Kapitel 30: Der Preis der Freiheit

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Die Stille, die nach dem Schusswechsel eintrat, war ohrenbetäubend. Mein Herz schlug laut in meiner Brust, und ich konnte nicht aufhören, auf die leblosen Körper der Männer zu starren, die am Boden lagen. Die Realität dessen, was gerade geschehen war, warf einen langen Schatten auf mich. Ich hatte Malik als jemanden gekannt, der mich beschützen wollte, aber jetzt war er ein Mann, der ohne Zögern Leben nahm.

„Was hast du getan?", flüsterte ich, als ich mich von dem Anblick abwendete und zu ihm aufblickte. „Das wird Konsequenzen haben. Wir sind in eine Spirale der Gewalt geraten!"

„Wir hatten keine Wahl", antwortete er, und ich konnte den inneren Kampf in seinen Augen erkennen. „Sie hätten uns entweder benutzt oder getötet. Ich habe dich nicht in Gefahr gebracht, um die Dinge komplizierter zu machen. Du musst mir vertrauen, Elora."

Ich schüttelte den Kopf, unfähig, die Realität zu akzeptieren. „Wie kann ich dir vertrauen, wenn du so etwas tust? Du bist nicht der Malik, den ich kannte. Der Malik, der mir geholfen hat. Was ist mit dir geschehen?"

„Das hier ist die Realität, Elora", sagte er, seine Stimme war fest, aber auch von einer Traurigkeit durchzogen. „Ich musste handeln, und ich werde es immer wieder tun, um dich zu beschützen. Wenn du an meiner Seite bist, wirst du lernen, das zu akzeptieren."

Ich fühlte mich hin- und hergerissen. Ich hatte immer an das Gute in ihm geglaubt, aber jetzt schien das Bild, das ich von ihm hatte, zu zerbröckeln. „Und was ist mit Arina? Was wird mit uns geschehen?"

Malik sah weg, und ich konnte die innere Zerrissenheit in ihm spüren. „Arina ist sicher, solange du hier bleibst. Aber wir müssen uns beeilen. Die anderen werden bald wissen, was hier geschehen ist."

Er griff nach meinem Arm und zog mich mit sich. „Komm, wir müssen hier raus."

Ich ließ mich mitziehen, aber der Schock lähmte mich. Wir bewegten uns durch die dunklen Gänge der Fabrik, vorbei an den blutigen Überresten der Männer, die Malik erschossen hatte. Ich wollte nicht hinschauen, wollte die grausame Realität nicht anerkennen.

„Wir müssen einen Plan schmieden", sagte Malik, während wir in einen kleinen, unbeleuchteten Raum traten. „Ich habe Kontakte, die uns helfen können. Aber wir müssen strategisch vorgehen und sie nicht alarmieren."

„Was ist der Plan?", fragte ich, und mein Verstand suchte nach einer Möglichkeit, mich aus dieser schrecklichen Situation zu befreien.

„Wir müssen einen Weg finden, die anderen, die uns nach dem Vorfall suchen werden, abzulenken", antwortete er. „Es gibt einen sicheren Ort, an den wir gehen können, aber du musst mir dabei helfen."

Ich schüttelte den Kopf, unfähig zu begreifen, was er meinte. „Ich kann nicht einfach in dein Spiel zurückkehren, Malik. Ich wollte nur mein Leben leben, ohne in diese Gewalt verwickelt zu werden!"

„Das ist die Realität, Elora! Du bist jetzt Teil dieser Welt, ob du willst oder nicht", sagte er, und ich sah den Zorn in seinen Augen aufblitzen. „Du musst lernen, damit umzugehen!"

Ich schluckte schwer. „Und wenn ich nicht kann? Was passiert dann?"

„Dann kann ich dich nicht beschützen", sagte er leise und wandte sich ab. „Es gibt Dinge, die du nicht verstehst. Ich mache das nicht für mich, sondern für dich. Du bist alles, was ich noch habe."

Seine Worte schienen mir das Herz zu zerreißen. Ich wollte ihm glauben, doch die Kluft zwischen dem Mann, der mir einst geholfen hatte, und dem, der jetzt vor mir stand, war unergründlich. „Ich weiß nicht, ob ich dir vertrauen kann", murmelte ich.

Malik trat näher, und seine Augen durchdrangen mich. „Du musst mir vertrauen. Ich habe alles riskiert, um dich hierher zu bringen. Ich habe sie erschossen, um sicherzustellen, dass du nicht in Gefahr bist. Aber ich kann das nicht alleine machen. Wir müssen zusammenarbeiten."

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