Kapitel 2

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Es kam mir vor, als würde er mit seinen Augen tief in meine Seele starren, und ich verlor mich fast in seinem Blick. Doch noch bevor ich weiter träumen konnte, riss mich Alby aus meinem Traum. „Du bist bestimmt hungrig?", fragte er so bewusst, als ob er Gedanken lesen könnte. Ich wusste nicht wie ich es schaffte, zu verbergen wie verwirrt ich überhaupt war. Zumal ich mich an nichts erinnern konnte. Ich wusste nicht einmal wie ich aussah oder wo ich bin und wie ich her kam. Trotzdem antwortete ich ihm: „Ja, aber ich habe ein paar Fragen." „Die stellst du an Newt. Er wird dich herumführen und dir alles zeigen.", er nickte zu dem Jungen mit den kastanienbraunen Augen und dem dunkelblondem Haar. „Newt?", fragte ich nach. Newt nickte. „Komm, ich zeig dir wo alles so ist, Frischling.", er grinste. „Frischling?", hakte ich nach. „So nennen wir die Neuen. Schließlich weiß man seinen richtigen Namen erst nach 2-3 Tagen wieder." „Die Neuen?" „Ja, jeden Monat kommt mit der Box da ein Neuer hoch. Diesmal warst du's. Allerdings hast du bestimmt schon gemerkt, dass du das erste Mädchen hier bist. Das ist natürlich seltsam." Newt wirkte plötzlich nachdenklich. „Grace, mein Name ist Grace." „Du erinnerst dich?", Newt stockte. „Ja... aber, das ist dann auch das Einzige was ich noch weiß.", ich seufzte. „Na dann komm, Grace."
Ich folgte ihm über den Platz. „Das hier ist dein neues Zuhause. Das ist eine Lichtung begrenzt durch riesige Mauern.", er deutete nach links, wo man mindestens 20m hohe Steinmauern, bewachsen von Kletterpflanzen, sehen konnte. Mir klappte der Mund auf. „Du siehst den Spalt dazwischen?" Ich suchte nach etwas, das er „Spalt" nannte wobei ich nur eine riesige Lücke zwischen den Mauern bemerkte. Ohne darauf zu achten, ob ich nickte erzählte er weiter. „Das ist der Eingang zum Labyrinth.", erzählte er ganz entspannt. „Zum was!?", mir stockte fast der Atem. „Zum Labyrinth. Hör zu. Dort dürfen nur wir Läufer rein. Minho und ich." „Warum?" „Das Labyrinth ist extrem gefährlich. Nur die schnellsten, sind die Läufer. Minho macht das schon ewig und er kennt das Labyrinth in und auswendig. Die Wände schließen sich nämlich ab und an. Dieser Spalt dort öffnet sich Punkt 7 Uhr morgens. Genau dann rennen wir ins Labyrinth." „Wenn es sich öffnet,... dann muss es sich ja auch wieder schließen.", stellte ich fest. „Gut erkannt. Es schließt sich Punkt 7 Uhr abends. Es nimmt keine Rücksicht auf uns, wenn du also zu spät zurückkehrst, musst du die Nacht im Labyrinth verbringen, und das hat bisher keiner geschafft.", er wirkte bedrückt. „Was ist so schlimm eine Nacht im Labyrinth zu verbringen?", fragte ich vorsichtig. „Du wirst von den Grievern getötet." „Was sind das für Wesen?" „Niemand der sie bis jetzt gesehen hat, hat die Begegnung überlebt. Sie sind aber nur nachts aktiv. Noch Fragen zum Labyrinth?" Eigentlich hatte ich noch einen ziemlichen Haufen an Fragen, aber irgendwie konnte ich Newt ansehen, dass er nicht gern über das Labyrinth sprach. Den restlichen Nachmittag verbrachte ich auf der Lichtung und schaute mir alles an. Als ich gerade in der Kantine saß, und etwas Kuchenähnliches aß, das Frypan, der in der Küche arbeitete, mir gegeben hatte, kamen Alby, Newt und noch zwei andere Jungs auf mich zu. Der eine war Asiate. Er hatte einen stabilen Körperbau und rabenschwarze Haare aber sah sehr freundlich aus. Der andere war ebenso ziemlich groß, hatte braune Haare und guckte irgendwie streng oder gestresst, das konnte ich nicht genau sagen. „Schmeckts, Grace?", fragte Alby freundlich. Ich mochte ihn, auch wenn ich das einzige Mädchen war, und alle das für komisch hielten, war er sehr nett zu mir. So auch Newt, der sehr müde aussah. Die vier setzten sich an den Tisch, an dem ich saß, und der Asiate mit den schwarzen Haaren lächelte mich an. „Ich bin Minoh. Einer der Läufer.", er gab mir die Hand. „Hi, ich bin Grace." -„Echt erstaunlich dass du deinen Namen sofort wusstest." Ich ging nicht darauf ein, weil ich es selbst seltsam fand. Ich bemerkte, wie der Junge mit den braunen Haaren mich musterte. Er runzelte die Stirn und ließ den Blick abschweifen. Alby folgte meinem Blick: „Alles gut, Grace?" - „A-Alles gut, ja.. ich dachte nur...", murmelte ich, aus meinen Gedanken gerissen. „Gally.", sagte der Junge mit dem merkwürdig ernstem Blick plötzlich. „Oh ehm ja, Grace.", entgegnete ich ihm. Ohne auf das Gespräch zu achten, fing Alby an: „Du brauchst noch ein Zimmer, aber es ist nichts frei. Macht es dir was aus, wenn du mit bei Newt im Zimmer schläfst?" Newt und ich tauschten für eine Millisekunde einen Blick und ich bemerkte, dass er sich unwohl fühlte. „Wenn ihn meine Anwesenheit nicht stört, wäre es okay für mich", willigte ich ein. „Das ist bestimmt kein Problem für ihn.", grinste Minho und gab ihm einen Schubs mit dem Ellbogen.

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