28. Ani und der Videocall

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//Das Bild gehört nicht mir :3//

Am nächsten Tag gingen Aiko und Ani Oma Hime besuchen. Benjiro war derweil auf der Arbeit und vertrat Osamu, welcher noch in Elternzeit war. Lächelnd betraten Oma Miya das Krankenzimmer von Hime zusammen mit Ani. "Hallo Hime. Wie geht es dir den heute?", fragte Frau Miya und gab Ani an Maro, der seine Nichte lächelnd entgegennahm. "Wir gehen mal Kaffee und Kuchen holen.", erklärte Maro lächelnd und ging mit Ani in die nächste Backerei um etwas zu holen.

In einer etwas größeren Bäckerei standen dann Onkel und Nichte und während Maro ab und zu ein Lächeln mit anderen Frauen teilte hatte Ani nur Augen für die Kuchen, Muffins und Teilchen die die Bäcker zu bieten hatte. In ihrem einjährigen Leben hatte sie noch nie eine Bäckerei betreten, weil Mama immer selber gebacken hatte und wenn dann Papa oder die Omas etwas Süßes mitgebracht hatte. "Ist das Ihre Tochter?", fragte eine der Frauen und lächelte Ani an.

Als die Frau sich in Anis Sichtfeld drängte wurde Ani sauer. Sie wollte das Essen sich ansehen! Wäre sie Riku würde sie die Frau hauen. Mo hatte sie mal versucht zu hauen, aber der hatte einfach angefangen zu weinen. So eine Heulsuse.

Lauthals fing Ani an sich über die Frau aufzuregen, hieß sie schrie rum. Alle Personen sahen zu der Frau und fingen an zu tuscheln. Da das der Frau peinlich wurde hielt sie nun abstand, was Ani sehr freute und ihren Onkel ein leichtes Lachen entlockte. "Also gut Ani. Was kaufen wir?", fragte er seine Nichte und hob sie aus ihrem Kinderwagen.

Etwas später am Tag kamen Kiyoomi und Atsumu auf den Malediven an. Es waren 30°C gegen 15:39 Uhr und es war klar, dass es wärmer werden würde. Deswegen kam das Ehepaar, was mit solchen Temperaturen nicht gerechnet hatte, etwas verschwitz an ihrer Unterkunft an. "Hier ist ja eine Klimaanlage!", bemerkte Tsumu glücklich, schaltete diese an und stellte sich zu ihr. Das brauchte er gerade!

Über dieses Verhalten konnte der Wing Spiker nur den Kopf schütteln. Sie waren schon einmal im Urlaub gewesen in einem Land, in dem es deutlich wärmer war als hier und damals hatte sich Atsumu nicht so dran gestellt. "19:39 Uhr.", sagte der Setter in erstaunlich ernstem Ton.

Verwirrt sah Omi zu seinem Mann, während er die Schränke grundreinigte und die Klamotten einräumte. "Was?", fragte er verwirrt nach. "Es ist 19:39 Uhr in Japan Omi! Die sind uns vier Stunden voraus!" "Und warum ist das jetzt so besonders?", fragte er nach und dachte sich bei der Aussage nichts dabei. "Ani schläft schon.", erklärte Atsumu kurz und sah aus dem Fenster. Sie hatten direkten Blick aufs Meer und zu ihrem Ferienhaus gehörte ein Pool.

Nun versteifte Omi kurz. Stimmt... Ani ging schon – im Normalfall – um 18:30 bis 19 Uhr schlafen. Dabei wollten die Eltern beide ihrer Tochter noch gute Nacht wünschen. Sie würden es morgen machen. Ganz bestimmt, entschieden beide und für den rest des Tages gingen sie am Strand spazieren und abends essen.

Doch aus dem Morgen wurde nichts. Den Atsumu und Kiyoomi hatten volles Programm gehabt und waren ständig auf Achse. Zwar verbrachten sie den Morgen nach dem Aufwachen darin frühstücken zu gehen und danach fingen ihre geplanten Aktivitäten nach zu gehen. Sie vergaßen dabei völlig den geplanten Videocall mit Ani und ließen sich ständig entschuldigen. Die jungen Eltern taten es nicht mit Absicht. Sie waren nur zu sehr in ihre Flitterwochen vertieft.

Ani hingen vermisste ihre Eltern die ersten drei Tage sehr. Sie wollte nicht schlafen gehen, sie wollte plötzlich nur noch sehr wenig essen und auf spielen hatte sie so gar keine Lust. Sie wollte noch nicht einmal Riku zeigen wer hier der Boss war, als dieser mit seinen Eltern zum Kaffee und Kuchen bei Oma und Opa war. Ab da war der Familie klar, dass etwas mit ihrem kleinen Boss nicht stimmte.

"Ich kann das so langsam nicht mehr mit ansehen. Urlaub hin oder her. Die haben ihr Kind nicht zu vernachlässigen!", sprach Aiko laut und wütend ihren Gedanken beim Spülen aus. "Ab morgen ist Ani bei Hime und Kane und ich kann und will sie nicht dort hinschicken, wenn es ihr nicht gut geht!" Leicht seufzte ihr Mann, der verzweifelt versucht hatte Ani zu bespaßen - sie schlug das Spielzeug weg.

"Ich kann dich verstehen, aber was willst du machen? Die beiden anrufen und sagen, dass es Ani nicht gut geht? Sie haben doch jeden Tag was zu tun und außerdem, wenn Atsumu erfahren würde, dass es Ani nicht gut gehen würde, würde er sofort nach Hause reisen wollen.", erklärte Benjiro und nahm seine Enkelin auf dem Arm.

Als ihm allerdings seine geliebte Gattin von der Küche entgegenkam und das Telefon nahm war er irritiert. "Du willst es wirklich durchziehen?", fragte er nach und sah auf die Uhr. "Ani müsste doch in einer halben Stu-" "Ist mir egal! Dann geht sie heute um 19 Uhr schlafen!", antwortete sie wütend und nahm das Telefon ans Ohr. Anis sonst so gelangweilter und trauriger Blick wurde neugierig. Was hatte Oma Aiko nur vor? "Ja hallo Rintarou. Hör mal du kennst dich doch mit Technik und so aus, oder? Kannst du mir bei etwas wichtigem helfen?", fragte sie ihren direkt und bestellte ihn direkt zu sich nach Hause. Wenn Atsumu und Kiyoomi sich nicht melden wollten würden sie sich bei ihnen melden!

Auf den Malediven war es gerade 15 Uhr. Die Hitze war so unerträglich, dass sie Atsumu und Kiyoomi zwang sich in ihrem gemieteten Ferienhaus für diesen Tag zu bleiben und sich, wenn dann Essen zu bestellen. Ins Meer konnte und wollte Omi nicht, da sehr viele Menschen am heutigen Tag das Meer aufsuchten und der Pool draußen war zum größten Teil in der Sonne – also auch keine Option.

Während Atsumu auf dem Boden lag und die Augen geschlossen hatte saß Kiyoomi auf dem Sofa und las sich irgendwas durch. Gerade als Atsumu den Vorschlag bringen wollte es vielleicht doch im Pool zu versuchen fing sein Laptop an zu klingen und über Skype ging ein Anruf ein. Verwirrt stand Atsumu gequält auf und loggte sich ein.

Eingehender Videoanruf von Rintarou Suna

Doch als er den Anruf annahm war er mehr als verwirrt. Es war nicht Suna, der vor auf dem Bildschirm zu erkennen war. Definitiv nicht. "Ani?", fragte Atsumu verwirrt. Woher konnte seine Tochter einen Videocall über Skype machen, wenn sie weder lesen noch einen Laptop bedienen könnte. Bei Erwähnung dieses Namens legte Sakusa sein Buch weg und setzte sich zu seinem Mann. Tatsächlich. Es war Ani auf dem Bildschirm.

Ani konnte ihren Augen nicht trauen. Es waren ihre Mama und ihr Papa die da waren! Fröhlich fing die Einjährige an zu quietschen und in die Hände zu klatschen und sie lachte, lächelte und musste sogar etwas weinen. Ihre Emotionen überschlugen sich gerade und sie wusste nicht genau wie sie reagieren sollte, immerhin waren da Mama und Papa!

Etwas abseits von dem Geschehen standen Oma und Opa und Onkel Rintarou, welche dem kleinen Mädchen zusahen wie sehr sie sich freute. Endlich war sie wieder die Alte. Ganz wie der Boss, der Ani nun mal war, steckte diese sich erstmal den Schnuller in den Mund und ließ sich von Oma Aiko die Tränen wegwischen.

Tsumu betrachtete seine Tochter lächelnd und nach dem ihnen Aiko erklärt hatte, was mit Ani die letzten Tage los war überkam beide Elternteile das schlechte Gewissen. Sie hätten mit Videocall öfters oder überhaupt einmal anrufen sollen. Flitterwochen hin oder her. Ani war der Mittelpunkt – die treibende Kraft – in ihrem Leben und sie liebten sie von ganzem Herzen.

Nach 39 Minuten, in denen sich Ani wacker geschlagen hatte hieß es jetzt Gute Nacht sagen. Für Ani war es ein besonders schwerer Abschied. Was wenn Mama und Papa morgen nicht mehr da wären und was, wenn Oma und Opa Sakusa keinen Laptop zum Telefonieren hätten?

Es tat den jungen Eltern im Herzen weh ihren kleinen Sonnenschein so leiden zu sehen, als diese ins Bett musste. Doch Ani bekam eine Premium Behandlung und Mama sang ihr sogar als diese im Bett lag ihr Lied "You are my sunshine" vor, was Ani ins Traumland beförderte.

Auf den Wunsch von Aiko hin nahm sich Atsumu beim Singen von diesem Lied und auch beim Summen von diesem auf und schickte es seiner Mutter per LINE. Ab jetzt würde es kein Schlafen – geh – Drama mehr mit Ani geben.  

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