Kapitel 9

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Ich musste zwar nicht lange im Krankenflügel bleiben, eigentlich nur einen Tag, aber der fühlte sich umso länger an, wenn man einfach nichts zu tun hatte. Minho besuchte mich noch 3 mal an dem Tag, und einmal brachte er Newt mit, was mich echt glücklich machte. Er hatte sich inzwischen wieder beruhigt. Minho brachte mir mein Essen und ging dann wieder seinen Aufgaben nach, während Newt noch länger bei mir verweilte. „Tut's noch sehr weh?", er legte behutsam seine Hand auf meinen Arm. Ich runzelte die Stirn und schüttelte dann den Kopf. Ehrlich gesagt merkte ich nicht einmal, das mein Arm verletzt war. Vielleicht lag das an seiner Anwesenheit. Ich griff seine Hand. Ich war mir nicht sicher, warum ich das tat, aber ich musste. Er schaute mich plötzlich verwirrt an. „Newt? Ich muss kein Läufer werden, wenn du das nicht für gut hältst." Ich spürte, wie er meine Hand lockerer ließ. Er schluckte und ließ anschließend meine Hand ganz los. Dann ging er ohne etwas zu sagen leise aus dem Raum. „Ach shit", enttäuscht brach ich in Tränen aus. Ich würde ihm so gern helfen... aber wie? Wie soll ich ihm helfen, ohne das Thema anzusprechen und ihn damit zu verletzen? Ich fiel unsanft zurück ins Kissen und schlief ein. Als ich aufwachte war es schon dunkel. Mein Kopf tat weh, aber ich wollte nicht länger hier bleiben.
Ich musste hier raus, dachte ich.
Ich deckte mich auf und stellte mich auf die Beine. Mir war schwindelig. Dennoch ging ich aus dem Raum und lief über die Wiese. Zum Glück sah mich niemand, weil alle schon in ihrer Hütte waren. Außerdem war es stockfinster, wie sollte mich jemand sehen? Plötzlich war mir schwarz vor den Augen, und ich fiel zu Boden. Wäre ich lieber im Krankenflügel geblieben, warum bin ich nur so stur? Aufstehen konnte ich zumindest nicht, ich fühlte mich zu schwach. Allgemein fühlte ich mich schrecklich. Doch plötzlich lief jemand auf mich zu. Es war Minho. Er hatte mein Abendessen in der Hand und war gerade auf dem Weg zum Krankenflügel, als er mich bemerkte. „Grace!? W- was machst du denn hier draußen allein... in der Kälte! Bei Nacht!", er kniete sich neben mich. Er versuchte mich hochzuheben und erschrak sich, als er merkte, wie kalt ich war.
Ich musste eine ganze Weile reglos dort gelegen haben. „Du bist vollkommen unterkühlt!", sagte er unruhig. Er bemühte sich mich aufzurappeln und packte mich über seine Schulter. Er war gerade auf dem Weg zurück zum Krankenflügel, als ich protestierte. „Stopp Minho. Newt. Ich will- ich-... Newt.", das war alles was ich herausbrachte. Er stoppte. „Denkst du wirklich, du würdest nicht besser im Krankenflügel aufgehoben sein?", fragte er vorwurfsvoll. „Bitte" Er seufzte. Dann machte er kehrt und lud mich erschöpft vor Newt's Hütte ab. Er klopfte. Von drinnen hörte man (wie immer) nichts, also öffnete Minho die Tür. So war er halt. „Minho?", fragte Newt verwirrt. Er saß in seinem Bett und las. Ich rappelte mich hinter Minho hoch, und lief an ihm vorbei. Allerdings war das mehr torgeln als laufen, und so fiel ich krachend zu Boden. Die beiden halfen mir hoch, und der etwas geschockte Newt setzte mich auf sein Bett. Ich ließ mich nach hinten ins Kissen fallen. „Glücklich?", fragte Newt und zog die Augenbraue hoch. „Oh ja", nickte ich fröhlich. Er warf Minho, der noch an der Tür stand, einen lächelnden Blick zu und dieser grinste zurück. „Na dann lass ich euch beiden mal allein.", er zwinkerte uns zu. „Hab dich lieb, Minho, ich hoffe du rettest mich jetzt öfter.", ich zwinkerte zurück. Grinsend schloss er die Tür hinter sich. Newt und ich guckten uns an. „Du bist verrückt, Grace." Ich lächelte und drehte mich zu ihm. Er legte seinen Kopf an meinen. Eine Weile waren wir noch wach, bis wir dann schließlich auch einschliefen.

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