TWENTY-EIGHT

16 1 0
                                        

Enttäuschung, der Moment, wenn die Hoffnung oder Erwartung, die nicht erfüllt wurde, als unangenehmes Gefühl in dir hochkommt. Genau dieses Gefühl begleitet mich seit Tagen. Ich war so enttäuscht, so sauer und so niedergeschlagen, nachdem mir Harry ins Gesicht gesagt hatte, wie er sich unsere Zukunft vorstellt, oder sollte ich sagen die nicht vorhandene Zukunft vorstellt.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass er genau wusste, wie es mir geht, doch trotzdem hatte er es nicht eingesehen sich zu melden, nachdem ich völlig aufgelöst und überfordert, seine Haustür hinter mir zuzog und das Haus verließ. Das Ganze war nun bereits eine Woche her und er hatte sich tatsächlich nicht mehr gemeldet.

Und wenn ich sage er hat sich nicht gemeldet, dann meine ich es auch so. Eigentlich würden wir heute gemeinsam nach New York fliegen, aber er hatte sich nicht einmal diesbezüglich gemeldet, ich schien ihn einfach nicht mehr zu interessieren.

Ich hatte meine letzten Sachen in die Handtasche gepackt und machte mich auf dem Weg zum Flughafen. Mir ging es seit der ganzen Sache nicht besonders gut, weshalb ich mich hinter meiner Sonnenbrille und meinen großen Hoodie versteckt hatte, um durch den Flughafen zu laufen. Es war für mich so unbeschreiblich, dass Harry eine solche Ansicht vertritt. Eine Ansicht, die ich niemals so akzeptieren könnte....

Für die ersten paar Tage hatte ich ja noch die Hoffnung das er mich anrufen würde, sich entschuldigen und mir wenigstens einen schritt entgegenkommen würde, aber nein. Nichts hatte er getan.

Ich war noch völlig in Gedanken, stopfte meine Kopfhörer weiter ins Ohr und ging Richtung Sicherheitskontrolle, als ich plötzlich einen mir bekannten Mann vor mir sah.

Vor mir stand Harry, ebenfalls in einem etwas weiteren Hoodie und mit seinem Handgepäck in der Hand, als ich bei ihm angekommen war, konnte man mir meine Verwirrung wahrscheinlich deutlich ansehen.

Harry?

Sein Körper drehte sich in meine Richtung und er sah zu mir runter, sein Blick schien als wäre alles wie immer.

Du bist hier?

Haben wir doch gesagt?

Willst du mich verarschen, Tuh jetzt nicht so als wäre es das normalste auf der Welt. Du hast dich seit Tagen nicht bei mir gemeldet...

Ich musste halt arbeiten...

Du hast mir nicht ein einziges Mal geschrieben...

Zwischenzeitlich waren wir auch durch den Sicherheitscheck gekommen und gingen Richtung Flieger, doch unsere Unterhaltung war für keinen Moment gestoppt. Für Außenstehende sahen wir wahrscheinlich aus wie ein seit 10 Jahre altes Ehepaar mit ihren täglichen Diskussionen, schön das es vielleicht Menschen gibt, die noch so hoffnungsvoll denken.

Du hast dich doch genauso wenig gemeldet, mach jetzt nicht auf scheinheilig...

Arschloch. Er ist echt ein Arschloch... Ich setzte mich ohne zu antworten auf meinen Platz und schaute auf mein Handy, eigentlich hasste ich es aufs Handy zu schauen, wenn ich was mit Harry machte, doch nun war es eher wie die letzte große Rettung und ich fokussiere mich größtenteils darauf.

Genauso verlief dann der ganze Flug und wir haben nicht ein einziges Wort miteinander gewechselt, dafür hätte er sich dann nicht seine geliebte Arbeitszeit freischaufeln müssen, dann hätte er auch ruhig zu Hause bleiben können. Entschuldigung, in seinem Haus bleiben können.

Als wir gelandet waren, stand er auf, ging an mir vorbei und stieg aus. Nicht ein weniges Wort kam über seine Lippen, nicht für einen Moment hörte er mit diesem kindischen scheiß auf. Dann hatte ich ihn für einige Augenblicke aus den Augen verloren, doch fand ihn dann am Kofferband, wo er gerade seinen Koffer nahm und meinem hinterher sah, da er gerade an ihm vorbeifuhr.

Mit jeder kleinen Aktion konnte ich spüren wie die Wut in mir hochstieg und mein Hass noch größer wurde. Ich jagte dann noch schnell meinem Koffer nach, als ich dann indirekt mit ihm nach draußen ging, wo er tatsächlich die Stille unterbrach.

Hast du ein Fahrer?

Ich nickte kurz, drehte mich zu ihm und erklärte ihm so kurz und knapp wie möglich, dass der Fahrer in 5min hier sein würde. Dann warteten wir auf den Fahrer, hatten eine gruslige Distanz zwischen uns und schauten planlos durch die Gegend, als der Fahrer angekommen war, nahm Harry beide Koffer um diese in den Kofferraum zu legen.

Du.. du musst das nicht... ich kann... ich kann das sonst auch machen...

Er sagte nichts, schmiss einfach beide Koffer in den Kofferraum und setzte sich in den kleinen schwarzen Van. Wenn das ganze so weitergeht, dann platze ich glaube ich, denn ich halte das ganze einfach nicht mehr aus. Wie ist es denn möglich, dass ihm etwas so scheiß egal sein kann, findet er diese ganze Situation nicht auch unangenehm? Oder ist unsere Beziehung für ihn schon gestorben?

Restart  -Harry Styles FanfictionGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt