Woche 4, Tag 4

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Der neue Tag brach mit viel Getöse an. Es regnete die ganze Nacht über und am Morgen schien immer noch kein Ende in Sicht. Ich hatte schlecht geschlafen und wachte mit schrecklichen Kopfschmerzen auf. Stöhnend griff ich nach meinem Handy und guckte auf die Uhr. Es war 8 Uhr Morgens, doch ich konnte mich nicht dazu aufraffen aus dem Bett zu steigen.

Als es an der Tür klopfte, rührte sich niemand. Meine beiden Freundinnen schliefen immer noch tief und fest. Bevor ich dem Klopfen antworten konnte, öffnete sich die Tür und Mr. Miller trat ein. Peinlich berührt starrte er auf unseren Schminktisch und räusperte sich, was Billie aufzuwecken schien. Mit verkniffenen Augen richtete sie sich auf und starrte den ehemaligen Englischlehrer an. "Mr. Miller?"

Der Angesprochene räusperte sich ein weiteres Mal. "Ja äh.. Wir brechen in einer Stunde auf. Bitte seht zu, dass ihr bis dahin gefrühstückt und euch angezogen habt."

"Wohin gehen wir?", äußerte sich nun Alex, die sich aufsetzte und missmutig ihre Haare zu einem Pferdeschwanz zusammenband.

Mr. Miller versuchte immer noch keine von uns anzusehen, sondern wandte seinen Blick der Decke zu. "Wir gehen in ein Mohawk Museum. Wie gesagt, seit bitte pünktlich." Er wollte sich schon wieder umdrehen und gehen, als ich ihm hinterherrief: "Mr. Miller, warten Sie! Ich fühle mich nicht sehr gut, wäre es vielleicht möglich hier zu bleiben und mich auszuruhen. Ich habe wirklich furchtbare Kopfschmerzen."

Der Englischlehrer, ein Mann in seinen späten Dreißigern, sah mich nun zum ersten Mal an. Er hatte einen zweifelnden Blick, doch ich musste wirklich schrecklich aussehen, denn seine Miene änderte sich bei meinem Anblick. "Natürlich, Ms. Benett. Vielleicht sollte jemand bei Ihnen bleiben, um sich ein wenig um sie zu kümmern. Ms. Anderson würden Sie viellei-.."

"Ich kann es machen.", ertönte eine Stimme hinter Mr. Miller. Dieser drehte sich sichtlich erschrocken um. Es war Tony, der hinter ihm am Türrahmen lehnte und anscheinend den letzten Teil des Gesprächs mitgehört hatte. 

Die Stirn des Mannes legte sich in tiefe Falten. "Mr. Bishop, ich weiß nicht ob das eine so gute Idee ist. Es wäre vermutlich besser würde eines der Mädchen hierbleiben. Nur um sicherzugehen."

Tony setze ein freundliches Lächeln auf. "Oh, aber ich muss doch sowieso den Küchendienst machen. Es wäre wirklich kein Problem für mich hierzubleiben und danach kurz nach Olivia zu sehen."

Mr. Miller sah ihn zweifelnd an, dann nickte er langsam. "Nun, wenn das so ist, ist das sehr freundlich von Ihnen. Bitte missbrauchen Sie mein Vertrauen nicht." Er warf mir noch einen kurzen Blick zu, dann drängte er sich an Tony vorbei nach draußen. 

Alex und Billie prusteten los. "Das war so cool, wie du ihn doch noch rumgekriegt hast."

Tony zuckte mit den Schultern. "Er ist etwas naiv und ich vermute Ms. Jenkins hat ihm nicht erzählt, warum Liv und ich Küchendienst haben." Er schenkte mir ein Lächeln. "Es ist doch okay für dich, wenn ich hierbleibe ja?"

Ich starrte ihn bloß an und nickte dann zögerlich.

"Gut. Ich mach mich jetzt dann mal in der Küche an die Arbeit, dann bring ich dir was zum Essen. Versuch am besten noch ein bisschen zu schlafen." Er ignorierte die beiden Mädels, die grinsend und augenzwinkernd kaum noch an sich halten konnten und verließ die Blockhütte. Als er die Tür geschlossen hatte, kreischte Alex los und Billie sprang aus dem Bett. "Was für ein Move! Tony und du habt heute den ganzen Tag ganz für euch alleine." Billie ließ sich auf mein Bett fallen und grinste mich an. "Du musst uns nachher unbedingt alles erzählen."

Alex erhob sich ebenfalls aus dem Bett und machte sich an meiner Kommode zu schaffen. "Das hier solltest du anziehen.", sagte sie und warf ein Set schwarzer Spitzenunterwäsche auf mein Bett. Mit einem Blick auf mich, verzog sie etwas das Gesicht. "Vielleicht solltest du vorher noch duschen." Billie nickte zustimmend und ich starrte die beiden verwirrt an. 

Camp SilvertownGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt