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Linus

Meine Laune war sowas von im Keller, als wir in der Ferienwohnung ankamen. Ich hasse diesen Urlaub jetzt schon und würde mich viel mehr bei dem illegalen Straßenrennen heute Abend sehen.
Mom und Steve teilten Marlon und mich in ein Zimmer und Luise in ein separates Zimmer. Das war jetzt weitaus nicht das Schlimmste für mich mit Marlon das Zimmer teilen zu müssen, aber ich ließ mir die Freude nicht ganz anmerken. Genauso wenig wie Marlon.
Sie teilten uns wahrscheinlich zusammen in ein Zimmer ein, damit wir uns besser kennenlernen.
Ich schmiss meine Tasche auf das eine Bett, während Marlon das andere Bett auf der anderen Seite des Zimmers für sich beanspruchte.
"Guck mal, jetzt muss ich mich nachts gar nicht zu dir rüber schleichen.", hauchte er gegen meinen Hals und gab mir einen kurzen Kuss.
Den Nachmittag verbrachten wir damit die Gegend ein wenig zu erkunden und an den Strand zu gehen, da es wirklich heiß war.
Steve holte Eis für uns alle und während ich die Leute am Strand beobachtete, war Luise im Wasser und Marlon unterhielt sich mit Mom.

Jay
Was wettest du?

Linus
20 auf Sandro

Jay
20???

Linus
Safe. Er gewinnt das

Jay
Okay, ich geh mit. Bring dich um, wenn er verliert.

Linus
Eh nicht. Du liebst mich zu sehr

Jay
Werd mal nicht ekelhaft. Genieß deinen Familienurlaub

Linus
Dafür bringe ich dich um

Jay
Sorryyyyy. Mach das beste draus. Und wenn zu viel wird, sag Bescheid. Ich finde schon irgendwas, wie ich dich da wegkriege

Linus
Und wie?

Jay
Kannst sagen, dass ich im Krankenhaus liege und bald sterbe

Linus
Übertreib halt

Jay
Dann sag ich bin im Knast und du musst mich rausholen

Linus
Merkst selbst oder?

Jay
Mir fällt dann schon was ein

"Willst du nicht ins Wasser, Linus?", frage Mom mich.
Ich schaute vom Handy hoch und sah, dass mittlerweile auch Marlon im Wasser war. Genauso wie Steve.
"Ne. Keine Lust."
"Du verstehst dich mittlerweile ganz gut mit Marlon oder?"
"Geht so."
"Naja, besser als am Anfang."
Am Anfang haben wir auch nicht miteinander geschlafen.
"Ich finde es schön. Ich glaube ihr könnt gute Freunde werden."
Oder Fickpartner.
"Ja, kann sein."
Ich schaute zu Marlon und beobachtete wie das Wasser an seinem Bauch hinunterlief, zu seiner tief sitzenden Badeshorts, welche seine V-Line perfekt zeigte.
Ich schluckte schwer und versuchte den Blick abzuwenden um nicht zu auffällig zu starren.

(...)

Abends waren wir noch etwas Essen. Und während Mom, Steve und Luise zurück in die Ferienwohnung liefen, wollte Marlon noch einmal an den Strand. Denn obwohl die Sonne langsam unterging, war es noch warm draußen.
"Willst du noch mit, Linus?", fragte er mich.
"Ja, klar."
"Hier Jungs, kauft euch noch ein Bier oder so am Strand.", meinte Steve und drückte Marlon das Geld in die Hand.
Und so trennten sich unsere Wege.
"Geht es dir nicht gut?", fragte Marlon, während wir auf den Strand zuliefen.
"Doch, wieso?"
"Du kommst mir so niedergeschlagen rüber."
Ich seufzte. "Ich hab keine Lust auf diesen Urlaub."
Marlon und ich setzten uns auf zwei der freien Liege, welche aneinander geschoben waren und somit eine große Liege ergaben.
"Wieso hast du darauf keine Lust?", fragte Marlon.
Ich schaute auf meine Hände und kniff mir in das Daumengelenk.
"Ich kann einfach nicht auf Happy Family tun..."
"Wegen deinem Vater?"
Ich nickte langsam und kniff mir fester in den Daumen.
"Hast du Angst, dass mein Dad ihn ersetzt?"
"Ja... Er versucht es auch. Mom merkt das nicht. Sie ist-"
"Glücklich.", unterbrach er mich. "Steve versucht nicht deinen Dad zu ersetzten so wie deine Mom nicht versucht meine zu ersetzen. Sie versuchen sich einfach glücklich zu machen und ein normales Leben zu führen."
"Ich kann das nicht...", flüsterte ich und spürte wie mir die Tränen kamen.
Ich kniff mir in den Handballen um die Tränen zu unterdrücken und den Schmerz umzuleiten.
"Warum nicht? Wovor hast du Angst?"
"Ich hab..."
Meine Stimme brach ab, weil ich die Tränen runterschlucken musste.
Marlons Hände legten sich auf meine. Er nahm meine Finger, mit welchen ich mich kniff und führte sie von meiner Hand weg.
"Ist okay. Du brauchst nicht darüber reden. Nicht jetzt."
Ich nickte und das reichte mir für den ersten Moment. Ich will nicht mit Marlon über meine Gefühle oder über Dad reden. Ich will mit niemanden darüber reden. Mir geht es gut damit, wenn ich es für mich behalte.
Marlon strich meine Tränen mit seinem Daumen weg. 
"Willst du schwimmen gehen?"
"Ich hasse schwimmen."
"Mit mir ist das lustig?"
Ein Lächeln schlich sich auf meine Lippen.
"Und wieso ist es mit dir so lustig?"
"Zeig ich dir, wenn du mitkommst. Biiiitttteeee."
"Jetzt bist du derjenige der bettelt."
"Das mache ich nur, weil ich will, dass du mit mir kommst."
Ich seufzte. "Na schön."
Glücklich stand Marlon auf und lief vor. Ich trottete ihm langsam hinterher und sah die Blicke zweier Mädchen, welche ihm hinterherschauten.
Zugegeben sein muskulöser Rücken war beeindruckend. Und auf sein Kreuz wäre jeder eifersüchtig.
Das Wasser berührte gerade meine Fußknöcheln, da war Marlon schon untergetaucht. Ich lief weiter ins Meer hinein und sah dann wie er wieder hochkam. Er strich sie seine nassen Haare aus dem Gesicht und grinste mich an.
"Du hast Fans.", sagte ich und zeigte mit einem Kopfnicken auf die zwei Mädels.
"Stimmt."
"Wenn du jetzt Baywatch mäßig aus dem Meer rennst, fallen sie in Ohnmacht."
"Weißt du wie man sie richtig schnell enttäuschen kann?"
Ich schaute ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an. Marlon griff nach meiner Hüfte, nahm mein Gesicht in seine Hände und küsste mich.
Tausende Schmetterlinge flogen durch meinen Körper, während seine weichen Lippen auf meinen lagen.
Als wir uns wieder voneinander lösten schaute er zu den Mädchen und ein Lächeln schlich sich auf meine Lippen.
"Siehst du?"
Die Mädchen schauten weg und unterhielten sich, so als hätten sie Marlon nie beobachtet.
"Jetzt sind ihre Herzen für immer gebrochen.", lachte ich.
Marlon zuckte mit den Schultern und flüsterte mir ins Ohr: "Willst du mehr davon?"

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