34. Die schönste Weihnachtsüberraschung

328 17 15
                                        

Zwei Jahre waren vergangen und Ani war nun drei Jahre alt. Schon um 7 Uhr stand Ani an der Terassentür und sah auf die weiße Landschaft heraus. Heute war der 24. Dezember und alles sah sehr Weihnachtlich aus.

Der Tannenbaum stand schon geschmückt im Wohnzimmer und unter diesem lagen noch keine Geschenke. Atsumu und Kiyoomi hatten nämlich aus ihrem Fehler gelernt. Sie hatten vor einem Jahr die Geschenke schon am 23. Dezember hingelegt und Ani hatte eins schon morgens direkt geöffnet. Sie wollte raus spielen! Komme was da wolle! Schnell ging sie die Treppen hoch und öffnete leise die Tür zum Schlafzimmer ihrer Eltern.

Die beiden schliefen im Gegensatz zu ihrer Tochter noch fest. Das Training wurde härter bei ihnen und im Dezember hatten sie durchgehend Weihnachtseinkäufe gemacht. Sie wollten wenigstens heute, am Weihnachtsmorgen, noch etwas Ruhe haben, aber da hatten sie nicht mit Ani gerechnet!

Nicht gerade langsam und vorsichtig kletterte Ani aufs Bett und setzte sich zu ihren Eltern. "Mama? Papa? Können wir raus in den Schnee?", fragte sie direkt pikste in den Gesichtern ihrer Eltern rum. "Aniii! Es ist noch zu früh!", jammerte Atsumu und zog seine Decke über seinen Kopf.

Kiyoomi hingegen wusste, dass seine Tochter nicht aufhören würde. Sie war ebenso hartnäckig wie sein Atsumu. Leicht lächelnd und spielerisch warf er seine Tochter über die Schulter und stand auf. "Dann gehen wir mal Frühstück machen!", sagte er und ging mit Ani, die sich kaputt lachte, nach unten.

"Wir frühstücken zuerst und dann ziehen wir uns an. So lange musst du noch warten, okay?" "Okay Papa.", sagte Ani lächelnd und half ihrem Vater beim Tisch denken so gut es ging.

"Wieso machen wir so viel auf den Tisch?", fragte Ani nach und sah ihrem Vater zu, wie er Rührei machte. "Wir essen heute viel später als sonst und essen zwischen drin was Kleines.", erklärte Kiyoomi und Ani nickte lächelnd. "Okay! Gehen wir heute zu Riku? Oder zu Akio?", fragte sie und lächelte. Riku und Akio waren ihre allerbesten Freunde und ohne sie ging gar nichts!

"Morgen gehen wir Oma Aiko und Opa Benjiro und dann wird da auch Riku sein. Vielleicht können wir nach den Feiertagen mal was mit Akio was aus machen.", antwortete er lächelnd und machte alles in eine Servierschale. Nachdem auch Mama runterkam gab es auch schon Frühstück. Atsumu hatte in letzter Zeit etwas zugenommen, aber Ani stammelte das damit ab, dass Mama einfach nur viel aß. Sie war eben noch ein Kind. Woher hätte sie den denken können, dass Mamas noch kleiner Bauch eine tiefere Bedeutung hatte.

Den Rest des Tages verbrachte die kleine Familie damit eine Schneemannfamilie zu bauen, Schneeballschlachten zu veranstalten, Schneeengel zu machen, Iglus zu bauen und einfach viel Spaß zu haben. Abends, als Ani zum Esstisch für das Abendessen kam erkannte sie etwas, was alle Kinder an Weihnachten direkt erkannten. "Der Weihnachtsmann war ja schon da!", sagte Ani erstaunt und wollte direkt zu den Geschenken gehen. "Darf ich schon eins aufmachen?", fragte Ani lächelnd nach. "Nein!", sagte Atsumu leicht lachend, packte Ani und tragte sie zum Tisch. Lachend ließ Ani das mit sich machen.

Nervös saß Atsumu am Tisch. Heute würden sie Ani erzählen, dass sie ein kleines Geschwisterchen bekommen würden. Wie würde sie es aufnehmen? Wäre es für sie okay? Seit einem Jahr versuchten sie wieder Schwanger zu werden und jetzt hatte es endlich geklappt.

"Sie wird es schon gut aufnehmen. Da bin ich mir sicher.", sagte Sakusa, die Sachen für das Raclette in Schälchen. Leicht seufzte Atsumu. "Du hast recht..." "Ich habe immer recht.", antwortete Kiyoomi und ging wieder zum Tisch.

Nach dem Raclette saß die Familie zusammen auf dem Wohnzimmertäppisch und Ani durfte ihre vier Geschenke auspacken, wo eins davon etwas Besonderes war. Eigentlich gab es sonst nur drei Geschenke, aber für heute gab es eins mehr, da sie Ani heute sagen wollten, dass sie Schwester wird.

Als Ani das besondere Geschenk aufmachte sah sie es sich genau an. Es war ein T-Shirt, auf dem steht "Beste große Schwester" und eigentlich war es eindeutig, aber nicht für Ani.

Diese saß sehr überfordert da und obwohl Kiyoomi ihr direkt gesagt hatte was darauf stand, verstand Ani nicht ganz. "Aber ich habe doch gar keine Geschwister. Nur Teshi, aber der wohnt im Himmel.", erklärte Ani verwirrt. Früher war Teshi ein sehr kritisches Thema. Jetzt war es normal ihn zu erwähnen. Er gehörte eben zur Familie, auch wenn er nicht mehr da war.

"Ja, aber du kannst trotzdem noch einmal ein Geschwisterchen bekommen.", erklärte Atsumu lächelnd und Ani brauchte einen Moment um alles zu verstehen. Was meint Mama damit?, fragte sich Ani gedanklich und dachte nach. Es dauerte aber nicht lange, bis Ani verstand. "Ich bekomme ein Geschwisterchen?", fragte Ani lächelnd nach und wurde ganz hibbelig.

"Ja. Du bekommst ein Geschwisterchen.", antwortete Omi lächelnd und sofort schmiss sich Ani beiden um den Hals. "Yay!", freute sich sie laut und zog sich dann sofort das T-Shirt an. Lachend erwiderte Atsumu die Umarmung. Er war so verdammt glücklich! "Ich liebe dich.", sagte Atsumu lächelnd und lächelte Sakusa an. "Ich liebe dich auch, Atsumu.", erwiderte Kiyoomi und küsste seinen Mann kurz.

"Ich hab euch viel mehr lieb!", kam es von Ani, welche nun strahlte. "Wir haben dich auch ganz dolle lieb, Ani.", sagte Atsumu und gab ihr einen Kuss auf die Stirn.

~~~~~~
885 Wörter

FamilienglückGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt