Konkurrenzkampf leicht gemacht (9)

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Mittlerweile war es Morgen geworden und Laina betrachtete erneut den Zettel, der vor ihr lag. Die Schrift war zwar nicht die Schönste, aber was konnte man auch schon erwarten, wenn die Verfasserin dazu gezwungen war, mit zusammengebundenen Händen zu schreiben!? Heidrun hatte nicht bemerkt, dass Laina in der Nacht weggewesen war. Jetzt machten sich die zwei Mädchen gemeinsam auf zum Clubhaus, in dem schon die Anderen warteten. „Ich schaue kurz im Stall nach, ob Astrid zurück ist", meinte Laina und verschwand. Heidrun hielt das für eine gute Idee und ließ sie gehen. Kurze Zeit später betrat Laina gespielt außer Atem das Gemeinschaftshaus: „Ich habe einen Brief gefunden ... Von Astrid". Hicks rannte ihr entgegen und riss ihr den Brief aus der Hand. „Wo hast du den gefunden?", fragte Heidrun skeptisch. „In Sturmpfeils Box", meinte diese. „Kann nicht sein! Da habe ich bestimmt 5 Mal nachgeschaut", protestierte Rotzbakke. „Vielleicht zu ungenau?", Laina wurde leicht nervös. „Nein, ich habe mir echt Mühe gegeben!", rief der Schwarzhaarige beleidigt. Für so eine Diskussion hatte Hicks gerade absolut keine Nerven, also las er die Nachricht:

Hicks,

es tut mir leid, es dir auf diese Weise mitzuteilen, aber ich werde mich von dir trennen. Mir ist klar geworden, dass ich dich gar nicht richtig liebe, sondern nur deine Freundin sein wollte, weil nun auch eine Andere an dir Interesse hatte. Du weißt ja wie besessen ich davon bin einfach jeden Kampf zu gewinnen. Deshalb wollte ich auch, dass du dich für mich entscheidest, was du auch getan hast. Sein wir doch mal ehrlich, wir sind viel zu unterschiedlich und passen überhaupt nicht zueinander! Daher ist es besser, wenn wir uns jetzt trennen, bevor es zu schwer wird. Es war unfair von mir so mit deinen Gefühlen zu spielen und ich entschuldige mich dafür! Ich hätte gar nicht erst versuchen sollen gegen Laina anzutreten, das weiß ich jetzt. Sie liebt dich wirklich und ich möchte, dass du ihr noch eine Chance gibst. Es ist noch nicht zu spät dich richtig zu entscheiden! Ich werde für einige Zeit weggehen, damit es dir nicht so schwer fällt, mir jeden Tag über den Weg zu laufen, aber du brauchst dir keine Sorgen zu machen, mir geht es gut. Ich wünsche dir und Laina alles Gute und ich hoffe, du verzeihst mir dieses dumme Spiel!

Deine Exfreundin Astrid

Hicks konnte nicht glauben, was er soeben gelesen hatte. Astrid liebte ihn nicht? Er war totenbleich geworden und die Stimmen seiner Freunde drangen nur gedämpft an sein Ohr. „Hicks, oh Thor du bist ja ganz blass!", stellte Heidrun schockiert fest. „Geht es dir gut? Brauchst du was?", fragte Fischbein besorgt. „Was steht denn jetzt in dem Brief?", wollte Rotzbakke wissen. „Haalloooo! Taffnuss an Hiiicks!", schrie der männliche Zwilling. „Glaubt ihr der sagt noch was?", wandte sich Raff fast schon belustigt an die Übrigen. „Jetzt lasst ihn doch mal in Ruhe!", rief Laina und legte ihre Hand auf Hicks Schulter. Durch diese Berührung wachte Hicks aus seiner Trance auf, ließ das Blatt auf den Tisch gleiten und verließ ohne ein weiteres Wort die Gemeinschaftshütte. Laina konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, da ihr Plan perfekt funktionierte. Allerdings hatte das keiner bemerkt, da sie viel zu konzentriert auf ihren Anführer geachtet hatten.

„Hicks sah aber gar nicht gut aus", meinte Fischbein beunruhigt. „Ist ja auch kein Wunder", sagte Rotzbakke und reichte die Nachricht, die er sich bereits durchgelesen hatte, weiter, sodass es jeder selbst lesen konnte. „Woohw, Astrid hat Schluss gemacht?", rief Raff überrascht. „Sieht ganz so aus", gab Fischbein kleinlaut zu. „Das passt gar nicht zu ihr", sagte Heidrun nur. „War eigentlich klar, dass sie sich nicht wirklich für diesen dürren, einbeinigen Wikinger interessieren kann", lachte der schwarzhaarige Junge. „Hhrr, hhrr!", machte Laina, um Rotzbakke auf seine Unverschämtheit hinzuweisen. „Oh, ich meine ... Armer Hicks", korrigierte er sich eingeschüchtert. „Ich habe immer geglaubt, dass Hicks und Astrid für immer zusammen bleiben würden! Und jetzt? Die Beiden waren doch so glücklich miteinander! Ein richtiges Traumpaar", seufzte Fischbein. „Sie sind kein Traumpaar!", schrie Laina wütend. Heidrun fand diesen Wutanfall äußerst unangebracht und verdächtig.

Abends teilte Heidrun ihre Zweifel mit Hicks, der den ganzen Tag in seiner Hütte verbracht hatte. „Hicks, irgendetwas stimmt da nicht! Einfach so abhauen? Das passt nun wirklich nicht zu Astrid! Und diese Handschrift ... Ganz verwackelt! Ich bin ihre beste Freundin und sie hat mir schon lange bevor Laina aufgetaucht ist gesagt, dass sie mehr für dich empfindet! Diese Nachricht generell ... So etwas würde Astrid nie sagen, NIE!", protestierte Heidrun. „Das weiß ich doch, Heidrun! ... Ich habe heute viel nachgedacht und bin zu demselben Schluss gekommen! Astrid liebt mich, das weiß ich ... Das hat sie mir gesagt ... Schon oft und sie war bestimmt nicht nur mit mir zusammen, weil Laina auch Interesse an mir hat! Dafür kenne ich Astrid zu gut! Ich bin mir sicher, dass sie diesen Brief nicht freiwillig geschrieben hat", stimmte Hicks der schwarzhaarigen Drachenreiterin zu. „Aber wer würde sie zwingen so etwas zu schreiben?", fragte diese perplex. „Jemand, der einen Nutzen daraus ziehen könnte ... Und es gibt nur eine Person, die durch Astrids Verschwinden und diese Nachricht einen Vorteil hat", sagte Hicks ernst. „LAINA!?", rief Heidrun schockiert, worauf der Junge nickte. Sie unterhielten sich noch eine Weile, doch irgendwann verließ Heidrun seine Hütte.

Später schaute auch noch Fischbein bei Hicks vorbei. Auch diesem erzählte der Braunhaarige von seiner Vermutung. Er allerdings bezweifelte, dass an diesem Verdacht etwas dran war. Er konnte sich nicht vorstellen, dass irgendjemand so hintertrieben war. „Ich weiß, du willst das alles einfach nicht wahr haben, aber vielleicht stimmt es ja doch! Ich meine, du und Astrid waren jahrelang bloß Freunde ... Wäre es da nicht möglich, dass Astrid ihre Gefühle verwechselt haben könnte? Ich finde ihr hättet wirklich super zusammengepasst und es ist echt schade, dass es nicht funktioniert hat, aber du solltest es akzeptieren! Du kannst Laina nicht einfach sowas unterstellen! Sie ist neu hier und - zugegeben - manchmal etwas merkwürdig, aber trotzdem heißt das nicht, dass sie Astrid dazu gezwungen hat, dich zu verlassen! Laina mag dich wirklich und ihre Gefühle sind sicherlich nicht nur freundschaftlich! Wieso sollte sie dir das antun? Ich sage dir natürlich nicht, was du tun solltest, aber ich würde dir raten, Astrid erstmal zu vergessen ... Nimm dir etwas Zeit für dich selbst und denk nochmal in aller Ruhe darüber nach! Wenn du Hilfe brauchst oder ich dir einen Teil deiner Arbeit abnehmen soll, dann zögere ja nicht zu fragen ... Du weißt ja, wo du mich findest ... Na schön, also gute Nacht, Hicks", verabschiedete sich der Gronkelreiter. Hicks hatte seinem Freund nichts antworten können, so vertieft war er in seine Gedanken! Hatte sein bester Freund recht? Oder sollte er doch besser seinem Herzen trauen?

Hicks wusste nun jedenfalls wirklich nicht mehr, was er galuben und fühlen sollte, deshalb beschloss er, Laina am nächsten Morgen zur Rede zu stellen: „Laina, ich hätte da eine Frage ... Hast du etwas mit Astrids Verschwinden zu tun?" - „Was, ICH? Hicks, niemals! Wie kannst du mir sowas nur unterstellen?", rief sie gespielt gekränkt. Hicks tat diese falsche Verdächtigung offensichtlich sehr leid: „Du ... Du hast recht, entschuldige bitte! Das ... Das war wirklich eine dumme Idee, bitte verzeih mir! Ich habe gestern noch viel nachgedacht und wollte mir nur sicher sein, bevor ...".

Mädchenalarm auf der KlippeGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt