Hook

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Robin Williams-Genie

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Robin Williams-Genie

Obwohl das demimagische Turnier erst gestern angekündigt wurde, hatte sich jetzt schon eine große Ansammlung um Schülern um den Feuerkelch gebildet. Die meisten beobachteten nur. Sie wollten wissen, wer mich bewarb. 
Ich selbst musste keinen Tag darüber nachdenken: Natürlich würde ich mitmachen. Schließlich brauchte unser Haus einen würdigen Vertreter. Mit dem Zettel auf dem mein Name stand in der Hand ging ich also Richtung Feuerkelch. Smee lief neben mir. 
"Smee, du solltest dich auch bewerben.", warf ich in den Raum. 
Schlagartig blieb er stehen und sah mich geschockt an: "Was? Ich?"
"Natürlich du. Habe ich doch gerade gesagt." Ich wusste, dass Smee nicht der Typ für so ein Turnier war, aber es wurde in Teams angetreten und ich brauchte zumindest die Chance auf einen anständigen Partner.
"Ich weiß nicht. Ich glaube eher nicht", sagte er zögerlich.
"Sei kein Feigling und mach mit."
Wir waren am Raum angelangt in dem der Feuerkelch stand. Wie es schon seit gestern der Fall war, war der Raum voll mit Schülern. Als ich ihn betrat, begannen die Hufflepuffs zu jubeln. Klatschend verfolgten sie, wie ich auf den Kelch zuging und meinen Namen hineinwarf. Die Schüler der anderen Häuser begannen leise zu reden und zu analysieren.

Ich wandte mich an Smee. "Willst du noch bleiben?"
"Ja, ist bestimmt interessant." Er sah sich um, wahrscheinlich auf der Suche nach jemanden den er kannte. 
"Okay, tschüss." Zwar sah mich Smee überrascht und hintergangen an, doch ich drehte mich um und ging weiter. Ich machte mich auf den Weg zum Gemeinschaftsraum. Dabei dachte ich über das Turnier nach. Tatsächlich fiel mir kaum jemand aus Hufflepuff ein, der das Zeug hatte um teilzunehmen. Gut, da wäre vielleicht Tarzan, oder auch Herkules, aber ob die mitmachen wollen würden, war die andere Frage.

Ich ging weiter den Gang entlang und kam an unserer Hauslehrerin, Professor Sprout, vorbei.
"Guten Tag", sagte ich und wollte weiter gehen, doch sie hielt mich zurück.
"Mr. Hook! Genau nach Ihnen habe ich gesucht."
"Ach wirklich?" Ich blieb stehen.
"Leider habe ich keine guten Nachrichten für Sie."
Fragend sah ich sie an. Normalerweise verhielt ich mich Professor Sprout gegenüber immer gut, deswegen wusste ich auch nicht, was sie von mir wollte. Außer natürlich ein anderer Lehrer hatte sie geschickt. Da sah die Sache schon anders aus.
"Also", fuhr  sie fort, "Mir ist zu Ohren gekommen, dass Sie einige - sehr viele - Fehlstunden hast. Das wundert mich doch ein wenig, ich habe Sie immer für einen Musterschüler gehalten."
Ich zuckte mit den Schultern und musste mir gleichzeitig ein Lachen verkneifen. Ich und Musterschüler?
"Auf keinen Fall kann das so weiter gehen."
Oh nein, eine Moralpredigt. Nur leider war er mir ziemlich gleichgültig ob ich nun ein paar Stunden verpasst oder nicht; und was die Lehrer darüber dachten interessierte mich noch weniger.
"Wenn Sie dieses Schuljahr nicht wiederholen möchtest, sollten Sie Initiative zeigen und die Stunden nachholen."
"Wiederholen?" Fassungslos sah ich sie an. "Wegen Fehlstunden?"
"Ja, so leid es mir auch tut. Aber wie gesagt, Sie könnten deine Stunden ausgleichen."
"Und wie? Durch nachsitzen?" Bitte nicht. Bitte nachsitzen.
Professor Sprout lächelte mich glücklich an. "Das war zuerst der Plan. Aber dann gab es den fantastischen Vorschlag, dass du den für fest des Halbjahres in die Theatergruppe könntest."

"Bitte was?" Erschrocken schnappte ich nach Luft. 
"Theatergruppe. Für den Rest des Halbjahres. Außer natürlich du hast kein Problem  damit das Jahr zu wiederholen."
"Nein." Ich schüttelte den Kopf. "Ausgeschlossen. Niemals. Es muss doch eine andere Möglichkeit geben."
Jetzt schüttelte sie den Kopf. "Nein, die gibt es nicht. Theatergruppe oder wiederholen. Ich hoffe du bist vernünftig. Es wäre nämlich schade wenn du wiederholen müsstest."

Am Tag darauf war ich auf den Weg zur Theatergruppe. Was blieb mir auch für eine Wahl? Ich konnte mir zwar hunderte Dinge vorstellen, die ich lieber machen würde, doch das Jahr zu wiederholen gehörte nun mal nicht dazu. 
Dazu  hatte ich nicht die geringste Vorstellung davon wie das Theater ablief. Vor diesen Schuljahr wusste ich noch nicht einmal, dass es eine Theatergruppe gab. Anscheinend hatte ich die Aufführung immer verpasst, denn diese gab es tatsächlich wie mir Smee erzählt hatte.
Ich blieb vor der Tür stehen, hinter der die Theatergruppe versammelt sein musste. Anklopfen oder nicht anklopfen? Ich entschied mich für die zweite Option und stieß stattdessen die Türe so schwungvoll auf, dass sie gegen die Wand knallte. 
Die Unterhaltungen in dem Raum wurden unterbrochen und die Schüler sahen mich neugierig an. Bevor jemand was sagen konnte, kam Genie, der Hausgeist von Ravenclaw und Leiter der Gruppe auf mich zugeflogen und starrte mich an. 

Es war leicht unheimlich, wie das Gesicht des Geistes direkt vor meinem hielt und mich mit einem Ausdruck aussah, den man wohl treffend als entzückt bezeichnen konnte. 
"Du bist es", sagte er mit einer unheimlichen lauten Stimme. "Du bist Julian."
Geschockt starrte ich ihn an. "Eigentlich heiße ich James", brachte ich hervor. 
"Wer wäre ein besserer Julian als du? Wo warst du die ganze Zeit? Du bist perfekt!"
Vorsichtig machte ich ein paar Schritte zurück, um Abstand zwischen unsere Gesichter zu bringen und überlegte ob ich wegrennen sollte solange ich noch konnte. Der hatte doch einen Knall.
"Peter Pan, du wurdest in deiner Rolle ersetzt!", rief Genie ohne mich aus den Augen zu lassen. 

Eine Sekunde später stand ein Junge vor mir, der Peter Pan sein musste, und der mich und Genie abwechselnd ansah. Dann blieb sein Blick an mir hängen. "James Hook", sagte er kalt. 
"Peter Pan", antwortete ich im gleichen Tonfall.
"Genie", sagte Genie, "Falls du mich noch nicht kennst, mein guter Julian... ich meine James... ich meine Julian - ach, du weißt schon wie du heißt."

Neugierig sah er uns zu, wie wir uns kühl anblickten, dann rieb er sich die Hände. "Ich sehe ihr kennt euch. Perfekt. Peter, hilf ihm doch in seine Rolle reinzufinden." Mit den Worten flog er davon. 
"James Hook", sagte Peter Pan erneut. "Ich habe von dir gehört. Ich hatte von dir schon die ganze Zeit einen schlechten Eindruck und jetzt nimmst du mir auch noch meine Rolle weg!" Ich fand den Kerl jetzt schon unausstehlich.
"Du hast meine Rolle weggenommen!", wiederholte er und betonte jedes einzelne Wort. 
"Oh meine Rolle!", imitierte ich ihn hämisch. "Ich hatte sie zuerst, gib sie mir wieder!", fuhr ich fort und ignorierte sein wütendes Gesicht an. "Bin ich hier in der Krabbelgruppe gelandet?"
"Und du bist ja so erwachsen! Das ist nervig. Kaum zu glauben wie wahr Gerüchte sein können. Du verhältst dich als wärst du zwanzig Jahre älter als ich. Von Spaß hast du wohl noch nie gehört." Pan verschränkte seine Arme und funkelte mich an. 
"Halt lieber den Mund, du Zwerg", fauche ich. "Geh doch und hab Spaß ohne deine Rolle!"
"Hey!", ertönte plötzlich eine dritte Stimme. Ich sah auf. 
"Was willst du Esmeralda? Misch dich doch nicht immer ein?" Peter Pan schien so ziemlich jede Person nicht leiden zu können. 
"Habt ihr nichts zu tun?" Esmeralda sah uns streng an. "Wisst ihr, es gibt hier Leute, denen das Theaterstück wichtig ist. Also strengt euch bitte an. Und wenn ihr nicht zusammen arbeiten wollt, dann suchst du dir, James, bitte jemand anderen, der dir deine Rolle erklären kann."
"Aber...", wollte Pan schon wieder loszetern, als Esmeralda ihm ihr Theaterskript über den Kopf zog.

Unweigerlich musste ich grinsen. Sofort schlug sie mich mit dem Skript. 
"Lasst die Streitereien", sagte sie deutlich, "Peter, rede doch nochmal mit Genie, vielleicht gibt es ja noch irgendeine Aufgabe für dich. Und James, du kommst mit mir, sonst wird das nichts."
Pan zog beleidigt ab, nicht ohne sich vorher nochmal zu beschweren und ich konnte meine Schadenfreude nur schwer verbergen. Esmeralda schnalzte missbilligend und bedeutet mir dann, ihr zu folgen. Ich verdrehte die Augen, ging ihr dann aber hinterher. Irgendwie musste ich dieses Theater ja rumkriegen. 

Hogwarts-A New Year BeginsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt