𝕁𝕦𝕤𝕥 𝕠𝕟𝕖 𝕞𝕠𝕞𝕖𝕟𝕥 𝕔𝕒𝕟 𝕔𝕙𝕒𝕟𝕘𝕖 𝕖𝕧𝕖𝕣𝕪𝕥𝕙𝕚𝕟𝕘
Der dunkle Lord ging nachdenklich in der Heulenden Hütte auf und ab. Voller Triumph rief er sich immer wieder in Erinnerung, dass er es geschafft hatte. Er hatte eine von ihnen gefunden. Eine von denen, die bescheid wussten. Die versteckt gewesen waren.
Natürlich hätte er sich einfach eine andere suchen können, die Prophezeiungsbücher waren in der Muggelwelt ja sehr beliebt und bekannt hatte er sich sagen lassen. Warum also die Mühe machen und Dumbledores Wahl entführen?
Voldemort kam nicht umhin sich einzugestehen, dass es ihm auch ein kleines bisschen darum gegangen war, dem alten Mann zu zeigen, dass er besser war als er. Dass er eine ihm sehr wichtige Person direkt vor seiner Nase klauen konnte. Aber eigentlich spielte es keine Rolle. Er hatte sie. Und damit hielt er quasi die Zukunft der magischen Welt in seinen Händen.
In diesem Moment stolperte sie in den Raum. Zwar hielt sie den Kopf leicht gesenkt und war sichtlich außer sich vor Angst, aber das trotzige Funkeln in ihren stahlgrauen Augen war nicht zu übersehen. Sie war noch nicht bereit aufzugeben, doch das machte nichts. Er, Lord Voldemort höchstpersönlich, würde sie schon dazu bringen, ihm ihre Geheimnisse zu offenbaren. Und wenn sie es nicht freiwillig tat, dann würde er sie eben dazu zwingen.
"Nun... Verrätst du mir freiwillig was du weißt, oder muss ich nachhelfen?", erkundigte er sich mit einem kalten Lächeln auf den Lippen.
Das braunhaarige Mädchen hob den Kopf.
"Ich kann dir verraten, dass dein Vorhaben zum Scheitern verurteilt ist", verkündete sie und setzte eine überlegene Miene auf, die ihn sofort zur Weißglut trieb, denn es war dieselbe Miene, mit der er gerne andere bedachte, "Du wirst sterben, so oder so, denn keiner kann ewig leben. Du bist doch bei Muggeln aufgewachsen, Tom... Eigentlich solltest du das wissen."
Sie wagte es, ihn so zu nennen?! Sie wagte es, ihn auf seine Kindheit anzusprechen?! Obwohl er darauf vorbereitet gewesen war, dass sie so etwas wissen könnte, schockierte es ihn jetzt. Sie war gefährlich, ob sie sich dessen nun bewusst war oder nicht. Sie könnte alles wenden, ob zum Guten oder zum Schlechten stand in den Sternen.
"Genug", knurrte der dunkle Zauberer und überbrückte mit drei großen Schritten die Distanz zwischen ihm und der jungen Hexe, "Du wirst mir jetzt die Zukunft zeigen, ob du willst oder nicht!"
Er zog seinen Zauberstab.
"Legilimens!", rief er, während er sie nicht aus den Augen ließ.
Sie war keine so leichte Beute, wie er zuerst gedacht hatte, das musste er ihr lassen. Trotzig leistete sie Widerstand, doch dieser begann bereits unter seinem Angriff zu bröckeln. Dann kamen die Bilder.
Er sah ein Baby, das ihm laut Prophezeiung gefährlich werden würde, einen gewissen Harry Potter. Er sah einen jungen Mann, Peter Pettigrew, der ihm den Aufenthaltsort der Potters verriet. Er sah einen grünen Lichtblitz. Und dann, ganz plötzlich, änderten sich die Szenen.
Ein kleines Mädchen, bei dem es sich unverkennbar um eine jüngere Version des Mädchens vor ihm handelte, blickte lachend zu jemandem auf.
"Bald, Louisa! Bald kommt er wieder, dein Vater! Er hat gesagt, er müsste etwas erledigen, aber er hat auch gesagt, dass er zu uns zurückkommt!", erklärte die Frau, deren Stimme Voldemort aus irgendeinem Grund seltsam bekannt vorkam, "Bald schon kommt er zu uns zurück und dann werden wir eine glückliche Familie werden!"
Dann explodierte das Haus, in dem sie sich befanden und nachdem sich der Rauch gelegt hatte, stolperte das kleine Mädchen, das nicht älter als zwei Jahre sein konnte, auf ihre am Boden liegende Mutter zu. Lord Voldemort sog überrascht die Luft ein. Mit ihren schokoladenbraunen lockigen Haaren und dem runden Gesicht war es nun unbestreitbar. Er kannte die Frau.
"Cassy", flüsterte er, während die Frau in der Erinnerung zeitgleich "Vergiss niemals wer du bist, Louisa Riddle", flüsterte und dann für immer ihre Augen schloss.
Während er noch immer völlig geschockt von der gerade gewonnenen Erkenntnis war, brach das Mädchen vor ihm plötzlich zusammen und blieb bewusstlos liegen. Die Erinnerungen waren so tief vergraben gewesen, dass sie sie vermutlich selbst nicht gekannt hatte, und er hatte ihren ohnehin schon angespannten Geist überanstrengt.
Lord Voldemort starrte sie ungläubig an. Sie war seine Tochter. Die Tochter von ihm und Cassandra Morris. Er war zurückgekommen, wenn auch fast drei Jahre später erst, ja, aber nur um festzustellen, dass in dem Haus schon längst nicht mehr die Liebe seines Lebens lebte. Er hatte angenommen, sie hätte nicht mehr auf ihn gewartet und hätte irgendwo ein anderes Leben begonnen. Dabei war sie gestorben. Und hatte zuvor noch ein Mädchen zur Welt gebracht.
Nach dieser Erkenntnis stellte sich nur noch eine Frage: Was sollte jetzt aus Lou Morris alias Louisa Riddle werden?
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Hidden Changers
FanfictionHarry Potter, eine Geschichte wie jede andere, nichts als Fantasie. Trotzdem fühlt sich Lou zu dieser Welt voller Magie hingezogen. Und was, wenn die Geschichte wahr ist? Oder wenn sie zumindest wahr werden wird? Wenn es sich um Prophezeiungen hande...
