Ich sitze bei mir auf der Couch und denke an Mike. An unseren Kuss.
Ich fühle mich komplett ausgebrannt. Ohne ihn. Ohne seine Musik. Ohne seine Stimme.
Deshalb habe ich beschlossen auf sein Konzert gehen. Auch wenn ich nicht in seine Nähe darf, möchte ich die Stimmung um ihn herum spüren. Ich weiß, dass ist total irrsinnig doch ich kann einfach nicht anders.
Ich muss.
Ich muss ihn treffen.
Aus meinen Schrank hole ich mir ein schwarzes Kleid. Dann rufe ich Marleen an. „Hey Kate." „Hallo, Marleen. Mal ne ganz dumme Frage, gehst du heute auf das Konzert von Ben?" „Hmm. Naja, ich hatte schon vor zu kommen. Warum?" „Ich würde gern dabei sein. Meinst du es wäre möglich eine Karte zu Kaufen, obwohl ausverkauft ist?" „Du willst eine Karte von ihnen kaufen die nicht existiert?" Marleen lacht. „Warum fragst du nicht Mike ob er dich auf die Gästeliste schreibt?" „Ich möchte nicht, das er weiß das ich da bin. Eigentlich wäre es mir auch wichtig ihn nicht zu sehen. Aber ich wurde gerne ausgehen." Ich höre Marleen einmal tief durchatmen. „Ich frage nach einen Ticket für dich." „Bitte sag nicht, dass es für mich ist." „Na gut. Kate. Treffen wir uns?" Zögernd antworte ich: „Ich weiß nicht." „Okay. Tschüss!" „Mach's gut, Marleen?" Damit legt sie auf. Eine halbe Stunde später, bekomme ich ein Ticket von Marleen.
Ich setzte mich ins Auto und fahre zum Konzert. An der Halle angekommen, stelle ich mich wie alle Besucher an den Eingang und warte bis wir herein gelassen werden.
Als der Security Mann mein Ticket abstempelt schaut er nach oben. Verwundert zieht er seine Augenbrauen nach oben. „Sie hier?!" Ich nicke nur kurz. Dann schreite ich in die Haale. Heute bin ich mittendrin.
Eine Vorband beginnt zu spielen. Dann steigt Mike auf die Bühne und rockt das Konzert. Die Menschen lieben seine Musik. In der Pause schreibt mir Marleen eine What'sapp: Wollen wir uns treffen?
Ich: Ja. Wo?
Marleen: Eingang C. Okay?
Ich: Klar!
Ich dränge mich durch die Menschenmenge bis ich endlich Marleen entdecke.
Sie kommt auf mich zu und umarmt mich. „Und wie ist es so in Mitten der Menschen?" ,fragt sie mich lachend. „Echt cool. Die Leute sind so gut drauf." Wieder lacht sie. „Ja. Das glaube ich. Sie lieben das neue Album. Es ist wirklich gut geworden, findest du nicht auch?" „Oh doch." Marleen schüttelt den Kopf. „Ich weiß gar nicht wie Mike auf die ganzen Liedtexte gekommen ist."
Es tut mir weh, aber ich lüge Marleen wieder an: „Ich auch nicht." Schwer schlucke ich und denke an die Texte, die für Louisa sind.
Der Ton erklingt, dass die Pause in 5 Minuten endet ertönt. „Komm Kate!" Marleen nimmt mich an der Hand und schleppt mich hinter sich her. Habe nur ich das Gefühl oder zieht mich im Moment jede Person hinter sich her? Das nervt. Ich kann meine eigenen Entscheidungen treffen.
Marleen drängt sich durch die Menge, sodass wir recht weit vorne stehen, aber in der Menge sind. „Übrigens echt schönes Kleid." „Danke Marleen." Das Konzert geht weiter. Ich starre die ganze Zeit Mike an. Ich denke an den atemberaubenden Kuss von letzte Woche, wie er das Feuer in mir entflammt hat. Die Zeit rauscht an mir vorbei und bald ist das Konzert zu Ende.
Marleen nimmt mich wieder an den Arm. Während die Leute nach draußen gehen schreit sie mir zu: „Wie wärs wenn wir noch einen Trinken gehen?" „Können wir machen! Aber nur zu zweit!" „Super, ich sag noch schnell Ben Bescheid." „Ich gehe schon mal zu meinen Auto."
Nach ein paar Minuten kommt Marleen wieder. Wir fahren zu unserer alten Lieblingsbar. Ich bestelle mir Bitterlemon. Wir hocken uns auf die Sitze an der Bar. Marleen und ich reden schon eine Weile miteinander. Sie erzählt mir von ihren Vater und ihrer Mutter, welche Vorwürfe sie sich macht, dass sie ihnen so wenig hilft. Marleen sagt auch, das Ben sie ja versteht, aber sich nicht traut ihm mit ihren Problemen zu nerven. Sie vertraut ihn, möchte ihn aber nicht zur Last fallen. Außerdem meint sie, das sie sich sorgen um Lyka, ihren Hund macht. Sie hat Angst, dass sie sich nicht genug um sie kümmert, seid sie Ben hat. Marleen spricht gerade als ich bekannte Stimmen höre. Auch Marleen dreht sich um und grinst. Sie fängt an zu lachen.
„Was machen die Beiden hier? Ich hab doch zu Ben gesagt, dass wir in unsere Lieblingsbar gehen und er meinte, er geht mit Mike in seine Lieblingsbar!" Nicht nur Ben sondern auch Mike ist in der Bar. Ich will mich noch hinter meinen Glas Bitterlemon verstecken, doch da haben die beiden uns schon bemerkt. Ben kommt erfreut auf uns zu. „Hey Murmel! Eure Lieblingsbar? Warum haben wir uns hier nie getroffen?" Marleen antwortet: „Keine Ahnung, Schatz!" Währenddessen starre sich Mike an, ich kann es nicht verhindern. Dieser schaut immer in eine andere Richtung. Ben frägt mich: „Und hat dir das Konzert gefallen, Kate?"
Ich räuspere mich: „Mhm... Äh! Ja... Natürlich. Ihr seid mega gut." Plötzlich schaut auch Mike auf. Seine Laune ist gesunken. Langsam spricht er: „Du warst heute auch beim Konzert?"
Marleen bejaht für mich. Mike's Blick wird noch wütender. „Kate können wir ganz kurz reden." Die anderen beiden sehen so überrascht aus, wie ich es bin. „Okay..."
Mike nimmt mich an der Hand. Sein Griff wird immer stärker. Wir verlassen die Bar.
Als wir etwas abseits stehen, lässt er meinen Arm los. „Du warst auf meinen Konzert!" „Ja..." „Habe ich dir nicht gesagt, dass du von den Konzerten weg bleiben sollst." „Doch aber..."
„Aber was!? Ich hatte nein gesagt!" „Ich... Ich!" Wie kann Mike so kalt sein? In meinen Augen sammeln sich langsam Tränen. „Ich wollte dich sehen. Ich wollte deiner Musik zu hören." Mikes Miene verdunkelt sich noch mehr. „Dein Scheiß Ernst!? Dann hänge dir ein Poster von mir auf und meine Musik kannst du dir in Internet anhören. Aber komm nie wieder, hörst du, nie wieder auf ein Konzert von mir." Eine Träne rollt meine Wange runter. „Ja. Na gut! Okay?" „Nichts ist okay. Ich verstehe nicht, wie ich dich lieben konnte. Wie konnte ich nur? Du.. Du bist eine Mörderin."
Verzweifelt schluchze ich. „Ich bin keine Mörderin." „Ich wünschte, dass du wieder stumm wärst. Das du endlich wieder deine verdammte Klappe hältst." Ich will etwas antworten, doch ich kann nicht. Stattdessen ergreife ich die Flucht. Ich beginne zu laufen. Ich renne schneller als ich es je getan habe. Fliehe vor der Wahrheit.
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Vielleicht spreche ich...
RomanceIch, Kate, spreche seit Jahren nicht mehr und ich habe auch nicht vor es wieder zu tun. Es war ein Fehler, dass ich überhaupt sprechen konnte. Damit habe ich alles zerstört. Ich, Mike, verdiene mein Geld mit meiner Stimme. Im Moment bin ich auf Tour...
