33. Das schlechte Gewissen

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Leise schloss Harry die Tür hinter sich und ließ sich an ihr heruntergleiten, bis er mit einem schweren Seufzen auf den Boden landete. 

Erschöpft rieb er sich die Augen unter der Brille und ließ seinen Kopf gegen die Tür fallen.

Wie konnte dieser Tag nur so aus dem Ruder geraten? Er hatte doch so gut begonnen! 

Seamus's Bemerkungen über Ginny und Mrs. Weasley hatten sich wie ein Tattoo in sein Gehirn gebrannt. Sie wollten ihm nicht mehr aus dem Kopf gehen.

Warum würde Seamus so etwas über seine Freundin sagen? Über ihre Mutter? 

Harry ballte seine Hände zu Fäusten.

Er war so verdammt wütend auf Seamus. Harry hatte sich solche Mühe gegeben, um Seamus kennenzulernen. Er hatte gewollt, dass Seamus ihn mochte, mindestens respektierte, aber das? 

Harry stöhnte frustriert auf und zog sich an den Haaren, als sich Seamus's Worte über die Weasleys erneut in seinem Kopf wiederholten.

Was sollte er nur machen? Das letzte was er wollte, war das ein Streit in der Gruppe ausbrach. Harry wollte nicht der Grund dafür sein, dass die Gruppe sich wegen ihm spaltete. 

Angst durchströmte Harrys Adern plötzlich als ihm ein neuer Gedanke kam.

Seine Freunde würden sich für Seamus entscheiden. Er würde wieder alleine sein und seine Freunde verlieren.

Rasselnd atmete Harry aus und versuchte, seinen Herzschlag wieder unter Kontrolle zu bekommen.

,,Verdammt", flüsterte er leise mit rauer Stimme und unterdrückten Tränen.

Sollte er den anderen davon erzählen? Wie würde Ginny nur darauf reagieren, dass jemand, den sie jahrelang als Freund gesehen hat, jemanden, mit dem sie aufgewachsen war, so hinter ihren Rücken redete?

Harry atmete flach und schüttelte den Kopf. 

Er wusste, wie es sich anfühlte, verraten zu werden. Niemand hatte es verdient, sich so elendig und verletzt zu fühlen. Harry wollte sie davor in Schutz nehmen. 

Sein Entschluss stand fest. Er würde den anderen vorerst nichts von dem Vorfall erzählen. Vor allem nicht Ginny.

Er wurde aus seinen Gedanken gerissen, als er leise Schritte auf der anderen Seite seiner Zimmertür wahrnahm, die immer näher kamen.

Verwundert runzelte Harry die Stirn und spitzte seine Ohren. 

Einen kurzen Augenblick später wurde die Türklinke vorsichtig heruntergedrückt und die Tür presste gegen Harrys Rücken, da er noch immer vor der Tür saß. 

Die Person hielt inne als die Tür sich nicht so leicht öffnete wie gedacht und presste dann etwas stärker dagegen. 

Harry richtete sich auf seine Knie und rutschte von der Tür weg. Dann drehte er sich um, um einen besseren Blick auf die Person zu werfen, die sein Zimmer betreten wollte.

Hermine zuckte erschrocken zusammen und hielt sich mit geweiteten Pupillen die Hand vor den Mund als sie Harry erkannte.

,,Harry, verdammt! Was zur Hölle machst du hier?!", rief sie und stemmte erschrocken ihre Arme in die Hüfte.

Harry versuchte sein Grinsen zu verstecken und rappelte sich auf.

,,'Tschuldigung. Ich wollte dich nicht erschrecken", meinte er mit vor Schalk glitzernden Augen, während er ihr die Tür aufhielt. Eine Einladung, sein Zimmer zu betreten.

Hermine atmete ein paar Mal tief durch und trat dann an Harry vorbei.

,,Weißt du, wenn es dir doch so leid tut, musst du nicht so zufrieden mit dir selbst aussehen. Das ist widersprüchlich", bemerkte Hermine und ließ sich mit einem schweren Seufzen auf sein Bett nieder.

Das Leben von Harry Potter (wird derzeit überarbeitet)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt