[#97] Wir sind frei

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"Vergiss nicht, die Kameras einzupacken." weise ich Yoongi nochmal hin, als wir uns anziehen, um zur Uni zu kommen.

Wenn wir die Kameras hier lassen würden, würde die Polizei diese mit hoher Wahrscheinlichkeit einsammeln, um so die Beweise zu vernichten.

Ohne Kameras haben wir nämlich keine Nachweise dafür, dass jemand wirklich bei uns 'eingebrochen' ist. So können wir wenigstens nachweisen, dass wir nicht lügen. Wir könnten die Kameras zwar auch selbst gekauft haben, aber wieso sollte jemand 6+ Spionagekameras kaufen, nur um eine Anzeige gegen Unbekannt machen zu können?

"Ist gut, Baby."

Nach fünf Minuten haben wir die Wohnung verlassen und machen uns auf den Weg zum Bus.

Dieses Mal habe ich wieder eine Schnur zwischen die Tür geklemmt, da ja keine Kameras mehr im Flur sind, die dieses Aufnehmen könnten.

Wenn die Schnur heute Nachmittag weg ist, wenn wir nach Hause kommen, dann hat die Polizei sich wieder zutritt zu unserer Wohnung verschafft. In diesem Fall müssen wir checken, ob es neue Kameras und Wanzen gibt oder ob sie alle entfernt haben.

Auf dem Weg zur Universität höre ich wieder zusammen mit Yoongi Musik, während ich mich an seine Schulter anlehne und unsere Hände miteinander verzweige.

Heute wird der Blonde mit Sicherheit an dem Musikvideo arbeiten und ich freue mich schon darauf, wie es aussehen wird, wenn er es fertig geschnitten hat.

Obwohl wir seinen Track gestern bestimmt zwanzig-dreißig Mal gehört haben, kann ich mir das Lied weitere zwanzig-dreißig Mal anhören, ohne dass es nervig wird. Vielleicht übertreibe ich mit meiner Aussage auch ein wenig. Es mag zwar stimmen, dass es verdammt gut ist, aber es ist auch nicht gelogen, dass ich mich von dem Gedanken beeinflussen lasse, dass Yoongi es gemacht hat.

Sobald der Ältere involviert ist, kann ich einfach nicht mehr neutral beurteilen.

Mittlerweile sind die meisten Menschen, die mit demselben Bus zur Arbeit oder zur Schule fahren, wie wir, daran gewöhnt, dass Yoongi und ich kuscheln. Ganz am Anfang haben wir noch einige komische Blicke geerntet, aber jetzt werden wir einfach komplett ignoriert, als wäre es das normalste der Welt.

Wenn ich an Taehyungs Eltern denke, die sich ja echt komplett von ihm abgewendet haben, denke ich, dass Ignoration in diesem Zusammenhang deutlich besser ist und es zeigt mir auch, dass auch in diesem Land Akzeptanz erreicht werden kann, wenn sich die Leute öffnen und von alten Traditionen lockern.

Mit geschlossenen Augen lausche ich dem rhytmischen Beat, während jemand auf Englisch dazu rappt und genieße einfach Yoongis Wärme.

Draußen ist es noch immer arschkalt, was kein Wunder ist, denn es ist gerade erst Jahresanfang. Dennoch wünsche ich mir schnell wieder den Sommer herbei, denn irgendwie stören die fetten Jacken beim kuscheln extrem und außerdem ist es echt nicht angenehm, draußen in der Kälte zu sitzen. Da Yoongi an seinem Musikvideo arbeitet, macht es momentan keinen Unterschied, aber wenn er damit fertig ist, dann müssten wir theoretisch wieder draußen in der Kälte sitzen.

Andererseits.. werde ich im Sommer wohl nicht mehr neben meinem Verlobten sitzen können, denn das ist ja sein letztes Jahr..

Ich seufze bei dem Gedanken enttäuscht, woraufhin ich einen Kuss auf meiner Stirn spüre. Schmunzelnd öffne ich die Augen und sehe direkt in die meines Freundes.

"Nicht einschlafen." flüstert er leise.

"Hatte ich nicht vor."

Ich gähne, woraufhin mir der Ältere über die Wange streicht und mir einen weiteren Kuss auf die Stirn haucht.

One last bad Person *YoonMin*Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt