Kapitel 17

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“Du hast eine der grundlegendsten Regeln hier gebrochen, du hast das Rudel verraten. Das ist die eine Sache, für mich persönlich ist allerdings viel schlimmer, dass du mein Vertrauen erschlichen hast und das was ich dir im Geheimen anvertraut habe, einfach an dein altes Rudel weitergegeben hast”
“Wie? Ich habe doch gar nichts gemacht”, verteidige ich mich.
“Lüg mich nicht an”, schreit sie wütend und ihre Augen glitzern feucht.
“Ella! Du musst mir glauben ich habe niemandem davon erzählt, ich war nichtmal annähernd
an der Landesgrenze, frag Rae oder Vince, ich war immer hier”
“Das habe ich bereits, aber abends warst du stets alleine”, schimpft sie, “Ich hätte niemals erwartet, dass du ein feindlicher Spion bist, aber eines muss man dir lassen du bist echt gut darin Leuten was vorzuspielen! Echt schlau von dir einen auf armen Kerl zu machen, ihr wusstet wahrscheinlich, dass ich dir damit sofort verfallen würde oder?”, krächzt sie unter Tränen.
“Ella, beruhige dich! Nichts davon stimmt, ich bin kein Spion und alles was zwischen uns passiert ist war echt”, rede ich auf sie ein, “Ella, ich hab mich verdammt nochmal in dich verliebt”
“Hör auf!”, brüllt sie und weint bitterlich, “Ich will deine Lügen nicht weiter hören”
“Aber ich lüge nicht!”
“Ach nein? Wieso war dann gerade eben der Rudelführer der Lightwood-Leoparden hier und meinte ein Asiate mit Tattoos hat ihm erzählt, dass wir ihn übers Ohr hauen wollen?! Genau das was ich dir erzählt habe!”
“Das muss ein Irrtum sein, ich hab seit Jahren mit niemandem aus dem alten Rudel gesprochen”
Sie schüttelt enttäuscht den Kopf und verschwindet. Ein Jäger kommt herein und befestigt eine Kette an meiner Halsmanschette und führt mich in ein Gebäude, ein Stück entfernt vom Zentrum des Rudels. Es ist ein gemauerter Würfel mit Gitterstäben vor den Fenstern und einer massiven Eisentüre. Ohne ein Wort schubst er mich hinein, macht die Kette ab und schließt die Tür hinter sich.

***

“Du hattest recht”, gebe ich enttäuscht zu und sehe Alexej in die Augen.
“Ich habe ihm von Anfang an nicht vertraut, er kam mir eigenartig vor”, antwortet er und nimmt mich in den Arm.
“Wie konnte ich nur auf diesen Mistkerl reinfallen?”
“Du warst geblendet von seinem Aussehen und seiner Art. Es musste so kommen”
“Ella? Ich habe das Rudel informiert, morgen Mittag versammeln sich alle und du kannst das Urteil sprechen”, unterbricht uns Kiko und reicht mir eine Akte.
Ich nicke dankend und schlage die erste Seite auf. Ein Steckbrief von Julien, sein Foto zu sehen tut weh. Wie konnte er mir das nur antun. Die nächste Seite zeigt die Geschichte wie er zu uns kam gefolgt von den Krankenberichten über seine Verletzung. Ich frage mich wie krank jemand sein muss sich selbst beinahe zu töten nur um von uns gefunden zu werden. Als letzte Seite befindet sich in der Akte seine Strafakte und das Urteil.

Das gesamte Rudel hat sich versammelt und wartet auf die Urteilsverkündung. Ich postiere
mich mit Alex und seinem Bruder, die jeweils links und rechts von mir stehen, hinter dem Podium und begrüße als erstes das Rudel.

Der schwarze LeopardWo Geschichten leben. Entdecke jetzt