Ich versuchte, den Blick von dem Typen zu lösen, aber es war, als hätte er mich in seinen Bann gezogen. Sein intensiver Ausdruck ließ mich nicht los. Warum war er hier? Ich hatte schon auf der Gala das Gefühl, dass er mehr wusste, als er zugeben wollte, doch hier – in diesem düsteren Lagerhaus – fühlte sich seine Anwesenheit unheilvoll an.
„Elora, komm! Lass uns tanzen!", rief Arina plötzlich und zog mich zurück in die Menge. Sie wirkte seltsam ausgelassen, viel zu euphorisch für die Stimmung, die in dem Raum herrschte.
Ich folgte ihr, versuchte, mich zu entspannen, doch der Raum fühlte sich immer beklemmender an. Die Musik wurde lauter, der Bass vibrierte in meinen Ohren, und ich spürte, wie die Menschen um mich herum immer wilder wurden. Doch es war nicht der übliche Spaß, den man von einer Party erwartet – es war hektisch, unkontrolliert. Ich konnte sehen, wie sich Gruppen von Menschen am Rand des Raums zurückzogen, miteinander flüsterten und kleine Tütchen weiterreichten.
Drogen. Es war offensichtlich, was hier vor sich ging.
„Arina, was... was passiert hier?", fragte ich sie besorgt, als sie lachend ein Glas hob und an einen Typen weitergab, den ich noch nie zuvor gesehen hatte.
„Komm schon, Elora! Entspann dich mal!", rief sie über die laute Musik hinweg und grinste mich an. „Es ist nur Spaß. Probier doch mal."
Sie hielt mir eine kleine Plastiktüte hin, gefüllt mit einem weißen Pulver. Meine Augen weiteten sich. Das war also der Grund, warum sie sich in den letzten Wochen so verändert hatte. Diese Party war mehr als nur Musik und Tanzen. Hier ging es um mehr – um gefährliche Dinge, die ich nicht verstehen wollte.
„Arina, nein! Was ist los mit dir? Das hier... das ist falsch", sagte ich fest und schob ihre Hand weg. „Das ist nicht der Spaß, den wir früher hatten. Es ist gefährlich."
Sie sah mich für einen Moment lang an, als wollte sie protestieren, doch dann lachte sie wieder und steckte das Tütchen weg. „Ach komm, Elora, mach dir nicht so viele Sorgen. Es ist alles unter Kontrolle."
Aber ich fühlte, dass nichts hier unter Kontrolle war. Die Menschen um uns herum schienen zunehmend benebelt zu sein, und ich spürte, wie die Stimmung in der Halle sich verdunkelte. Es war, als wäre ich in einer fremden Welt gelandet, weit entfernt von der sicheren, glamourösen Welt, in der ich mich normalerweise bewegte.
Plötzlich fiel mein Blick wieder auf ihn in der dunklen Ecke, der in der Ecke des Raumes stand und alles mit scharfen Augen beobachtete. Er sah nicht betrunken aus, nicht benebelt. Im Gegenteil, er wirkte wachsam, als würde er jede Bewegung in diesem Raum genau verfolgen. Warum war er hier? Was wusste er, das ich nicht wusste?...
Ich wollte gerade auf ihn zugehen, als ich spürte, wie Arina mich wieder an sich zog. „Komm, wir gehen nach hinten, da passiert das Richtige!"
„Was?", fragte ich, doch Mia zog mich schon durch die Menge. Wir gelangten zu einem abgetrennten Bereich im hinteren Teil des Lagers. Die Musik war hier leiser, und die Luft roch plötzlich viel schwerer – nach Rauch, nach etwas Chemischem.
„Arina, ich will hier weg", sagte ich eindringlich. Mein Herz pochte in meiner Brust, und alles in mir schrie danach, dieses unheimliche Lagerhaus zu verlassen.
Doch bevor ich reagieren konnte, trat eine Gruppe Männer in den Raum. Ich erkannte einen von ihnen – er hatte auf der Party mit Mia geflüstert. Seine Augen musterten uns kühl, und er nickte in unsere Richtung.
„Wer ist sie?", fragte er, seine Stimme tief und schneidend.
Arina schien nervös, was mir sofort auffiel. „Das ist Elora, sie ist cool. Keine Sorge, sie gehört zu mir."
Der Mann sah mich an, als würde er mich abwägen. „Sicher, dass sie hierher gehört?"
Bevor Arina antworten konnte, hörte ich eine tiefe Stimme hinter mir. „Sie gehört nicht hierher."
Ich drehte mich um und sah direkt ins Gesicht des fremdem. Er hatte dunkle Augen. Er war mir gefolgt. Die Anspannung in seinem Gesicht war unverkennbar.
„Elora, geh jetzt", sagte er leise, aber fest. „Das hier ist nicht deine Welt."
Arina versuchte zu protestieren, aber ich spürte, dass er recht hatte. Alles an dieser Party, an den Menschen hier, schrie nach Gefahr. Ohne ein weiteres Wort nahm ich einen Schritt zurück, dann noch einen.
„Was ist hier los?", fragte ich, meine Stimme zitterte leicht.
„Geh einfach", wiederholte er. „Vertrau mir. Bevor es zu spät ist."
Ich spürte, wie die Situation eskalierte. Die Männer sahen uns immer misstrauischer an, und Arina schien in ihrer eigenen Welt gefangen, unfähig zu begreifen, wie gefährlich das alles geworden war.
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Untouched
AventuraElora Meredez kämpft um den Erfolg ihrer Modefirma, als ihre beste Freundin Arina nach einer geheimnisvollen Party verschwindet. Auf der verzweifelten Suche nach Antworten trifft Elora auf Malik, einen attraktiven, aber undurchsichtigen Mann mit ein...
