TWENTY EIGHT ✔️

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Liam

Der Schlüssel klimperte, als Isabella die Haustüre aufschloss. Wir hatten die Halle noch fertig geputzt und dann habe ich uns beide nach Hause gefahren.

Ich habe mich von dem Moment an, indem Isabella eine Haarsträhne während des Singens aus meinem Gesicht gestrichen hatte, immer noch nicht ganz beruhigt. Sie wirkte überhaupt nicht berührt, im Gegensatz zu mir, der sich immer noch nicht richtig von dem berauschenden Gefühl erholt hatte.

"Hey Liam. Kommst du?" Isabella hielt mit einem fragenden Gesichtsausdruck die Tür auf. Jetzt wo sie meine Aufmerksamkeit hatte, wechselte der Ausdruck zu sorgenvoll. "Alles okay? Du bist seit vorhin so ruhig und abwesend."

"Ja, alles gut", ich lächelte sie beruhigend an und nahm dann ihre Hand und zog sie sanft hinter mir die Treppe hoch.

Doch kurz vor der Tür zu meiner Wohnung im 2. Stock, erhellte sich der Flur und keine Sekunde später donnerte es ohrenbetäubend. Isabella schrie auf, klammerte sich an meiner Hand fest und schaute mich mit angstvoll aufgerissenen Augen an.

Shit, sie hatte ja Angst vor Gewittern. Nein, nicht Angst, sondern Panik.

Ich musste irgendwas machen, denn nicht mal ihre Eltern waren zu Hause, das bedeutete, dass wir alleine oben war. Was half ihr denn früher immer?

Ich kramte in meinem Gedächtnis nach Erinnerungen aus unserer Kindheit bis mir etwas einfiel. Laute Musik, Essen und Filme schauen. Wir machten einfach alles heute. Mit diesem Entschluss schloss ich sie in meine Arme, meine eine Hand an ihrem Hinterkopf und sie drückte sofort ihr Gesicht an meine Brust.

"Du kommst jetzt mit zu mir und wir machen uns einen schönen Abend, okay? Hast du Lust die Mamma Mia Filme mal wieder zu schauen? Liebevoll schaute ich zu ihr runter, als sie zum Antworten ihren Kopf hob und ihr Kinn auf meinem Brustkorb abstützte. Dann lächelte sie ihr atemberaubendes Lächeln. Mit Grübchen und strahlenden Augen.

Doch dieses verschwand direkt beim nächsten Donnerschlag wieder und sie vergrub ihr Gesicht wieder in meinem T-shirt. Ich zog sie noch näher an mich heran und öffnete dann mit einer Hand unsere Haustüre. "Alles gut. Du bist in Sicherheit, Isabella."

Um sie abzulenken fing ich an, irgendetwas vom Football-Training zu erzählen während ich mit ihr an meiner Seite in die Küche lief und zwei Kühltruhenpizzen herausholte und in den Ofen schob. Dabei waren ihre Arme fest um mich geschlungen und ich spürte ihren ganzen Körper dicht an meinen gepresst. Aber das interessierte mich gar nicht, ich wollte einfach nur, dass es ihr gutging und sie keine Angst mehr hatte. Und so redete ich immer weiter und drückte ihr immer mal wieder einen Kuss auf den Kopf.

Dann bugsierte ich sie in mein Zimmer und sagte ihr, dass sie sich schon mal in mein Bett legen könnte. Als sie sich nicht von mit wegbewegte, strich ich ihr die Haare aus dem Gesicht und bog ihren Kopf so weit nach hinten, dass sie mir in die Augen schauen musste. "Hey Isabella. Alles okay? Wir können sonst auch im Wohnzimmer die Filme anschauen. Ich dachte nur, hier ist es gemütlicher und der Fernseher hier ist auch besser und-" Ich wurde immer unsicherer, aber sie unterbrach mich zum Glück.

"Nein, nein alles gut. Wir bleiben hier." Sie löste sich von mir und schmiss sich mit voller Wucht auf mein großes Kingsize Bett, um sich dann in meine Decken einzukuscheln, bis nur noch ihr Gesicht herausschaute. Schmunzelnd drehte ich mich um und nahm einen Hoodie aus meinem Schrank und warf ihn ihr zu. "Hmpf, eyy das war mein Gesicht." Quietschte sie unter dem Kleidungsstück auf.

"Upsi, zum Anziehen wenn du willst." Ohne auf eine Antwort zu warten ging ich in die Küche, um die Pizzen und etwas zu trinken zu holen. Als ich wiederkam, saß Isabella in meinem Hoodie in meinem Bett und suchte auf dem Fernseher den ersten Mamma Mia Film raus. Als sie mich sah, machte sie auf dem Bett Platz für die Sachen in meinen Händen. Als ich alles abgestellt hatte ging ich zum Fenster und ließ die Rollos runter, um das Gewitter so gut es ging auszuschließen, dann kuschelte ich mich neben Isabella.

Nachdem wir unsere Pizzen gegessen hatten und inzwischen beim zweiten Film ankamen, rutschten wir immer tiefer und näher zusammen ins Bett. Das Gewitter hatten wir eigentlich beide gar nicht mehr mitbekommen so abgelenkt waren wir vom Film und vom Mitsingen der Lieder. Aber jetzt donnerte es doch noch einmal richtig laut und als ich aus dem Augenwinkel sah wie Isabella zusammenzuckte, schmiss ich meinen Arm um ihre Schulter und zog sie zu mir bis sie halb auf mir lag. Wir redeten nicht und schauten uns auch nicht an, wir genossen einfach nur die Zeit, die wir zusammen verbrachten. Ich fuhr mit meinen Fingern durch ihre Haare und sie machte Kreise auf der Haut meines Armes. So blieben wir liegen und schauten den Film weiter bis irgendwann meine Augen zufielen. .

Als ich aufwachte lagen Isabella und ich in der gleichen Position wie wir anscheinend eingeschlafen waren. Ich auf dem Rücken, mein rechter Arm in ihren Haaren vergraben. Isabella lag immer noch halb auf mir, ihr Kopf in meiner Halsbeuge und ihr rechter Arm auf meinem Oberkörper. Noch im Halbschlaf drückte ich ihr einen Kuss auf die Stirn und murmelte rau: "Guten Morgen."

Mir wurde das schwere Gewicht auf meiner linken Schulter erst bewusst, als mich eine nasse Zunge abschleckte. Erschrocken riss ich meine Augen auf und schaute direkt in Yetis lächelndes Hundegesicht. Lachend ließ ich mich wieder nach hinten fallen und drückte zwei meiner Lieblingsmädels an mich. Yeti war anscheinend heute Nacht zu uns ins Bett gesprungen und hat sich zu uns gekuschelt. Nach ein paar Minuten Streicheleinheiten sprang sie allerdings vom Bett und verließ mein Zimmer.

Ich drehte mich zur Seite, sodass Isabella und ich uns gegenüber lagen und anschauen konnten. Den Arm, der nicht unter ihrem Kopf lag, bewegte ich zu ihrem Kopf und strich ihr, so wie sie mir gestern, eine Haarsträhne aus der Stirn. Da lächelte sie wieder dieses ganz besondere Lächeln und ich konnte mich einfach nicht mehr zurückhalten.

"Isabella? Es gibt da etwas was ich dir schon länger sagen wollte. Es macht mich so glücklich dass wir endlich wieder reden und dass du mir wieder soweit vertraust, dass wir wieder Freunde sind und wir wieder Zeit miteinander verbringen, wie zum Beispiel jetzt. Du bist eine der wichtigsten Personen in meinem Leben und ich will dich einfach nur beschützen." Ich ließ sie gar nicht auf meinen kleinen Vortrag antworten, sondern machte direkt weiter, sonst hätte mich mein Mut verlassen.

"Und dann habe ich noch eine Frage. Ich will dich das schon seit unserem Urlaub in Spanien fragen und ich weiß, dass das jetzt echt nicht sehr besonders ist wie ich frage, aber möchtest du mit mir auf den Ball gehen?" Unsicher wie ihre Antwort ausfallen würde beobachtete ich sie.

"Ja." Isabellas Stimme war hauchdünn. Sie räusperte sich. "Ja, natürlich." Sie beugte sich zu mir rüber und ihre Lippen berührten meine Wangen. Mit roten Ohren zog sie sich wieder zurück und wir schauten uns in die Augen. Ich versank in ihren und ich hatte das Gefühl, dass sich unsere Gesichter immer näher kamen, als plötzlich Yeti zwischen uns sprang. Erschrocken zuckten wir auseinander und der Moment war vorbei.

Ich schob den Gedanken, dass ich gerade nichts dagegen gehabt hätte, meine beste Freundin zu küssen beiseite und hievte mich aus dem Bett. "Ich bringe dem kleinen Wirbelwind mal etwas zu essen und richte Frühstück. Du kennst dich im Bad ja aus, komm danach einfach nach vorne, okay?" Yeti streichelnd schaue ich zu ihr bis sie lächelnd nickte, dann machte ich mich auf den Weg in die Küche.

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04. August 2022

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