Auf meine Gesundheit trinke nur mit den Augen, oder wenn du willst, berühre mit deinen Lippen den Becher, fülle ihn mit Küssen und reiche ihn an mich weiter.
-Flavius Philostratos (griechischer Sophist)
Meine Tochter liegt in Ihrem Bett. Sie schläft selenruhig und Lothar liegt neben Ihr, um ihm herum haben wir eine Wand aus Kissen und decken platziert. Cailey hat nur ein paar blaue Flecken und etliche Kratzer. Ich habe sie wohl zehnmal nach irgendwelchen schmerzen gefragt, mir ihre Haut angesehen und sie mit küssen überhäuft. Meine kleine Tochter hat nur geweint und sich entschuldigt. Sie hat immer wieder versprochen, nicht mehr so weit weg zu laufen, nie wieder die Regeln zu brechen und nie wieder verstecken zu spielen.
»Paige, sie schläft. Wecke sie doch bitte nicht auf.«, meint Sergio leise als er das Zimmer der Kinder betritt. Seine blonden Haare sind noch nass von der Dusche und er trägt kein T-Shirt. Ein feuchtes Handtuch hängt um seinen Schultern. »Du kannst duschen. Ich erkundige mich mal nach unserem neuen Rudelmitglied. Er wollte sich nicht von dem Jungen trennen. Kannst du vielleicht ein paar von Caileys und Lothars Kleidung abgeben? Die Kinder müssen nicht unbedingt in Krankenhauskleidung und alten T-Shirts herum laufen. Die Sachen von Lothar und Cailey sind neu und wir können neue kaufen.«
»Paige? Hast du mich gehört?«, erkundigt mein Gefährte sich noch einmal, berührt mich an der Schulter und dreht mich dann zu sich um. Traurig lächelt er mich an, die Saphirblauen Augen sehen mich mitleidig an. Langsam beugt Sergio sich vor und küsst mich auf der Stirn dabei sieht er mir in die Augen. »Sie ist in Sicherheit. Cailey kann dieses Haus nicht verlassen, ohne das es jemand bemerkt und du Lian möchte, dass das Haus verkabelt wird und auch das Territorium selber. Paige? Was ist denn?«
»Ich hätte meine Tochter verloren können. Sie hätte sterben können. Ich hätte mein Spätzchen verloren und, und was jetzt? Ich kann sie doch nicht aus den Augen lassen. Ich kann nicht! Was ist wenn sie aufwacht und Angst hat? Was wenn sie Albträume von diesem Jungen hat? Was wenn sie glaubt, ich hätte sie verlassen?«, meine ich und bin den tränen nah.
»Paige, wir können ein Nachtlicht anlassen und ihr Zimmer ist gegenüber von unserem. Du solltest dich duschen und dir dann einen Tee machen. Cailey wird nichts passieren, Charlie hat ein zweites Babyfon besorgt und das können wir auch anschließen. Das erste ist schon angeschlossen und steht unten.«, beschwichtigt Sergio meine Ängste. Vorsichtig dirigiert er mich aus dem Zimmer und schließt leise die Tür hinter sich. »Soll ich jemanden Bescheid sagen, dass du gerne Gesellschaft hättest?«
»Nein, ich schaffe das.«, murmel ich leise und betrete unser Schlafzimmer. Ich schließe die Tür, schließe Sergio aus und lasse mich dagegen sacken. Tränen laufen über meine Wangen, ich unterdrücke mein Schluchzen. Meine Tochter ist wieder bei mir und dieser Junge hat sie auch noch befreit.
Lorcan.
Cailey hat Ihn bestimmt schon in Ihr Herz geschlossen. Sie hat ein riesiges Herz, so wie jede fünfjährige. Mein Spätzchen schläft, sie ist wieder bei mir. Ich sollte das machen was Sergio gesagt hat. Duschen, damit ich mir meine sorgen abwaschen kann und einen Tee machen, um meine Nerven zu beruhigen.
»Was suchst du?«, erkundigt sich eine Stimme hinter mich. Über meine Schulter sehe ich wie Ellias die Küche betritt. Seine braunen Augen sehen mich genauso mitleidig an, wie die von Sergio mich angesehen haben. Werden alle mir jetzt ihr Mitleid zeigen? So kann ich doch nie meine sorgen loswerden. Ich möchte nicht unbedingt daran erinnert werden.
»Teebeutel und Honig.«, erwidere ich auf seine Frage und sehe mich im nächsten Küchenschränkchen um.
»Links über der Spüle sind die Beutel.«, gibt Ellias Preis. Die haben wirklich jede Sorte an Tee. »Und Honig ist beim Aufstrich.«, fügt der blondhaarige hinzu bevor er sich an die Küchentheke lehnt.
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Rudelfamilie
Kurt AdamSie wurde verraten, benutzt und verlassen. Er seht sich nichts mehr, als eine eigene Familie. Sie fühlt sich alleine und möchte dennoch keinen Partner. Er will Sie vor seiner Welt beschützen und Sie trotzdem für sich gewinnen. Beide wollen das glei...
