Vorsichtig hob ich meinen Kopf, sah ihm in die Augen und schüttelte ihn sanft, bevor ich dann stark zu Weinen begann. Harry schien tatsächlich erleichtert zu sein, was mir einerseits bestätigt hatte das Richtige getan zu haben, auf der anderen Seite einfach nur schmerzhaft war.
Was ist denn dann los?
Mein Blick richtete sich langsam auf meine Finger, mit denen ich nun etwas verzweifelt gespielt hatte, da ich nicht wusste, was ich tun sollte. Doch dann wurde mir der Druck zu groß, weshalb es einfach so aus mir heraussprudelte.
Kurz nachdem du mich verlassen hattest... Ich war schwanger... aber ich hatte solche Angst..
Und was ist mit dem Kind?
wieder diese monotone Stimme, diese kühle Art.
Ich hatte Angst, du hattest mich verlassen und ich dachte, ich könnte das niemals alleine...
Chantal, wo ist das Kind?
Meine Tränen veranstalteten ein Wettrennen auf meinen Wangen und mein schluchzen wurde immer lauter, da Harry eine wirklich seltsame Art vorwies und ich mich langsam echt unwohl fühlte.
Ich habe mich dagegen entschieden, es war noch so am Anfang der Schwangerschaft...
Okey.
Sagte er kurz und knapp, inzwischen hatte er tatsächlich eine gewisse Distanz und sah mir dabei zu, wie ich mich ausheulte.
Und ich dachte, es wäre richtig, nachdem ich dich dann vor Kurzem nach Kindern gefragt hatte, meintest du ja auch, dass es zu früh wäre, aber...... ich glaube, es war die falsche Entscheidung. Ich kann nicht aufhören, daran zu denken, und träume so oft davon...
Weil du es abgetrieben hast?
Seine Stimme war immer noch so kalt, wodurch ich nach meinem kurzen Nicken wieder völlig zu weinen begann.
Hey, du brauchst deshalb nicht zu weinen...
Doch Harry, ich hab es umgebracht..
Hast du nicht...
Doch genau das habe ich getan...
Du weißt doch nicht mal, ob es überlebt hätte...
Ich habe ihm keine Chance gegeben, nicht einmal die Chance zu Überleben.... Stattdessen habe ich es getötet, weil ich dachte, ich könnte das nicht...
Ich fing bitterlich an zu weinen und konnte Harry nicht mehr sehen, seine gleichgültige und ruhige Art hatte mich irgendwie noch viel mehr verunsichert und somit hatte ich beschlossen, aufzustehen und zu gehen. Also verließ ich das Zimmer, machte mir in der Küche einen Chai Latte und setzte mich draußen auf die Hollywood-Schaukel, um etwas durchzuatmen. Schon so lange halte ich mir das Ganze vor und hatte das Gefühl, dass es mich von innen zerfrisst, doch nun wo ich drüber gesprochen habe, fühlt es sich nicht besser an.
Einige Zeit war vergangen, meine inzwischen leere Tasse hatte ich zur Seite gestellt und sah schniefend auf das Meer, bis plötzlich leise Schritte zu hören waren, die immer näher kamen. Ich brauchte nicht hinzusehen, löste meinen Blick nicht vom Meer und war still, wusste aber genau, dass es sich bei der Person um Harry handelt. Er setzte sich sanft neben mich, richtete wie im Augenwinkel erkennbar, seinen Blick auf mich und wartete auf eine Reaktion meinerseits. Ich brauchte zwar noch einige Momente, drehte dann aber meinen Kopf zu ihm.
Hey Babe...
Hey...
antwortete ich und zog noch einmal meine Nase nach oben.
Komm mal her...
Sagte er beruhigend und wartete, dass ich mich in seinen Arm legte, was auch nach kurzer Zeit passierte. Nun lag ich da, hatte meinen Blick wieder aufs Meer gerichtet, während Harry sanft über meinen Kopf strich und für mich da war. Eigentlich war er nicht die richtige Person, die mich trösten könnte, da auch er derjenige ist, der mir den Kinderwunsch nicht erfüllt, doch seine Nähe tat mir tendenziell immer gut und war auch gerade die beste Alternative.
Es tut so weh, ich habe ihm diese eine Chance genommen... nur weil ich zu feige war.
Babe, es hätte doch sowieso sterben können und abgesehen davon wärst du eine gute Mama...
Nach diesem Spruch hatte ich mich dann von ihm gelöst und rutschte etwas von ihm weg, um etwas Abstand zu haben. Mein Blick war nun auf den Boden gerichtet und ich versuchte mit aller Kraft nicht zu weinen.
Darum geht es nicht, es hätte auch überleben können, ein toller Mensch werden können, aber stattdessen habe ich mich dagegen entschieden und aus dem Moment gehandelt ohne richtig darüber nachzudenken....
Manchmal macht man Fehler, habe ich doch auch schon..
Du wärst doch sowieso gegen das Kind gewesen, ich kenne dich doch... Sind Kinder für deine nähere Zukunft nicht denkbar..?
Doch sind sie...
Bei unserem letzten Gespräch meinst du, dass dir deine Karriere vorgeht, ich verstehe einfach nicht, wann dein Privatleben die Priorität hat...
Es ging mir dabei tatsächlich um so viel mehr, als nur das Kind. Es war auch das wir noch zwei getrennte Wohnungen haben, oder er nicht den Anschein macht mich heiraten zu wollen, dies ist wie ein direkter Stich ins Herz und sorgt für ein beengendes Gefühl, welches nicht von meiner Seite weicht.
Na ja, gerade läuft es so gut und ich bin doch noch jung...
Ich hasse ihn, eigentlich hasse ich ihn für seine Einstellung, doch leider liebe ich ihn auch, weshalb ich dummes kleines Mädchen auch jedes Mal versuche, es nachzuvollziehen und ihm in solchen Diskussionen recht gebe. Es ist natürlich auch seine Entscheidung und unsere Zukunft sollte gemeinsam beschlossen werden, doch leider wird er mir nie einen Schritt entgegenkommen und nur für sich Handeln. Seine Karriere geht ihm vor, sie steht nun mal über mir...
Ich liebe dich doch...
Hörte ich ihn sagen und schon spürte ich seinen Arm, welchen er um mich legte. Ich drehte meinen Kopf zu ihm und versuchte, etwas zu schmunzeln, was durch die momentane Situation auch eher aufgesetzt war. Nach einiger Zeit versuchte ich mich zu beruhigen, fuhr mit einem Finger seine Tattoos nach und hörte dem Meeresrauschen zu. Einer seiner Finger begab sich dann zu meinem Kinn, hob dieses an und ohne überhaupt regieren zu können, spürte ich seine Lippen auf meinen. Sein Kuss war verlangend und er zog mich sofort auf sich. Meine Gedanken waren immer noch in unserem Gespräch, doch um ihn nicht zu enttäuschen, spielte ich das Ganze einfach mit auch wenn mir gerade definitiv nicht danach war. Irgendwann hob er mich hoch und trug mich ins Bett, wo ich mich tatsächlich eher wie ein Gegenstand fühlte, wie sein Spielzeug, und nicht seine Freundin.
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Restart -Harry Styles Fanfiction
Hayran KurguAlles von vorne. Vielleicht ist genau dies das Einzige, was Channy und Harry wirklich brauchen, um den richtigen Weg einzuschlagen. Inwiefern ist es den beiden überhaupt noch möglich, eine Beziehung zu führen? Können die beiden glücklich werden, ohn...