Linus
"Ich will endlich nach Hause.", quängelte ich, während ich meine Hose schloss.
"Solange werden wir wohl nicht mehr bleiben."
"Ich hoffe es, sonst muss ich mich hier noch besaufen."
"Du kannst nicht deine Probleme mit Alkohol lösen."
"In dem Fall schon."
"Nein, das wirst du nicht tun.", sagte er streng.
Ich grinste ihn an und öffnete die Tür um rückwärts durch diese zu laufen.
"Okay Daddy."
Marlon lachte nur, schnappte mich und gab mir einen kurzen Kuss. Als wir uns wieder lösten und ich mich umdrehte, rannte ich fast in Marlene.
"Fuck...", murmelte ich im gleichen Moment in dem Marlon sagte: "Scheiße."
"Ähmm... Ihr beide seid..."
"Nein.", sagte Marlon sofort. "Wir sind nicht zusammen. Das war nur-"
"Ihr habt euch geküsst."
"No Shit Sherlock.", murmelte ich nur, weswegen ich einen bösen Blick von Marlon erntete.
Doch dieses Mal ignorierte ich diesen einfach und trat etwas vor.
"Hör Mal Marlene.", fing ich an. "Ich weiß du wärst jetzt gerne an meiner Stelle gewesen und hättest Marlons Schwanz gelutscht. Aber das Leben ist nicht immer fair."
Marlon gab mir einen Schlag gegen die Schulter. "Hör auf mit der Scheiße."
"Ja, sorry. Also wir tun einfach so als hättest du das nicht gesehen und schon ist alles wieder in Ordnung."
"Ihr seid Geschwister."
"Übertreib mal nicht."
"Okay, Stiefgeschwister. Aber das ist ekelhaft! Linus deine Mom wird das-"
"Nicht erfahren.", unterbrach ich sie wütend. "Und falls doch..."
Ich trat an sie ran und umrundete sie. "Werden deine Eltern erfahren, dass du wie eine billige Nutte auf einem Dixiklo besoffen gefickt hast."
An ihrer Körperhaltung konnte ich erkennen, dass ich einen wunden Punkt getroffen habe. Sie spannte sich an und beobachtete mich aus dem Augenwinkel.
"Sind wir uns einig?", hakte ich nochmal nach.
Sie nickte nur ängstlich, während ich in die Hände klatschte. "Sehr gut!"
Und damit verzog ich mich. Marlon folgte mir. "Stimmt die Geschichte?"
"Voll und ganz. Wir waren auf dem gleichen Festival und ein Kollege von mir hat sie gevögelt. Kurze Zeit später hat er mir bescheid gesagt, weil sie so besoffen war, dass sie nichts mehr geschissen bekam. Also hab ich sie heimlich nach Hause gebracht und ihre Eltern haben Dank mir nie was erfahren. Ich wusste, dass ich sie irgendwann damit erpressen kann."
Marlons dunkle Lache ertönte hinter mir von welcher ich jedes Mal eine leichte Gänsehaut bekam.
"Du nutzt auch alles zu deinem Vorteil."
"Bis ich dich getroffen hab, bin ich damit auch immer gut durchgekommen."
Wir mischten und im Garten wieder unter die Leute und niemand bekam mit, dass wir zusammen abgehauen und wieder aufgetaucht waren.
"Da seid ihr ja.", ertönte die Stimme meiner Mutter. "Wir wollen los."
ENDLICH!!!!!
(...)
Jay und ich saßen auf der Couch und tranken ein Bier. Er versuchte verzweifelt seinen Joint zu bauen, während ich ihm interessiert dabei zusah.
"Man! Was ist denn heute los?", regte er sich auf und versuchte weiter zu bauen.
Meine Mom und Steve verbrachten spontan ein Wellnesswochenende zusammen. Die letzte Woche verlief entspannt. Keine Arbeiten, keine Tests und mit dem Schulstoff kam ich auch gut hinterher.
"Ihr dürft hier kein Gras rauchen.", beschwerte Luise sich.
"Deine Mutter.", nuschelte Jay und versuchte weiterhin den Joint zu drehen.
"Wir rauchen den ja nicht drinnen, du Dummkopf.", meinte ich.
Gott sei Dank zog Luise ab.
"Wie kann man denn so nervig sein?", fragte Jay.
"Ich weiß es nicht. Man-"
"Linus, du solltest doch die Spülmaschine ausräumen.", sagte Luise und stand wieder im Wohnzimmer.
"Alter, jetzt geh mir nicht auf den Sack. Das kann ich morgen doch noch machen."
"Aber die ganze Küche steht voller dreckigem Geschirr!"
Ich zuckte nur mit den Schultern und nahm ein Schluck aus meinem Bier.
"Wir haben kein sauberes Geschirr mehr.", nervte Luise weiter.
"Doch, in der Spülmaschine."
"Ich habs!", rief Jay und hielt stolz den Joint hoch.
"Wie lange hat das jetzt gedauert?"
"Halt dein Maul. Du hättest ja auch was vorbereiten können als guter Gastgeber."
"Arschlecken."
"Ne, das kann Mar-...Maa...- Marie weiter machen!"
Ich fing an zu Lachen, wegen seinem schlechten Versuch Marlons Namen nicht in Luises Gegenwart zu erwähnen.
Wir setzten uns auf die Terrasse und zündeten unseren Joint an.
Die ersten paar Züge genossen wir im Stillen.
"Und was ist da zwischen euch jetzt?", fragte Jay. "Also irgendwie Beziehungsmäßig oder so?"
"Nee. Das würde ja gar nicht funktionieren."
"Meinst du? Ihr seid ja nicht verwandt oder so."
"Ja, aber wäre trotzdem komisch oder?"
"Weiß nicht. Vögeln tut ihr ja so oder so. Würdest du denn sonst eine Beziehung mit ihm eingehen? Unter anderen Umständen?"
Ich überlegte kurz und zuckte dann mit den Schultern.
"Vielleicht."
Jay stieß mich freundschaftlich an. "Naaa, sind da doch mehr Gefühle?"
"Du meinst ob ich verknallt bin?"
Er wackelte mit den Augenbrauen.
"Nein."
Glaube ich.
"Okay, nur Sex. Schon verstanden."
Es entstand eine kurze Stille, bevor Jay plötzlich anfing zu lachen.
"What are you doing, Step Bro?"
"Alteeerrr.", lachte ich.
"Bald Porno von dir."
Die Terassentür ging auf und Marlon sah uns stirnrunzelnd an. "Worüber lacht ihr denn so?"
"Über dich.", sagte Jay.
"Nichts.", sagte ich im gleichen Moment.
"Über mich?"
"Nein, nicht direkt über dich.", sagte ich.
"Okay, ich versteh gar nichts.", meinte er und zündete sich eine Zigarette an.
"Wir haben nur über euren Sex gesprochen.", haute Jay raus, weswegen Marlon mich fragend ansah.
"Er hat es herausgefunden.", antwortete ich ihm, weswegen Marlon nickte.
"Und unser Sex ist so lustig?"
"Okay, stooopp!", rief Jay. "Ich will davon nichts wissen. Das reicht mir schon, wenn ich Linus Stöhnen auf Partys ertragen muss."
"Ey, wir sitzen im gleichen Boot. Ich hab dich auch gehört."
"Kann nicht, ich bin nicht laut. Aber die Mädels sind es."
"Einmal hab ich dich gehört, als du gekommen bist. Und das hat mich traumatisiert."
"Boah, das war aber auch geiler Sex."
Ich schaute zu Marlon, welcher unser Gespräch mit einem Lachen verfolgt hatte. Er lehnte an der Mauer und sah in dem Mondlicht echt heiß aus.
"Willst du?", fragte ich und reichte ihm den Joint.
Er schüttelte nur mit dem Kopf.
"Das ist gutes Zeug."
Um es ihm zu demonstrieren stand ich auf, nahm einen Zug und blies es ihm ins Gesicht.
Marlon hatte weiterhin sein Lächeln auf den Lippen. Und als der Rauch weg war, drückte er mir einen schnellen Kuss auf die Lippen.
"Hast Recht. Ist gutes Zeug."
Er zwinkerte mir zu und trat seine Zigarette aus. "Im Kühlschrank steht noch kaltes Bier. Hab ich vom Training mitgebracht. Bedient euch."
Ich setzte mich wieder hin und sah Jays schmieriges Grinsen. "Nicht verliebt. Klaaaar."
DU LIEST GERADE
Trust me
RomanceAls Linus mit seiner Mutter zu ihrem neuen Liebhaber und seinen zwei Kindern zieht, fällt eine Welt für ihn zusammen. Er kämpft mit mentalen Problem, die er nach außen hin nicht zeigt. Langsam verliert er sich selbst immer mehr. Und dann ist da noch...
