, meine Mutter!", stellte Stilla die Beiden vor. „O mein Thor, du siehst Valka wirklich unglaublich ähnlich!", staunte die Frau. „Danke", dieses Kompliment hatte ihm noch nie jemand gemacht. „Du hast sicher viele Fragen, aber keine Sorge, ich werde sie dir alle beantworten!", versprach sie. „Vielen Dank", Hicks war überglücklich, niemand hatte ihm je etwas über seine Mutter erzählen wollen, aber nun war es endlich anders. „Wie war meine Mutter denn so?", fragte er zuerst. „Hah! Den Geschichten nach, die ich über dich gehört habe, genau wie du!", lachte seine Tante. „Ach ja? Kanntest du sie sehr gut?", fragte Stilla neugierig, da sie auch nicht so viel wusste. „Ja! Valka und ich durften uns als Kinder nur sehr selten sehen und als wir erwachsen wurden hatten wir kaum mehr Zeit für einander. Wir haben es ständig versäumt jemandem zu erzählen, dass wir Schwestern sind, sogar ihrem Mann hatte sie es wohl nie erzählt ... Wie auch immer! Obwohl wir uns so selten sahen, kannten wir uns besser als jeder andere Mensch auf der Welt. Valka und ich hatten viel gemeinsam: wir waren beide keine Freunde vom Drachentöten, das hat anscheinend auf euch beide abgefärbt (sie lächelte die Jugendlichen an und ihr Blick blieb an Hicks hängen), auf dich vermutlich noch etwas mehr als auf meine Tochter; wir waren beide sehr dickköpfig und sind unseren eigenen Weg gegangen, egal was die Dorfbewohner davon hielten. Valka war eine unglaubliche Person, so liebevoll und einfühlsam, sie tat alles, um die Menschen die sie liebte zu beschützen. Sie wäre eine wundervolle Mutter gewesen, wenn sie doch nur mehr Zeit gehabt hätte! ... Aber umso glücklicher bin ich, dass ich ihren Sohn noch kennenlernen durfte. Sie hat dich so geliebt, das hat sie mir damals ständig gesagt. Du bist ihr so ähnlich! Ich sehe jetzt, dass meine Schwester in dir weiterlebt! Dafür danke ich dir!", sagte Hicks Tante einfühlsam.
„Ich danke dir! Mein Vater hat kaum mit mir über meine Mutter gesprochen, das ganze Dorf hat den Vorfall tot geschwiegen und wenn ich jemanden danach gefragt habe, bekam ich geschimpft. Wahrscheinlich habe ich einfach zu viele Wunden aufgerissen, aber es war wichtg für mich, etwas über sie zu erfahren, Danke!", Hicks war sichtlich gerührt und Stillas Mutter zog ihn in eine Umarmung. Es fühlte sich an, als wäre es seine eigene Mutter. Da flüsterte sie ihm etwas ins Ohr: „Du kannst immer zu mir kommen, wenn du mich brauchst, ich würde mich geehrt fühlen, wenn ich wenigstens zu einem kleinen Teil das Fehlen deiner Mutter ausgleichen könnte!" - „Das tust du bereits", flüsterte Hicks zurück und Valkas Schwester lächelte vor Glück. Hicks verbrachte noch zwei weitere Tage bei seiner Tante und Cousine, bevor es Zeit wurde zurück zur Drachenklippe zu fliegen. Die Zeit war wie im Flug vergangen, da sie so viel von einander hatten wissen wollen. Eigentlich hatte Hicks nur einen Tag bleiben wollen, doch jetzt waren es drei geworden. 'Was die Zwillinge und Rotzbakke wohl mit der Drachenbasis angestellt haben? Hoffentlich steht sie noch', dachte Hicks bei sich. Stilla blieb bei ihrer Mutter, wollte aber schon sehr bald bei Hicks vorbeischauen.
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Mädchenalarm auf der Klippe
FanfictionEs ist gerade eine ruhige Zeit für die Drachenreiter, doch das soll sich ändern! Dieses Buch enthält 2 voneinander unabhängige Geschichten, die jeweils ein neues Mädchen beinhalten, welches auf verschiedene Arten ein Problem für Hicks birgt. 1. Miss...
