Als Laina zurückkam war Astrid verschwunden und tauchte auch zum Frühstück nicht mehr auf. Sie flog auf ihrer Nadderdame durch den Regen und versuchte verzweifelt ihren Kopf frei zu machen, was ihr aber kaum gelang, da ihre Gedanken immer wieder zu Hicks abschweiften.
'Nein! Hicks und Laina? Zusammen? Wie ist das nur möglich? Er sagte doch, dass sie ihm zu aufdringlich ist ... Aber er hat auch gesagt, dass er sie nett findet und sie mag ... Jetzt wohl eher mehr als nur mag! Wie kann das sein? ... Das kann nicht sein! Das DARF nicht sein! Ich liebe Hicks! Ich will ihn nicht verlieren! ... Was, wenn ich ihn schon verloren habe? ...Vorgestern war er doch so aufmerksam und liebevoll zu mir! Hat er mir etwa nur was vorgespielt? Aber was, wenn Laina sich das nur ausgedacht hat? ... Nein, das kann nicht sein, wir haben niemandem von unserer Verabredung erzählt! ... Wie kann er es nur wagen mit ihr an UNSEREN geheimen, romantischen Strand zu gehen und sie dort auch noch zu küssen? Ich warte schon ewig darauf, dass er sich endlich traut mich zu küssen und jetzt küsst er diese Fremde? ... Er sollte mein fester Freund sein, nicht ihrer! Ich dachte er liebt mich, doch da habe ich mich wohl getäuscht!'
Plötzlich tauchte neben ihr ein Drache auf: „Astrid, was machst du hier draußen? Es regnet, du wirst noch krank werden" - „Lass mich, Hicks". In Astrids Stimme lag so viel Hass und Wut, dass Hicks sein Tempo verringerte. Nach einer Weile nahm er jedoch wieder die Verfolgung auf: „Astrid, wenn es wegen unserer Verabredung ist ... Ich kann es dir erklären" - „Das brauchst du nicht, ich weiß es schon!", keifte sie ihn an. „Auch wenn du sauer auf mich bist, bitte geh in meine Hütte und zieh dir etwas Trockenes an! Ich will nicht, dass du noch krank wirst", bettelte er. „Wieso interessiert dich das überhaupt?", schnautzte sie ihn weiterhin an. „Weil du mir wichtig bist ... Sehr wichtig!", sagte Hicks zaghaft. „Anscheinend nicht wichtig genug!", motzte Astrid, flog jedoch zurück zu den Hütten. Anstatt zu Hicks Hütte zu gehen ging sie jedoch in ihre eigene, wo noch der Großteil ihrer Sachen war. Hicks konnte sich solange in seiner Hütte umziehen.
In der Nadderhütte traf Astrid auf ihre Freundin, die sich über ihren Besuch wunderte: „Astrid, was machst du denn hier? Du bist ja ganz nass" - „Deswegen bin ich ja auch hier ... Ich will mir was Trockenes anziehen", murrte Astrid. „Wieso machst du das denn nicht in Hicks Hütte? Ich meine, du wohnst doch da und viele deiner Sachen sind auch schon dort", meinte Heidrun verwirrt. „Weil ich Hicks nicht sehen will", antwortete sie knapp. „WAS? Wieso?", die Sachwarzhaarige war schockiert. „Weil er mit Laina zusammen ist", schluchzte Astrid und ließ sich an der nächstbesten Wand heruntergleiten, sodass sie schließlich am Boden saß, ihre Beine umarmte und ihr Gesicht in ihren Knien vergrub. „Oh nein! Seit wann?", Heidrun setzte sich neben ihre Freundin auf den Boden. „Seit gestern", seufzte die Blondine traurig. „Und das hat er dir einfach so nebenbei gesagt?", fragte Heidrun fassungslos von Hicks Verhalten. „Nein! Laina hat das gesagt", sagte Sturmpfeils Besitzerin. „Und was hat Hicks dazu gesagt?", wollte die Berserkerin wissen. „Gar nichts! Ich habe ihn nicht ausreden lassen. Er hat nur gesagt, dass er erklären könnte, warum er unsere Verabredung verpasst hat", meinte Astrid. „Was hat Laina denn genau gesagt?", erkundigte sich die Schwarzhaarige nun misstrauisch. „Dass er wegen ihr gestern nicht zu unserer Verabredung gekommen wäre und seinen Patrouillenflug für sie ausfallen hat lassen und dass er sie geküsst hat", da musste die Berkianerin richtig anfangen zu weinen.
„Was? Aber das stimmt doch gar nicht!", Heidrun stellte sich hin. „Was?", Astrid schaute verwirrt zu ihrer Freundin auf. „Hicks kann zu dieser Zeit gar nicht bei Laina gewesen sein!", sagte Heidrun entschlossen. „Woher weißt du das so genau?", jetzt richtete sich auch Astrid auf. „Weil Hicks bei mir war", erklärte die Schwarzhaarige. „Bei dir?", fragte die Blonde verwirrt. „Ja! Hicks kam gestern Abend zu mir, da er auf seinem Patrouillenflug einen gefangenen Klingenpeitschling gefunden hatte. Also hat er mich gefragt, ob ich und Windfang ihm dabei helfen würden den Drachen zu befreien, da Windfang der gleichen Art angehört und es so leichter wäre. Jedenfalls hat es Stunden gedauert bis wir den armen Drachen befreit hatten. Nachdem wir endlich fertig waren wollte Hicks noch seinen Kontrollflug beenden, deshalb bin ich alleine zurück zur Klippe geflogen, aber als ich ankam lag Laina bereits in ihrem Bett und hat geschlafen. Deshalb kann sie Hicks nie und nimmer getroffen haben", berichtete Heidrun. „Oh, diese miese, kleine ... Warte! Woher wusste sie von unserem Treffen?", wunderte sich Astrid. „Von mir! Hicks hat mir gestern die ganze Zeit die Ohren damit vollgequatscht, dass er euere Verabredung verpassen würde und wie leid es ihm tat und dass er hofft, dass du nicht alzu sauer auf ihn sein würdest. Das habe ich dann heute früh auch Laina erzählt, um ihr damit zu zeigen, wie wichtig du Hicks bist! Es tut mir leid, das ist alles meine Schuld", entschuldigte sie sich.
Doch Astrid war überhaupt nicht sauer auf sie, im Gegenteil, sie freute sich, dass Hicks doch keine Beziehung mit Laina hatte: „A ... Aber das ist ja großartig! Das heißt Hicks hat Laina gar nicht geküsst! Und das heißt, dass sie auch nicht seine Freundin ist! JAHHH! ... Oh nein, ich habe ihm solche Vorwürfe gemacht. Hoffentlich verzeiht er mir! Ich muss sofort zu ihm!" - „Warte, warte! Erst ziehst du dir neue Sachen an", hielt Heidrun ihre Freundin auf. Astrid gab nach und stellte bestimmt einen Rekord im schnellen Umziehen auf, da sie keine Zeit verschwenden wollte. Sobald sie umgezogen war machte sie sich auf den Weg zu Hicks Hütte. Doch dabei traf sie auf Laina, die sie selbstzufrieden angrinste, weswegen Astrid die Beherrschung verlor und diese wütend anzuschreien begann: „Was fällt dir ein solche Lügen zu verbreiten? Du hast Hicks überhaupt nicht verdient! Also lass ab jetzt deine schmutzigen Finger von ihm, verstanden!?" - „Du hast kein Recht mir das zu verbieten, immerhin seid ihr kein Paar", entgegnete diese gelassen. Dem hatte Astrid nichts entgegenzusetzen. Sie hatte tatsächlich keine Macht darüber, welches Mädchen sich mit Hicks treffen wollte, da sie selbst nur eine einfache Freundin war. Sie war es nur so gewöhnt gewesen, dass es keine je versucht hatte.
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Mädchenalarm auf der Klippe
FanfictionEs ist gerade eine ruhige Zeit für die Drachenreiter, doch das soll sich ändern! Dieses Buch enthält 2 voneinander unabhängige Geschichten, die jeweils ein neues Mädchen beinhalten, welches auf verschiedene Arten ein Problem für Hicks birgt. 1. Miss...
