Kapitel 19

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Till hielt sein Versprechen und kam mit zu meinen Eltern.
Meiner Mutter hat man die nicht vorhandene Begeisterung angesehen, als Till hinter mir hervor trat. Dennoch begrüßte sie ihn und ließ ihn eintreten. Mein Vater hingegen war hin und weg im positiven Sinne. Freundlich begrüßte er meinen Begleiter und fragte ihn nach einem Autogramm und einem Foto. Ja, da kam dann der wahre Rammstein Fan aus meinem Vater heraus. Dafür, dass er von Till und mir nichts hielt war er echt begeistert von ihm.
Als wir alle am Tisch saßen und meine Mutter das Essen brachte, waren mein Dad und mein ‚nicht fester Freund' sich bereits fleißig am unterhalten.
Wenn ich meine Mutter ansah strafte sie mich ab und zu mit einem bösen Blick. Doch irgendwann lies auch sie ihre Anspannung fallen und stellte Till eine Frage über die Band und seine Konzerte. Als meine Mutter in die Küche ging um noch den Nachtisch zu holen, beschloss mein Vater ihr zu helfen, und so rückte ich näher zu Till. „Bis jetzt läuft doch alles gut." Sagt er und ich nicke. „Ich glaube selbst meine Mutter hat sich mittlerweile etwas beruhigt." lache ich leise und Till grinst ebenfalls. „Wo ist eigentlich deine Schwester? Hast du nicht zwei?" Neugierig schaut er mich an. „Ja- Jenny, also meine jüngere Schwester ist bei meiner Oma und Louisa bei einer Freundin. Aber ich vermute sie sollte gleich nach Hause kommen. Aber sei gewarnt, sie liebt dich." Ich verdrehe amüsiert meine Augen und stelle mir ihr Gesicht vor, wenn sie heim kommt und Till Lindemann im Wohnzimmer steht. „Ist sie auch so ein großer Rammstein Fan wie du und Thomas?" Ah- Mein Dad und Till waren also schon beim ‚du'. „Nope. Sie ist ein großer Fan von dir, kennt aber keinen einzigen Song. Ach doch- Sonne." Ich sehe wie er das Gesicht verzieht und ich muss lachen. Ja, so sehr ich Louisa auch liebe, aber dass sie ein Fake- Till Lindemann Fan ist, werde ich ihr wohl für immer verübeln. „Und Herr Lindemann, ich habe gehört, Sie wohnen bis zur Tour bei unserer Tochter?" Ruft meine Mutter, als sie aus der Küche kommt. Till wirft mir einen nicht zu deutenden Blick zu und wendet sich dann aber an meine Mum. „Ja, das ist richtig. Die Tour beginnt in 4 Wochen, aber in 3 muss ich wieder zurück um mal zu proben." Beantwortet er die Frage und ich nicke nebenbei, da mich das Thema ja auch betrifft.
„Ist eine Woche Proben nicht etwas knapp?"
Will meine Mutter etwa Till loswerden? Ich wäre froh, wenn er gar nicht proben müsste. „Für mich nicht. Ich mache das seit so vielen Jahren, da brauch ich vorher keine große Vorbereitung. Mir würde rein theoretisch ein Tag als Probe reichen, aber da würde mich Richard umbringen." Er zwinkert mir zu und ich lache. Yup- da hat er wohl Recht. Ich glaube jeder bis auf Flake wäre da nicht begeistert von.
Außerdem, wann hält sich Till schon mal an den Plan oder an die Proben? Wenn er auf der Bühne steht, macht er eh was er will.
„Aha okay." Murmelt meine Mutter. „Und hast du dieses Jahr nicht auch noch die Lindemann Tour?" Interessiert setzt sich mein Vater wieder zu uns. „Ja genau. Die fängt direkt nach der Rammstein Tour an." „Mhh. Für Rammstein hab ich schon Tickets. Waren ja so schnell ausverkauft. Habe aber zum Glück noch welche für Berlin bekommen." Freut sich mein Vater und ich kann nur lachend den Kopf schütteln. Ja, dass mein Vater Rammstein Fan ist, hat schon Vorteile. Auch wenn ich echt stolz auf meine Mutter bin, dass sie sich freundlich verhält. Unhöflich zu anderen zu sein ist eh nicht ihre Art. Eher beschwert sie sich dann hinterher bei mir.
Ich mache mich auf den Weg in die Küche, da mein Vater und Till sich intensiv am unterhalten sind. „Er ist nett. Wirklich." Mum lächelt und ich umarme sie. So etwas von ihr zu hören, macht mich echt glücklich. „Dann hast du nichts dagegen, wenn er bei mir wohnt?"
Sie schüttelt den Kopf und ich falle ihr nochmal um den Hals. „Er ist zwar wirklich viel zu alt für dich, aber was soll's? Du bist erwachsen, Schatz. Wenn er sich so glücklich macht, hoffe ich, dass ihr zusammen bleibt." Flüstert sie mir ins Ohr und ich reiße meine Augen ruckartig auf. „Wir sind nicht mal zusammen, Mum." Versuche ich klarzustellen und werde dabei so rot wie eine Tomate. „Noch nicht." Schmunzelnd verlässt sie die Küche und bietet Till den Nachtisch an, welcher natürlich zustimmt. Wenn es um Essen geht, ist Till immer dabei.
Wir unterhalten uns alle amüsiert und lachen viel, bis plötzlich die Haustür mit einem Schrei geöffnet wird. Sofort fahren wir herum und entdecken Louisa, welche nun auf uns, beziehungsweise Till zu gerannt kommt. „Das ist doch ein schlechter Scherz, oder?"
„Ich finde es ist ein guter Scherz." Grinst Till und ich stoße ihm mit meinem Ellenbogen in die Seite. „Hey!" Motzt er und zieht eine Schnute. Wären wir nicht bei meinen Eltern, hätte ich ihn jetzt vermutlich geküsst. Ich weiß, dass das nur Paare machen, aber Till und Ich waren ja irgendwie zusammen. Auf eine komische Art und Weise. Also ohne das ‚Ich liebe dich' und auf die Frage: „Seit ihr zusammen?" antworten wir eben mit ‚nein'. Es ist komisch, aber ich muss die Zeit mit Till einfach genießen, bis er wegen der Tour eh wieder weg ist. Wer weiß wie viel Zeit uns noch bleibt.
„Dir auch hallo." Sage ich, werde aber von Louisa gekonnt ignoriert. Der einzige für den sie Augen hat, ist Till. MEINEN Till!
Damit die ganze Situation nicht so arg peinlich ist, stelle ich Till erstmal Louisa vor. „Till- Das ist Louisa. Louisa- Ich denke du weißt wer das ist."
„Omg!" Sie zückt ihr Handy und schießt ein Foto von Till. „Sag mal spinnst du?!" Fahre ich sie an und reiße ihr ihr Handy aus der Hand. „Ey!"
„Schluss!" Mein Vater steht auf. „Isabel, gib Louisa ihr Handy. Und du hörst auf Fotos von Till zu machen und rumzuschreien." Dabei deutet er auf meine Schwester. Mit einem Schnauben drücke ich ihr das Handy in die Hand und setze mich wieder zu Till. „Ich kann es nur nicht fassen! Till Lindemann ist in unserem Haus. Und das für mich!" Aufgedreht hüpft sie durch das Haus. „Für dich?" Empört sehe ich sie an. „Natürlich, für wen sonst?" Sie richtet ihre Haare und grinst Till an.
„Komm Till, wir gehen. Das wird mir hier zu bunt." Ich stehe auf und sehe ihn flehend an mitzukommen. „Warte, eins noch." Flüstert er mir zu und wendet sich meiner Schwester zu. „Louisa- Bist du denn auch Rammstein Fan?"
„Natürlich! Ich kenne alle Lieder, wie ‚Sonne'!" Sie fängt an zu singen und nicht mal der Text stimmt.
Ich unterdrücke mein Lachen als ich Till's Gesichtsausdruck sehe. „Okay, das war alles, was ich wissen musste. Lass uns gehen."
Er muss lachen und jetzt kann ich meines auch nicht mehr unterdrücken. Wir prusten los und ich sehe, dass selbst mein Vater leise lacht. Yup- Für jeden wahren Rammstein Fan ist Louisa eine Qual.
Wir verabschieden uns zügig von meinen Eltern, sodass sie nichts mitbekommt und schließen schnell die Tür hinter uns. Sogar vor der Haustür kann man Louisa singen hören. Sie hat ernsthaft noch nicht gecheckt, dass wir längst weg sind.
„Deine Eltern sind toll." Sagt Till offen, als wir die Straße entlang zum Auto laufen. „Selbst meine Mutter hat sich glaube ich mit dir abgefunden." Schmunzel ich. „Wäre ja auch komisch, wenn nicht." Till grinst, und ich schüttle lachend den Kopf. Gemeinsam steigen wir in sein Auto und fahren zurück in meine Wohnung. Ich bin wirklich so glücklich, dass bis auf den Zwischenfall mit Louisa alles gut lief.
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Ich bin wirklich nicht die schnellste, was das Posten von Kapiteln angeht. Dafür ein fettes Entschuldigung.
Wer kann sich auch Louisa beim Singen von ‚Sonne' vorstellen? 😬

concert love [Till Lindemann| Rammstein] Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt