Das Lagerhaus am Stadtrand war alles andere als einladend. Es wirkte verlassen, die Fenster waren mit Brettern vernagelt, und der Eingang war nur durch eine schmale Seitentür zugänglich, die kaum beleuchtet war. Ich fühlte, wie sich die Anspannung in meinem Körper aufbaute, als ich Arina durch den Eingang folgte.
„Bist du sicher, dass das der richtige Ort ist?", fragte ich skeptisch, während ich den düsteren Raum musterte. Drinnen war die Atmosphäre düster und stickig, die Musik laut und dröhnend. Der Raum war voller Menschen, die sich in Gruppen aufteilten und in den Schatten verschwanden.
Arina nickte enthusiastisch. „Ja, absolut! Das ist der Ort, von dem ich dir erzählt habe. Es wird gleich richtig losgehen. Warte nur."
Ich sah mich um. Etwas an der Party fühlte sich merkwürdig an – nicht wie die üblichen Events, die ich mit Mia besuchte. Die Leute wirkten nervös, manche sprachen flüsternd, und an den Rändern der Tanzfläche standen Personen, die uns aufmerksam beobachteten. Es war fast so, als ob alle darauf warteten, dass etwas passierte.
Plötzlich fröstelte ich, und ein kalter Schauer lief mir den Rücken hinunter. Ich spürte einen Blick auf mir, und als ich mich umdrehte, sah ich ihn – den Mann von der Gala.
Der geheimnisvolle Fremde, der mich die ganze Nacht über beobachtet hatte, stand in einer dunklen Ecke des Raumes. Seine Augen waren fest auf mich gerichtet, und obwohl er nichts sagte, spürte ich die gleiche intensive Präsenz wie damals.
Warum war er hier? Mein Herzschlag beschleunigte sich. Es konnte kein Zufall sein. Erst tauchte Arina plötzlich auf, und jetzt war er auch hier? Ich wusste, dass irgendetwas im Gange war, aber ich konnte es noch nicht vollständig erfassen.
„Arina, wer ist dieser Typ?", fragte ich und deutete mit einem Nicken in seine Richtung.
Arina folgte meinem Blick und zuckte leicht zusammen, als sie ihn sah. „Ach, er? Den hab ich schon ein paar Mal hier gesehen. Keine Ahnung, was er macht, aber er gehört zu der Szene. Macht sich nicht viel aus dem Trubel."
Ich musterte Arina misstrauisch. „Was meinst du mit ‚der Szene'? Was geht hier wirklich vor?"
Arina wich meinem Blick aus und schien nervös zu werden. „Ach, mach dir keine Sorgen, Elora. Es ist nur eine Party, okay? Nichts Gefährliches."
Doch ich ließ mich nicht so leicht beruhigen. Die Stimmung in dem Raum war angespannt, und der Mann, zeigte durch sein Aussehen keinen Zweifel daran, dass hier mehr im Gange war, als Arina zugeben wollte. Es war nicht nur eine Party. Dafür war die Atmosphäre viel zu dicht, zu schwer von unausgesprochenen Dingen. Ich spürte, wie mein Puls in meinen Ohren hämmerte, und die laute Musik schien den Raum mit einer bedrohlichen Energie zu füllen, die ich nicht ignorieren konnte.
Der Mann in der Ecke rührte sich nicht. Seine Augen waren unverändert auf mich gerichtet, als ob er auf etwas wartete – auf mich? Sein Blick ließ mir kaum Raum zum Atmen. Instinktiv wich ich einen Schritt zurück und stieß fast gegen Arina, die nun noch angespannter wirkte als zuvor.
„Arina", flüsterte ich, die Unruhe in meiner Stimme nicht verbergend, „ich will wissen, was hier los ist. Jetzt."
Die Worte kamen härter heraus, als ich beabsichtigt hatte, aber ich konnte die aufkommende Angst nicht länger unterdrücken.
Arina wich meinem Blick aus, ihre Augen huschten nervös über den Raum, als ob sie nach einem Ausweg suchte – nicht für uns, sondern für sich selbst, um der Konfrontation zu entkommen. Ihre Lippen öffneten sich, doch es kam kein Wort heraus. Für einen Moment dachte ich, sie würde gar nichts sagen, aber dann schüttelte sie den Kopf, ein nervöses Lächeln auf den Lippen, das nicht bis zu ihren Augen reichte.
„Elora, mach dir keine Sorgen", sagte sie mit gezwungener Leichtigkeit, „es ist wirklich nur eine Party. Nichts Gefährliches, okay? Du machst dir zu viele Gedanken." Ihre Stimme klang hohl, als ob sie selbst nicht glaubte, was sie sagte.
Doch ich ließ mich nicht so leicht abwimmeln. Ich spürte, dass Arina etwas wusste, etwas, das sie mir nicht sagen wollte. Die Nervosität, die ich bei ihr bemerkte, seit wir diesen Raum betreten hatten, ließ sich nicht länger ignorieren. Es war mehr als nur Unbehagen – es war Angst.
„Arina, du lügst", sagte ich ruhig, aber bestimmt. „Was geht hier wirklich vor?"
Sie wich noch einen Schritt zurück, und ich sah, wie ihre Hände zitterten. „Elora, bitte... vertraue mir einfach. Es ist nichts, worüber du dir Gedanken machen musst. Alles wird gut."
Aber in dem Moment, in dem sie das sagte, wusste ich, dass nichts davon stimmte. Ihre Augen huschten erneut zu dem Mann in der Ecke, als ob er die Antwort auf all meine Fragen war – und als ob sie Angst hatte, was er tun könnte, wenn sie mir die Wahrheit sagte.
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Untouched
RomanceElora Meredez kämpft um den Erfolg ihrer Modefirma, als ihre beste Freundin Arina nach einer geheimnisvollen Party verschwindet. Auf der verzweifelten Suche nach Antworten trifft Elora auf Malik, einen attraktiven, aber undurchsichtigen Mann mit ein...
