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Mein ganzer Körper schmerzt und ich höre nur ein piepen, dass nicht aufhören will.

Fühlt sich so der Tod an?
Ist es vorbei?

Mich durchzieht ein heißer Schmerz an meinem Bauch.
Gedämpfte Stimmen dringen am meine Ohren.

"Wir müssen sie retten." höre ich jemanden rufen.
Mein Gehör wird besser.
"Schaut genau hin, hier ist die Blutung, und die müssen wir stoppen." sagt eine andere Stimme.

Heilige Scheiße, operieren die mich gerade und ich bin wach?
Ich versuche meine Augen zu öffnen, und es funktioniert erstaunlich gut. Meine Sicht ist zwar noch verschwommen, aber sie klärt sich. Nach wenigen Minuten sehe ich klar. Ich schaue an eine weiße Decke, doch es stehen viele Maschinen neben mir. Oben an der Decke ist eine sehr helle Lampe angebracht. Ich versuche mich zu bewegen, obwohl die Schmerzen überwältigend sind. Ich spüre meine Arme und bewege sie. Sehen kann ich sie auch, aber leider nicht nur das. Ich sehe mindestens 7 Personen um mich herum stehen und alle tragen eine Mundmaske, eine Schürze, Handschuhe und Kittel. Sie sehen aus wie Leute die mich gerade operieren. Außerdem sehe ich, dass sie komische Metalstangen in meinen Bauch tupfen, und dass mein Bauchinneres ziemlich ekelhaft aussieht.

"Und, wie sieht es aus?" fragt ein Arzt und sie schauen meinen Bauch erwartungsvoll an.
Nach kurzer Zeit atmen sie aus und sagen dass es gute Arbeit war oder so.
Ich schaue sie nur weiter an. Sie wollen mich wahrscheinlich gerade wieder zunähen, als mir ein Arzt ins Gesicht schaut und seine Augen aufreist.
"Ach du Scheiße." sagt er und läuft einige Schritte rückwärts, dabei stößt er an weitere Ärzte, die ihn sofort anmotzen, was das den soll.
Der Arzt blickt mir immer noch in die Augen und antwortet nicht.

Jetzt hat er ein Trauma, der Arme, denke ich mir und versuche ein böses Grinsen auf meine Lippen zu bekommen. Andscheinded klappt es, denn er reißt noch mehr die Augen auf, wenn es überhaupt geht.

Die anderen schauen jetzt auch in meine Richtung und erschrecken sich ebenfalls.

Schon lustige irgendwie.

"Wie ist das möglich?" fragt einer in die Runde, doch niemand antwortet ihm.
"Jetzt näht mich schon zu!" sage ich unter Schmerzen, die ich mir aber nicht anmerken lasse. Sie nicken eingeschüchtert und machen sich an die Arbeit.
"Sollen wir 143 nicht wieder betäuben?" fragt ein Arzt und sieht ziemlich schmerzerfüllt zu mir.
Wer hat den hier die Schmerzen, ich oder er?
"Nein, wir wollen doch nicht, dass 143 nachher wieder aufwacht und ich denke die Schmerzen tun gut!" sagt andscheinend der Chef hier und blickt mich böse an, aber mit einem schadenfroh grinsen im Gesicht.
Irgendwann wird ihm das vergehen! Das schwöre ich mir.

Da der Chef gesprochen hat, werde ich nicht wieder 'betäubt' und merke so die ganzen Schmerzen.
Es schmerzt unglaublich, doch ich versuche es so gut es geht aushalten, aber nach wenigen Minuten spüre ich, wie ich langsam das Bewusstsein verliere.
Wieder sehe ich nur schwarz.

Ich werde aus der schwärze gerissen, als mich ein Schmerz durchfährt.
Ich mache meine Augen langsam auf und versuche mich zu orientieren. Anscheinend bin ich wieder in meinem Zimmer, vor mir steht aber jemand, der mich böse angrinst. Es ist nicht irgendwer, es ist der Mann der mich zusammengeschlagen hat.

"Guten Morgen Schönheit." sagt er ironisch zu mir, doch bei seinen Worten durchfährt mich ein kalter Schauer. Ich schaue ihn nur weiter an und kann mich nicht bewegen.
"Ich wollte mich bei dir entschuldigen, wegen dem fast tot." redet er weiter, doch ich glaube ihm kein Wort. Er beugt sich hinunter zu meinem Ohr.
"Ich musste es sagen, weil es mir der Boss aufgetragen hat, aber insgeheim wäre ich froh gewesen wenn du verreckt wärst. Ich hätte es mit meinen Kumpels gefeiert."
Er lehnt sich wieder zurück und grinst mich an.
Ich spüre wie meine Wut mich überrollt und zu ersticken droht. Ich versuche sie nicht einmal zurückzubringen, sondern lasse sie frei. Die Uhr piept und wird immer schneller, genauso wie mein Puls.
Ich verenge meine Augen und schaue ihn grimmig an, dabei grinse ich böse.
Er runzelte seine Stirn und lacht.
Ich habe keine Ahnung warum, bis ich einen Stich an meinem Handgelenk spüre. Mein Puls geht gleich wieder runter und normalisiert sich. Ich bin total verwirrt warum mein Körper plötzlich wieder so ruhig ist. In meinem Kopf sehe ich den Mann schon vor mir, wie er aus seinen Augen, Nase, Ohren und Mund blutet, doch das Ergebnis ist anderst, denn er lacht und ist lebendig.

Experiment Nummer 143Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt