Kapitel 26

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Ich nicke und folge ihr zum Podium wo der Tiger gerade seinen Satz zu ende spricht. Alle blicken mich gespannt an und vielen merke ich an, dass sie mich immer noch nicht mögen. Sie spricht zum Rudel und dreht sich schließlich zu mir um.
“Im Namen des Heartland-Rudels entschuldige ich mich bei Ihnen und darf Sie herzlichst zurück begrüßen, Sie sind nun offiziell wieder ein Mitglied unserer Familie”, sagt sie und reicht mir ihre Hand.
Ich schüttle sie und schon werde ich in eine Umarmung gezogen, während das Rudel applaudiert. Ich gehe zu den anderen, Bao und John schließen mich in den Arm und wuscheln mir durch die Haare, dann kommt Kiko auf mich zu und gibt mir ein Küsschen auf die Wange.
“Willkommen zurück kleiner”, grinst Vince und nimmt mich in den Schwitzkasten.
Vom Podium aus grinst mich Ella an, doch dann verdüstert sich ihre Mine. Sie spricht das Urteil von Alex aus.
“Er wird angeklagt des Hochverrats und des versuchten Mordes am Rudelführer, es bedarf in diesem Fall der Höchststrafe”, spricht sie emotionslos.
Ich habe die Wahl, dass ich mich ihm zuvor im Duell gegenüberstelle oder die Jäger bestrafen ihn und werfen ihn anschließend aus dem Territorium. Ich entscheide mich für das zweite, jedoch möchte ich dabei sein wenn es soweit ist.
Am Abend gehe ich gemeinsam mit den Jägern und Ella zu dem Gefängnis in dem auch ich meine Strafe abwarten musste. Sie holen ihn heraus und binden ihn wie einen Straßenköter an einen Haken im Boden. Verwundert sehe ich Ella an die nur eiskalt das Geschehen betrachtet. Alle Jäger verwandeln sich und wie tollwütige Bestien springen sie auf Alex zu und schnappen nach ihm.
“Julien es ist besser wenn du jetzt gehst”, befiehlt Ella kühl, “John und Bao begleiten dich zurück”

***

Nachdem Julien und die anderen weit genug entfernt sind, befehle ich den Jägern aufzuhören. Alle treten ein paar Schritte zurück und ich sehe Alex an der schwer verletzt am Boden liegt.
“Das war es also was du wolltest? So zu enden wie dein Vater?”, möchte ich wissen.
Er grinst mit blutverschmierten Zähnen und spuckt mit letzter Kraft auf meine Schuhe. Die Jäger wollen schon wieder auf ihn los springen doch ich halte sie mit einer einfachen Handbewegung zurück. Ich gehe einmal rund um ihn, es stinkt nach seinem Blut.
“Was ist los Kätzchen worauf wartest du? Bei meinem Vater hast du nicht so gezögert”, provoziert er mich.
“Weißt du, ich will es dieses mal genießen”, antworte ich gelassen und blicke auf meine Fingernägel die sich langsam zu Krallen formen.
Ich beuge mich zu ihm runter und nehme mit einer Hand seinen Kiefer und strecke ihn hoch sodass er mir in die Augen sieht.
“Für Julien”, flüstere ich und fletsche die Zähne.
Blitzschnell schneiden sich meine Krallen durch seine Kehle und nach wenigen Sekunden sackt er leblos in sich zusammen. Ich drehe mich zu meinen Jägern um die allesamt den Blick auf den Boden senken.
“Bringt ihn weg”, befehle ich ihnen und drehe mich nicht mehr um während ich nach Hause gehe.
Auf halbem Weg rennt mir Julien entgegen und Bao hinterher.
“Tut mir leid Ella ich konnte ihn nicht aufhalten”, keucht Bao.
“Schon gut”, nicke ich und sehe in Juliens warme braune Augen.
“Du hast ihn getötet nicht wahr?”, murmelt er, umfasst mein Gesicht mit beiden Händen und sieht auf meine Lippen.
Das Blut an meinen Händen tropft immer noch von meinen Fingern also nicke ich leicht.
“Du bist die schönste, klügste und beste Rudelführerin die es gibt, ich liebe dich”, flüstert er und küsst mich tröstlich.
Zurück in meinem Büro öffne ich die Akte von Alexej Lightwood mit der Hand schreibe ich das heutige Datum auf die Zeile neben dem Wort ‘gestorben’, danach schließe den Hefter.
“Dieses Kapitel ist nun endgültig vorbei”, flüstere ich leise zu mir selbst.

ENDE.

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Der schwarze LeopardWo Geschichten leben. Entdecke jetzt