Auf der Drachenbasis
Als sie gegen Nachmittag zurück waren, kam für Stilla eine wichtige Frage auf: „Darf ich heute hier bleiben? Also nur wenn ich nicht störe". Astrid hoffte so sehr, dass Hicks es nicht erlauben würde, wurde aber enttäuscht: „Na klar kannst du bleiben" - „Und wo soll sie schlafen?", bemerkte Rotzbakke das Problem. „Stimmt! Naja also bei Astrid wohnt schon Heidrun ... Raff, Taff?", wandte sich Hicks fragend den Zwillingen zu. Doch diese begannen wie wild Hände und Köpfe zu schütteln. „Ah ah, das kannst du vergessen, ich muss schon meine Schwester aushalten, mir kommt nicht noch ein Mädchen in die Hütte" - „Niemals! Taff zu ertragen ist schon schwer genug", beschwerten sie sich. „Schon gut, aber Rotzbakkes Hütte ist trotz eurer Nachtschicht noch nicht bewohnbar. Das heißt, dass Stilla bei einem von uns Jungen schlafen muss", stellte Hicks fest und schaute zu Fischbein, der als Einziger übrig war. Doch da meldete sich Rotzbakke: „Ich kann bei Fischbein schlafen" - „Was?", riefen Hicks und Fischbein gleichzeitig. „Ich habe keine Lust noch eine Nacht bei dir zu übernachten, du schnarchst", log der Jorgenson Junge, der dem zukünftigen Oberhaupt zu einer Freundin verhelfen wollte, damit er selbst eine Chance bei Astrid hätte. Da Stilla seine Cousine war, befürwortete Hicks diese unerwartete Entwicklung. „Na schön, wenn es für dich in Ordnung ist, kannst du bei mir schlafen", wandte er sich zu Stilla. „Danke, ich finde es wirklich nett von dir deine Hütte mit mir zu teilen", meinte diese. Astrid kochte vor Wut. Ihrer Meinung nach, hatte sie es verdient bei Hicks zu übernachten und nicht diese fremde Drachenreiterin. Um das zu verhindern hätte Astrid sogar ihre eigene Hütte verlassen. Aber Hicks hatte sich bereits entschienden.
Wütend flog die Blondine in ihre Hütte, um alleine zu sein. Doch nur wenig später tauchten Heidrun und Raffnuss bei ihr auf, um ihr beizustehen. „Was macht ihr hier", schluchzte Astrid genervt, da sie gerade weinte und es nicht zeigen wollte. „Es ist doch nicht schlimm, wenn man weint", tröstete sie Heidrun. „Jeder weint mal!", stimmte Raff zu. Die Verschleierung hatte ja toll geklappt! „Ich habe Hicks an diese ... Diese Tussi verloren", ließ die blonde Wikingerin ihre Gefühle zu. Raffnuss kicherte, fasste sich aber dann schnell wieder, da Heidrun ihr einen bösen Blick zuwarf. „Ich glaube immer noch, dass Hicks dich liebt", sagte Heidrun sanft. „Und wieso ist er dann mit Stilla zusammen?", fragte die Flachshaarige. „Das ist er vielleicht gar nicht", versuchte es das Zwillingsmädchen. „Sie hat ihn lange umarmt, sie hat sich an ihn angelehnt und das Meer beobachtet, sie hat ihn auf die Wange geküsst; er hat sich mit ihr an einem romantischen Strand getroffen, er hat es uns verheimlicht und jetzt tut er so als ob er sie nicht kennen würde, er lobt sie ständig und lässt sie in seiner Hütte schlafen", zählte Astrid alle Anzeichen einer Beziehung auf, die ihr gerade so einfielen. „Irgendwo muss sie ja wohnen", sagte Heidrun nur, denn für die anderen Sachen fiel ihr keine Erklärung ein. „Ja, aber doch nicht bei Hicks! Wieso zieht er es vor, diese Fremde bei sich übernachten zu lassen, anstatt mich? Wir kennen uns doch schon seit Jahren", beschwerte sich Astrid. Heidrun machte den Mund auf, um etwas zu sagen, schloss ihn aber wieder unverrichteter Dinge.
„Und das Schlimmste ist: Es ist alles meine Schuld!", schluchzte Astrid erneut. „Was? Wieso sollte das deine Schuld sein?", fragte Raff entrüstet. „Vor drei Jahren, haben wir uns bereits geküsst: Nach dem Roten Tod, an Snoggeltog und bei den Tauwetterfestspielen", beichtete sie. „Was? Du hast Hicks bereits drei Mal geküsst und ihr seid noch nicht zusammen?", Heidrun war schockiert von dem unerwarteten Geständnis ihrer Freundin. „Nein! Ich habe ihn immer nur flüchtig geküsst, anstatt ihm zu sagen, dass ich ihn liebe! Ich habe ihm in den letzten drei Jahren danach kein klares Zeichen mehr gegeben. Er muss denken, dass ich ihn nicht liebe und dass die Küsse damals nichts zu bedeuten hatten. Ich habe zu lange gewartet, aus Angst, dass unsere Freundschaft zerbrechen könnte und nun? Wie kann ich mit ihm befreundet sein, wenn ich ihn doch liebe, aber weiß, dass er eine andere Frau liebt!? Ich habe nicht nur meine Chance auf eine glückliche Beziehung verspielt, sondern auch noch unsere Freundschaft! Ich wollte alles richtig machen, doch ich hätte es nicht fälscher machen können!", sie weinte. „Oh Astrid", beide Mädchen nahmen sie in den Arm. So saßen die drei Freundinnen noch einige Stunden in Astrids Hütte und redeten.
In Hicks Hütte
„Deine Insel ist wirklich beeindruckend, Cousin", sagte Stilla, als die Beiden alleine waren. „Danke! Du kannst gerne länger bleiben, jetzt wo dich die Anderen kennen", erwiederte Hicks. „Sehr gerne! Erzähl mir doch einige Sachen, die ich über sie wissen sollte", bat seine Cousine. „Klar doch! Fischbein ist neben Ohnezahn mein bester Freund, er ließt gerne und weiß fast alles über Drachen, deshalb sitzen wir oft vor einigen Drachenaufzeichnungen. Er hilft mir auch bei meinen Erfindungen. Seine Gronkeldame heißt Fleischklops, er liebt sie wirklich sehr. Rotzbakke ist naja ... Sagen wir mal 'speziell', er ist ein ganz schöner Angeber und will immer der Beste sein, außerdem kritisiert er mich ständig, aber wenn ich in Schwierigkeiten stecke ist er immer für mich da. Sein Alptraum heißt Hakenzahn, die Beiden haben so eine Art Hass-Liebe. Heidrun ist eine Berserkerin, aber man kann ihr voll und ganz vertrauen! Sie ist mutig und verteidigt die, die ihr viel bedeuten. Allerdings geht das auch manchmal zu weit und sie kann etwas rachsüchtig sein, aber sie ist wirklich eine gute Drachenreiterin. Ihr Klingenpeitschlingweibchen Windfang hat sie ganz alleine trainiert, nur mit einigen einfachen Kenntnissen, die wir ihr früher mal gezeigt haben. Die Zwillinge Raffnuss und Taffnuss teilen sich den Zipper Kotz und Würg. Sie streiten sich ständig, aber sie würden alles für den jeweils Anderen tun, auch wenn sie das überspielen. Das Mädchen auf dem weiblichen tödlichen Nadder Sturmpfeil heißt Astrid. Sie kennt mich besser als sonst jemand und ist immer für mich da. Sie ist klug, schön, kämpferisch, hat aber auch eine verborgene weiche, liebevolle und fürsorgliche Seite. Aber um die zu entdecken muss man erst ihr Vertrauen gewinnen, was sehr lange dauern kann. Trotzdem lohnt es sich! Es gibt keine Wikingerin, die mehr Unterstützung, Verständnis und Liebe zu bieten hat als sie", schwärmte er ohne es selbst zu merken.
„Das hört sich fast so an, als wärst du in sie verliebt", grinste Stilla interessiert. „Was? I ... I ... Ich? ... Ähm ... Äh", stotterte Hicks verlegen. Er brachte kein Wort heraus. „Wow! Also das ist ja wohl eindeutig", stellte seine Cousine sofort fest. „Nei ... Nein! Ich ... Sie ... Wir ... Wir sind nur gute Freunde", stammelte er. „Hicks, komm schon! Du brauchst mir nichts vorzumachen, ich bin deine Cousine! Auch wenn ich dich erst seit kurzer Zeit kenne, weiß ich genug von dir, um zu verstehen, was du eigentlich meinst! Also sag mir die Wahrheit ... Wenn du nein sagst, weiß ich, dass du lügst" - „Na schön, du hast absolut recht. Ich liebe Astrid! Schon seit drei Jahren und damals hat sie mich auch schon mal geküsst, aber das hatte bestimmt nichts zu bedeuten", antwortete Hicks daraufhin. „Was? Das kann doch wohl nicht dein Ernst sein!? Natürlich hatte das was zu bedeuten! Du kannst doch nicht wirklich der Meinung sein, dass es anders wäre!? Nach allem, was du mir über Astrid erzählt hast, bin ich mir sicher, dass sie nie jemanden aus reiner Lust und Laune küssen würde. Das würde eigentlich kein Mädchen. Ganz davon abgesehen glaube ich, dass sie ziemlich eifersüchtig auf mich ist. Sie hat bestimmt Angst dich zu verlieren, weil sie mich als Konkurrentin sieht. Kurz gesagt: Astrid liebt dich!", versuchte Stilla ihren Cousin zu überzeugen. „Astrid liebt mich?", fragte Hicks und ein Glücksgefühl stieg in ihm auf. „Zu 100%", bestätigte Stilla. „Ich muss sie furchtbar verletzt haben, weil ich in den letzten Wochen keine Zeit für sie hatte! Wie konnte ich sie nur so vernachlässigen? Ich muss sofort zu ihr! Hoffentlich verzeiht sie mir das", hoffte Hicks. „Da bin ich mir sicher", beruhigte Stilla ihren Cousin.
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Mädchenalarm auf der Klippe
FanfictionEs ist gerade eine ruhige Zeit für die Drachenreiter, doch das soll sich ändern! Dieses Buch enthält 2 voneinander unabhängige Geschichten, die jeweils ein neues Mädchen beinhalten, welches auf verschiedene Arten ein Problem für Hicks birgt. 1. Miss...
