vampire

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Harry war schon immer ein Mann mit viel Selbstbewusstsein.
Und dies wurde nur stärker, als er sich verwandelte.

Es passierte an einem grauen Montagmorgen. Schon als er aufstand, hatte er das Gefühl, dass heute ein besonderer Tag werden würde. Er hatte es irgendwie gespürt.

Erst kam es langsam. Kopfschmerzen plagten ihn. Natürlich denkt man sich nichts dabei. Diese Schmerzen hatte eben jeder mal. Der Lockenkopf war sich sicher, dass es von dem Stress der letzten Wochen kommen muss. Oder der Schlafmangel.

Es wurde schlimmer. Er verkroch sich unter der Decke und verzog gequält sein Gesicht. Seine Glieder begannen ebenfalls zu schmerzen. Es war schrecklich. Harry dachte noch immer es würde nur eine schlimme Erkältung mit Fieber werden.

Als sein Kiefer ebenfalls zu Schmerzen begann, zweifelte er an seinem Gedanken. Langsam trottete er ins Bad und musterte sich im großen Spiegel. Seine eisblauen Augen hatten einen leichten Rotton angenommen, die grauen Augenringe machten es nicht besser. Er sah schrecklich aus, wie aus einem schlechtem Horrorfilm entsprungen. Harry war blass und es war kein normales Blass. Kurzgesagt, er war bleichweiß.

Vorsichtig langte er an seinen Mund. Und dann hatte sich seine Vermutung bestätigt. Kleine spitze Eckzähne lugten heraus.

Genervt atmete er aus. Harry wusste, dass ihm diese Verwandlung irgendwann bevor stand. Aber gerade war es einfach nur unpassend. Außerdem hätte er nicht gedacht, dass es so schmerzhaft werden würde.

Der Lockenkopf konnte nichts anderes tun, als die nächsten Tage sich in seiner Wohnung einzusperren und abzuwarten. Es dauerte drei Tage bis die Verwandlung komplett zu Ende war. Und es war schrecklich, es fühlte sich für Harry wie ein ganzes Jahr an.

Am ersten Tag wachte er schweißgebadet auf. Seine Klometten waren komplett nass, seine Locken klebten ihm im Gesicht.
Noch immer tat ihm sein alles an seinem Körper weh und langsam merkte er das Verlangen nach Blut. Das große Verlangen etwas warmes seinen Rachen hinunterlaufen zu spüren und das sollte kein Kaffee oder Tee sein, sondern frisches Blut.

Harry versuchte sich mit Büchern, Serien und Filmen abzulenken. Das klappte eigentlich ganz gut. Am zweiten Tag allerdings wurde sein Plan zerstört.

Es klingelte an seiner Tür. Erschrocken wachte der baldige Vampir aus seiner Traumwelt auf.
Erst jetzt blickte er auf seinen Kalender, der mitten im Wohnzimmer hing und realisierte welches Datum heute war.

Ein Schlucken entwich ihm und er erhob sich aus seinem bequemen Sessel. Er wusste wer vor der Tür stehen würde und versuchte sich mental darauf einzustellen.
Schnell versuchte er seine Lockenpracht zu bändigen (um ehrlich zu sein, hatte er diese schon länger nicht mehr gewaschen) und blickte noch ein letztes Mal in den Spiegel.

Seine Augen hatten jetzt ein dunkleres rot bekommen, seine Zähne sah man nur, wenn er lachte.

Vorsichtig öffnete er die Haustür und erblickte sofort einen breit lächelnden Louis. Seine karamellfarbenen Haare lagen ebenfalls zerzaust auf seinem Kopf, was allerdings bei ihm einfach nur süß aussah.

"Du hast dich nicht mehr gemeldet", jammerte der Wuschelkopf sofort, ohne jegliche Begrüßung. Wie selbstverständlich ging er an Harry vorbei und zog gleich seine Schuhe aus. Er durfte das, immerhin war er so gut wie schon eingezogen.

Er hatte seinen Freund noch kein einziges Mal angesehen, tat dies aber jetzt.
Mit großen Augen sah er ihn an und stieß dann die angehaltene Luft raus.

"Harry, was ist...", begann er, bekam allerdings die folgenden Worte nicht über seine Lippen.

"Es beginnt, also ich bin schon mitten drin", nuschelte Harry dann und lehnte sich an die Wand.

oneshots | larry ✔️Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt