Kapitel 18: Das Treffen

4 0 0
                                        

Ich fühlte mich, als stünde ich am Rand eines Abgrunds, während ich über alles nachdachte, was mir in den letzten Wochen widerfahren war. Die Nacht mit Malik war mir noch so klar im Gedächtnis – die Art, wie er mich berührt hatte, seine leidenschaftlichen Küsse und die Nähe, die ich in seinen Armen gespürt hatte. Doch jetzt, wo ich die Realität sah, schien es, als ob alles nur eine Illusion gewesen wäre.

„Ich muss ihn zur Rede stellen", sagte ich zu Lyle, und ich war überrascht, wie entschlossen meine Stimme klang. „Ich kann nicht einfach tatenlos zusehen, wie er mir weiter etwas vormacht. Wenn er wirklich in all das verwickelt ist, dann werde ich die Wahrheit aus ihm herausbekommen. Und wenn das bedeutet, ihm direkt ins Gesicht zu sagen, was ich weiß, dann werde ich das tun."

„Das klingt riskant, Elora", erwiderte Lyle und sah mich besorgt an. „Er könnte nicht nur dir, sondern auch Arina schaden, wenn er sich bedroht fühlt. Wenn er denkt, dass du ihm auf die Schliche kommst..."

„Was bleibt mir anderes übrig?" unterbrach ich ihn und ballte die Hände zu Fäusten. „Ich kann nicht einfach abwarten und hoffen, dass alles gut wird. Arina ist in Gefahr, und ich kann sie nicht im Stich lassen. Außerdem hat Malik mir nicht nur etwas bedeutet – er hat auch mit meinen Gefühlen gespielt. Ich muss wissen, wo ich bei ihm stehe."

Lyle nickte zögerlich, als ob er überlegte, ob ich wirklich bereit war für die Risiken, die ich eingehen wollte. „Wenn du es so machst, dann lass uns einen Plan ausarbeiten. Wir können versuchen, Malik in eine Situation zu bringen, in der er sich nicht herausreden kann."

„Das klingt gut", antwortete ich und spürte, wie ein Funke Hoffnung in mir aufglomm. Vielleicht konnte ich doch herausfinden, was wirklich hinter all dem steckte.

𓃭

Wir verbrachten die nächsten Minuten damit, mögliche Szenarien durchzugehen. Ich überlegte, wie ich Malik ansprechen könnte, ohne ihn sofort zu warnen. Lyle schlug vor, dass wir ein Treffen arrangieren könnten, das so schien, als wäre es unverbindlich – vielleicht ein lockeres Treffen in einem Café oder sogar bei einer der Partys. Je mehr ich darüber nachdachte, desto klarer wurde mir, dass ich Malik dort konfrontieren musste, wo er sich wohlfühlte.

„Und ich werde dir den Rücken freihalten", fügte Lyle hinzu, seine Stimme war fest. „Wenn etwas schiefgeht, bin ich da, um dir zu helfen. Wir müssen das zusammen angehen."

Ich nickte dankbar, aber mein Kopf war voller Gedanken. Ich dachte an die leidenschaftliche Nacht mit Malik, an das Lächeln, das er für mich reserviert hatte, und an die Geheimnisse, die hinter diesem Lächeln verborgen waren. Ich würde die gesamte Wahrheit herausfinden – auch wenn sie schmerzhaft war.

„Ich werde Malik heute Abend anrufen", sagte ich schließlich und entschloss mich, ihm eine Nachricht zu schicken, in der ich ihm vorschlug, uns in einem Café zu treffen. „Ich kann nicht länger warten. Ich muss wissen, was er über Arina weiß und welche Rolle er wirklich in diesem ganzen Spiel spielt."

„Mach das, aber sei vorsichtig", warnte Lyle erneut. „Denk daran, dass du ihn nicht verärgern darfst. Wenn er merkt, dass du ihm nicht mehr vertraust, könnte er reagieren, bevor du die Möglichkeit hast, ihn zur Rede zu stellen."

„Ich werde vorsichtig sein", versprach ich, aber tief in meinem Inneren brodelte die Wut und die Enttäuschung über Malik. Es war an der Zeit, den Vorhang zu lüften und die Schatten, die uns umgaben, zu erhellen.

Als ich das Café verließ, spürte ich die Kälte der Nacht, die mir ins Gesicht blies, und gleichzeitig brannte ein Feuer der Entschlossenheit in mir. Ich würde nicht ruhen, bis ich die Wahrheit wusste. Arina war in Gefahr, und ich würde nicht zulassen, dass Malik, egal wie verführerisch er war, mich noch tiefer in dieses Dunkel hineinzog.

UntouchedWo Geschichten leben. Entdecke jetzt