27 - Ende gut, alles gut

94 7 10
                                        

𝔹𝕖 𝕥𝕙𝕖 𝕔𝕙𝕒𝕟𝕘𝕖 𝕪𝕠𝕦 𝕨𝕒𝕟𝕥 𝕥𝕠 𝕤𝕖𝕖 𝕚𝕟 𝕥𝕙𝕖 𝕨𝕠𝕣𝕝𝕕

Als Lou das Büro von Albus Dumbledore betrat, hatte sie keine Ahnung, wie sie das formulieren sollte, was ihr auf dem Herzen lag. "Kümmere dich doch um deinen eigenen Dreck!", klang zu gemein. "Es tut mir wirklich leid, aber unter Umständen, könnten Sie vielleicht selbst nach den Horkruxen suchen, also nur, wenn es geht?", klang zu wenig fordernd. Was also tun?

"Ah, Miss Riddle!", begrüßte der Direktor sie.

"Ich-", Lou hielt inne, "Moment. Sie wissen davon? Davon stand kein Wort in meinem Brief! Und im Übrigen bevorzuge ich Miss Morris."

"Dann Miss Morris, was führt Sie her?", verbesserte Dumbledore eilig.

In Lous Kopf jedoch wirbelten die Gedanken wild herum. Er hatte es gewusst. Offenbar die ganze Zeit. Hatte er am Ende gewollt, dass Voldemort sie in die Fingen bekam, um ihn aus dem Konzept zu bringen? Zuzutrauen wäre es ihm, dazu musste man sich doch nur die Harry Potter Bücher ansehen. Mochte ja sein, dass er grundsätzlich zu den Guten gehörte, aber er wusste viel zu viel und machte damit einzelnen Personen das Leben schwer. Wäre sie jetzt tot, es würde ihn vermutlich auch nicht scheren. Während er darauf wartete, dass Lou etwas sagte, lächelte der ältere Zauberer auch noch. Das brachte das Fass zum Überlaufen.

"Wissen Sie was? Sie sind echt das Letzte!", rief Lou wütend aus, "Sie haben den Brief, also suchen Sie doch die Horkruxe selber! Da ich mal davon ausgehe, dass es Ihnen sowieso egal ist, ob ich am Leben bin oder nicht, werde ich jetzt gehen! Hier haben Sie schonmal einen Horkrux und einen Basiliskenzahn zum Zerstören! Also viel Spaß noch damit, aber ich werde jetzt das sein, was sie mir schon am Anfang des Schuljahres gesagt haben: Eine ganz normale Schülerin!"

Mit diesen Worten knallte sie den Basiliskenzahn und das Medaillon auf den Tisch, drehte sich um und ging. Wütend vor sich hin murmelnd trugen sie ihre Füße nach draußen, bis sie mit jemandem zusammenstieß. Dieser Jemand stellte sich als Hagrid heraus. Gerade wollte sie sich entschuldigen und weitergehen, als ihr eine Idee kam.

"Hagrid... du magst doch gefährliche Geschöpfe, oder?", erkundigte sie sich.

Der Gefragte nickte, wobei er, was das 'gefährlich' anging, nicht unbedingt Lous Meinung zu sein schien.

"Gut, denn im Schloss gibt es eine Kammer mit einem Basilisken darin", erklärte Lou, "Er heißt Seraphin und ist eigentlich ganz nett, aber vor allem einsam. Ich hab mir nur gedacht..."

"Klar doch! Wie komm' ich da hin?", wollte Hagrid wissen.

Nachdem Lou ihm alles erklärt hatte, schlenderte sie zurück zum Schloss. Jemand würde ein Auge auf Seraphin haben, auch dann, wenn sie mit Hogwarts fertig war, dieser Gedanke beruhigte sie. Irgendwie hatte sie ein schlechtes Gewissen, denn für ein Ungeheuer wurde er doch nur deshalb gehalten, weil Salazar Slytherin ihn eingesperrt und ihr Vater für Angriffe benutzt hatte. Aber das würde sich ab jetzt ändern.

Und um die Horkruxe und Lord Voldemort würde sich Dumbledore kümmern. Wenn er auch nur halb so mächtig war, wie alle immer sagten, dann würde er das schon hinkriegen.

Als Lou am Krankenflügel vorbeiging, musste sie lächeln, denn dort waren gerade die Black-Brüder in ein Gespräch vertieft, und sie schienen beide glücklich zu sein.

Als sie weiterging, kam sie an James und Lily vorbei, die dicht beieinanderstanden und alle beide ein breites Lächeln zur Schau trugen.

Ja, sie hatte gedacht, versagt zu haben. Aber offenbar war dem gar nicht so. Ihre Freunde würden leben. Ein paar zum Bösen verleitete Zauberer waren bekehrt worden. Ein angebliches Monster war nun nicht mehr allein. Und das Gute würde siegen. Denn das tat es immer, nur manchmal musste man ihm eben einen kleinen Schubs in die richtige Richtung geben. Und war sie nicht genau deshalb hier?

Hidden ChangersGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt