abschied

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(Triggerwarnung: in diesem Oneshot geht es um Krebs und den Tod)

Lou,

mein geliebter, kleiner Lou.
Wo fange ich am Besten an? Ich weiss es ehrlich gesagt nicht. Es fällt mir überhaupt schwer, die richtigen Worte zu finden. Aber ich versuche es und gebe mein Bestes. So kanntest du es immer von mir.

Es war ein Montag als wir uns das erste mal begegnet sind. Ich weiss es noch, als wäre es gerade gestern gewesen. Es hat geregnet. Natürlich hatte ich keinen Regenschirm dabei. Nein, das habe ich nie.

Doch du natürlich schon. Nun ja, du hast irgendwie immer alles dabei. Ich stand am Eingang der Schule und wartete auf meine Mum. Eigentlich sollte sie mich abholen, doch hatte kurzfristig einen Termin und konnte so nicht kommen.

So stand ich also da, war schon komplett nass und fluchte vor mich hin.

Du schienst wie ein Engel, als du mich mit deinem umwerfenden Lächeln in deinen Bann gezogen hast. Kamst einfach so und fragtest ob ich Hilfe bräuchte. Kein anderer hätte dies gemacht.

Dein Herz ist einfach aus purem Gold. Ach Quatsch, was rede ich da? Aus Liebe. Einfacher Liebe.

So hast du mich nach Hause begleitet. Den ganzen Weg sind wir eng aneinander gepresst gelaufen. Ich hatte den Schirm gehalten, nun ja kleiner, ich bin immerhin ein ganzes Stück größer. (Das war nicht böse gemeint, mein Schatz. Ich liebe deine Größe).

Wir kamen ins Gespräch und ich erfuhr, dass du einen Jahrgang unter mir warst. Ich hatte dich nie wirklich beachtet, doch das sollte sich nun ändern.

Der 12. Februar war unser erstes Date. (Ja, zwei Tage vor Valentinstag). Hach, wie könnte ich das vergessen?

Dieses Datum ist rot angemalt in meinem Kalender.

Ich war so verdammt aufgeregt. Mensch, ich hätte vermutlich abgesagt, wenn meine Schwester mich nicht gezwungen hätte. Aber ich dachte wirklich, ich falle gleich in Ohnmacht.

Und dann standest du vor mir. Heilige Scheisse, du sahst zum anbeissen aus. Ich wäre fast über dich hergefallen, aber ich denke das kommt nicht so gut beim ersten Date.

Ich habe dich in eine einfache Pizzeria ausgeführt. Dein bester Freund hat mir verraten, dass das dein Lieblingslokal ist.

Deine Augen haben so unglaublich schön geglänzt.

Leider hatte es dann angefangen zu regnen. Es hat geschüttet wie aus Eimern. Es hat mich an unsere erste Begegnung erinnert.

Natürlich habe ich dich sicher nach Hause gebracht. Doch an diesem Abend hat noch kein erster Kuss stattgefunden.

Dieser kam später.

Beim dritten Date um genau zu sein.
Gott, ich war noch nervöser als nervös.

Ich habe mich nach unten gebeugt, du kamst mir entgegen. Es war perfekt.

Beiden waren wir pitschnass, doch das schien uns nicht zu stören.

Und noch an diesem Abend habe ich dich gefragt, ob du mein Freund sein möchtest.

Als du ja gesagt hast, habe ich dich hoch genommen und gewirbelt. Ich war der glücklichste Mensch in diesem Moment.

Es lagen immer komische und teils auch verwirrende Blicke auf uns, doch das war uns immer egal.

Sollten sie doch schauen. Unsere Sexualität hatte uns nie gestört. Geschämt haben wir uns auch nie.

Und wenn einmal einer einen dämlichen Spruch gebracht hat, hat er es zwei Sekunden später bereut.

Gott, wir waren so verdammt kitschig. Und süss. Und heiss.

oneshots | larry ✔️Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt