Auf der Drachenbasis
Astrid machte sich große Sorgen um ihren besten Freund. „Er wollte schon vor zwei Tagen zurück sein! Was, wenn ihm etwas zugestoßen ist? Wenn er unsere Hilfe braucht?", Astrid lief verzweifelt vor Heidrun auf und ab. „Du überteibst, Hicks geht es bestimmt gut! Außerdem wissen wir gar nicht, wohin er geflogen ist! Er könnte Thor weiß wo sein", wandte die Schwarzhaarige ein. „Du hast ja recht, aber wenn er nicht zurückkommen würde könnte ich mir das nie verzeihen" - „Du liebst ihn, stimmts? Und leugne es ja nicht, Astrid", warnte Heidrun ihre Freundin. „Waaa ... Hach ... Ja ... Ja es stimmt, ich liebe Hicks", gab die Blondine zu. „Ich wusste es", triumphierte Heidrun, „Ich bin mir ganz sicher, dass er dich auch liebt" - „Glaubst du?", fragte Astrid neugierig. „Nein ... Ich weiß es", gab die Berserkerin zurück. Da hörten sie den bekannten Ruf eines Nachtschatten und stürmten aus Astrids Hütte.
„Hicks! Dir geht es gut", rief Astrid erleichtert und umarmte ihn kurz, aber freudig. „Ja, sehr gut sogar", antwortete Hicks, den die Geschichten über seine Mutter wirklich aufgebaut hatten. Außerdem war er nach einer langen Woche endlich wieder bei Astrid. Er hatte es ihr nie gesagt, aus Angst ihre Freundschaft zu zerstören, aber er liebte sie und er wünschte sich nichts sehnlicher, als eines Tages mit ihr zusammen zu sein. „Wo warst du so lange? Was hast du gemacht?", fragte Fischbein schon von Weitem. „Sagen wir es so: Ich habe sehr viel erfahren können", wich Hicks aus. „Erfahren? Was denn?", wollte jetzt auch Windfangs Besitzerin wissen. „Das erzähle ich euch ein anderes Mal ... Ich bin überrascht, dass die Drachenklippe noch steht! Haben Rotzbakke und die Zwillinge viel Ärger gemacht?", fragte ihr Anführer. „Ich habe echt keine Ahnung, wie du das jeden Tag im Jahr aushältst! Mir reicht schon eine Woche mit denen und ich werd wahnsinnig", gab der rundliche Reiter als Antwort. Alle mussten kichern, doch da fiel Astrid etwas auf: „Wo sind die drei überhaupt?". Doch die Antwort darauf folgte nur Sekunden später in Form einer großen Explosion. „Na toll, kaum bin ich zurück ... Hach, na komm schon, Kumpel", genervt stieg Hicks auf Ohnezahn.
Als er bei Rotzbakkes verkohlter Hütte ankam, wurde er von drei in Ruß gehüllten Gestalten begrüßt: „Oh ... Hust, hust ... Hallo, Hicks" - „Wir wären ja auch zu deiner Ankunft erschienen, aber wir mussten unbedingt noch etwas in die Luft sprengen" - „Genau, bevor du es uns verbieten kannst! Ab jetzt kommen wir ja nicht mehr dazu", begründeten die Zwillinge zuletzt ihre Tat. „Eure Strafe kriegt ihr morgen, ich lege mich jetzt erst einmal schlafen, der Flug war ganz schön anstrengend", wollte Hicks das Gespräch beenden. Alle nickten zustimmend, bis auf Rotzbakke „Hey, warte mal! Wo soll ich denn jetzt schlafen, nachdem diese zwei Schrumpfhirne meine Hütte in die Luft gesprengt haben?" - „Du hättest sie ja aufhalten können", belehrte Hicks ihn. „Hicks, komm schon! Der Wiederaufbau dauert mindestens eine Woche, wo soll ich denn solange schlafen? Du kannst mich doch nicht hier draußen in der Kälte lassen!?", bettelte Hakenzahns Besitzer. „Na schön, du kannst bei mir schlafen", gab der Braunhaarige nach. Gesagt, getan. Rotzbakke übernachtete ab jetzt bei Hicks.
Eigentlich ja gar kein Problem, wenn Stilla nicht drei Tage später gekommen wäre, um Hicks zu besuchen. Es war viel schwieriger sich heimlich rauszuschleichen, wenn man einen Mitbewohner hatte. Schon am zweiten Abend nachdem Hicks sich tagsüber erneut auffällig verhalten hatte wurde Rotzbakke wach und sah, dass ihr Anführer nicht in seinem Bett lag. Wo war er nur? Da Hicks in der Früh sehr müde war und demzufolge länger schlief als die anderen Drachenreiter, sprach er es auch gleich beim gemeinsamen Frühstück mit Astrid, Heidrun, Fischbein und den Zwillingen an: „Hey Leute, euch ist doch bestimmt aufgefallen, dass Hicks schon wieder anfängt sich komisch zu verhalten? (alle nickten) Er ist doch immer so müde und wir haben uns gefragt, woran das wohl liegen könnte, wisst ihr noch?" - „Worauf willst du hinaus?", fragte Astrid ungeduldig. „Als ich gestern Nacht aufgewacht bin, lag Hicks nicht in seinem Bett", sagte der Jorgenson Junge. „Vielleicht war er nur kurz im Gebüsch", suchte Fischbein nach einer Erklärung. „Nein, nein! Mir kam das komisch vor, also bin ich wach geblieben. Er ist erst am frühen Morgen in seine Hütte zurückgekehrt", berichtete Rotzbakke in Kurzform. „Was? Hicks war die ganze Nacht weg? Bist du dir sicher?", fragte Heidrun ungläubig. „Ja verdammt, ich bin mir sicher!", schrie der Schwarzhaarige. „Aber wieso schläft Hicks denn so wenig?", fragte Raffnuss. „Meine liebste Schwester, ich glaube die eigentliche Frage ist: Was macht Hicks der Hüne der III Haddock die ganze Nacht!?", korrigierte Taff seine Schwester. „Du hast recht", stimmte Rotzbakke erstaunt zu, „Was macht Hicks die ganze Zeit?" - „Ich glaube es gibt nur einen Weg das heraus zu finden", grinste Raff und rieb sich hämisch die Hände. „Ich halte das für keine gute Idee", wollte Astrid ihre Freunde aufhalten. „Ach komm schon, Astrid! Du willst es doch auch wissen!", lockte Heidrun sie. „Na schön", gab die blonde Wikingerin schließlich nach. „Perfekt, wir bleiben wach und sobald Hicks seine Hütte verlässt folgen wir ihm unauffällig", erklärte Rotzbakke den Plan, den sie einige Stunden später auch umsetzten.
Auf der Grimm-Egel-Insel
Es war kurz vor Mitternacht und Hicks war gerade an dem Strand der Grimm-Egel-Insel angelangt. Die übrigen Reiter folgten ihm in sicherer Entfernung. „Was will Hicks den auf der Grimm-Egel-Insel?", fragte Fischbein ratlos in die Runde. „Keine Ahnung, aber wir werden es bald herausfinden", grinste Taff verschmitzt. Astrid stöhnte genervt. Sie war immer noch nicht von diesem Plan überzeugt. „Wir verstecken uns hinter diesen Felsen", schlug Heidrun vor, wobei sie auf eine Felsformation, die erhöht in geringer Entfernung von dem Strand war, zeigte. Dort hatten sie einen tollen Ausblick auf ihren Anführer, der am Strand neben seinem Drachen saß und die Wellen zu beobachten schien. Eine Viertelstunde verstrich ereignislos. „Lasst uns gehen! Hicks verbringt nur etwas Zeit alleine am Strand, was ist daran falsch? Wir hätten ihm nicht folgen dürfen, dazu haben wir kein Recht! Was haben wir eigentlich erwartet zu sehen? War doch klar, dass die ganze Aufregung und Spionage nur Zeitverschwendung ist", schimpfte Astrid und stand entschlossen zu verschwinden auf, doch Heidrun hielt sie zurück.
Gerade war ein braunhaariges Mädchen aus dem Wald getreten und ging auf Hicks zu. Von ihrer Neugierde überwältigt setzte sich Astrid wieder hin und musterte das Mädchen. Als Astrid sah, wie die Fremde Hicks umarmte und es ihm auch noch zu gefallen schien wurde sie richtig eifersüchtig. Wie konnte es diese Teenagerin nur wagen IHREN Hicks zu umarmen? „Was erlaubt die sich eigentlich!?", entfuhr es der Blondine in ihrer Wut ausversehen. Heidrun schmunzelte, weil sie genau wusste, was in ihrer Freundin gerade vorgehen musste. Nachdem Hicks und die junge Frau endlich die Umarmung beendet hatten, setzten sie sich sehr nahe neben einander in den Sand. Kurz darauf lehnte sich das Mädchen auch noch leicht an ihn an. „Das gibt es doch gar nicht ... Hicks hat eine Freundin!?", Rotzbakke hatte es die Sprache verschlagen. Geschockt riss Astrid die Augen auf. Das durfte nicht wahr sein!
„Also damit hätte ich sicher nicht gerechnet", ergänzte Fischbein verblüfft. „Vielleicht sind sie ja gar kein Paar", wollte Heidrun ihre besten Freundin Mut machen. „Klar sind sie das, warum sollte sich Hicks sonst mitten in der Nacht mit einem fremden Mädchen an einem einsamen, abgelegenen Traumstrand verabreden?", warf Taffnuss unsensibel ein. „Ich war immer fest davon überzeugt gewesen, dass Hicks auf Astrid steht und die Beiden mal ein Paar werden! Da glaube ich kaum, dass das jetzt anders sein sollte", auch Raffnuss war auf Heidruns Seite. Sie legte ihrer flachshaarigen Freundin mitfühlend eine Hand auf die Schulter. Die drei Mädchen waren mittlerweile so gut befreundet, dass sogar Raff von Astrids Gefühlen wusste. Auch wenn diese es nie ganz zugegeben hatte, war es doch offensichtlich.
Nach einer Weile standen die Beobachteten auf, die Fremde küsste Hicks flüchtig auf die Wange, er schwang sich auf Ohnezahn und flog zurück zur Drachenklippe, während das braunhaarige Mädchen im Wald verschwand. Sofort nach dem in Wiklichkeit familiär gemeinten Wangenkuss, suchte Astrid weinend das Weite. Sie weinte sonst nie, aber ihr war soeben das Herz gebrochen worden. Sie hatte immer gehofft einmal Hicks feste Freundin zu sein, ihn zu heiraten und mit ihm eine Familie zu gründen, doch dieser Traum schien nun vorbei zu sein. Wenn Astrid nur die ganze Wahrheit gewusst hätte!
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Mädchenalarm auf der Klippe
FanfictionEs ist gerade eine ruhige Zeit für die Drachenreiter, doch das soll sich ändern! Dieses Buch enthält 2 voneinander unabhängige Geschichten, die jeweils ein neues Mädchen beinhalten, welches auf verschiedene Arten ein Problem für Hicks birgt. 1. Miss...
