Kapitel 20: Dringlichkeit der Wahrheit

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Kaum war ich aus dem Apartment von Malik heraus, ließ ich den ersten Schwall an Emotionen über mich ergehen. Ich zückte mein Handy und wählte Lyles Nummer, während ich mich hastig durch die Straßen bewegte. Die Wut, die mich antrieb, war wie ein brennendes Feuer in meinem Inneren, und ich brauchte Antworten. So viele Fragen brannten in mir, aber jetzt war nicht die Zeit, um um den heißen Brei herumzureden.

„Elora? Was ist los?" Lyles Stimme klang am anderen Ende der Leitung besorgt, als er abnahm.

„Lyle, ich brauche dich sofort im Modehaus. Kein Aufschub," sagte ich, meine Stimme war scharf und bestimmt.

„Was ist passiert? Ist alles in Ordnung?" fragte er, und ich konnte die Verwirrung in seinem Tonfall hören.

„Ich kann dir das gerade nicht erklären. Es ist dringend. Bitte, sei einfach da. Ich warte in einer Stunde auf dich im Büro", drängte ich, während ich mich weiter vorantrieb, den Puls rasend schnell.

„Okay, ich komme. Ich kann nichts versprechen, aber ich bin gleich da.", antwortete er, und ich konnte hören, wie er bereits in Bewegung war.

Ich legte auf und atmete tief ein. Der nächste Schritt war entscheidend. Ich musste mehr über die dunklen Machenschaften herausfinden, die Malik umgaben und die mit Arina zusammenhingen. Und ich brauchte Lyles Unterstützung.

Im Büro angekommen, setzte ich mich an meinen Schreibtisch, die Gedanken wirbelten in meinem Kopf. Ich war allein, umgeben von den bunten Stoffen und den fröhlichen Designs, die normalerweise meine Kreativität anregten. Doch heute fühlte ich mich gefangen, wie in einem Käfig, aus dem ich ausbrechen wollte.

Es dauerte nicht lange, bis Lyle hereinkam, etwas außer Atem, aber entschlossen. „Elora, was ist los? Du wirkst aufgewühlt."

Ich sah ihn an, meine Wut und Frustration waren nur schwer zu verbergen. „Es geht um Malik und Arina. Ich habe mehr herausgefunden."

„In Maliks Notizbuch habe ich einiges gefunden, das uns helfen könnte. Es sind nicht nur Namen, sondern auch Aufzeichnungen von Treffen und Codes, die ich noch entschlüsseln muss."

Lyle beugte sich vor und betrachtete den Umschlag. „Was genau hast du gefunden?"

Ich holte tief Luft und öffnete den Umschlag vorsichtig. „Ich habe eine Liste von Kontakten, die in die Drogengeschäfte verwickelt sind. Und in seinem Notizbuch gibt es Hinweise auf eine große Lieferung, die heute Abend ankommt. Malik hat anscheinend eine Schlüsselrolle in dieser ganzen Sache."

„Das ist gefährlich", murmelte Lyle, während er die Seiten durchblätterte. „Diese Namen könnten Personen sein, die uns helfen oder uns in noch größere Schwierigkeiten bringen können. Und wenn Malik weiß, dass du in sein Spiel eingestiegen bist..."

„Ich weiß, ich weiß. Aber ich kann nicht einfach tatenlos zusehen, während Arina in Gefahr ist. Diese Notizen deuten darauf hin, dass sie tiefer in das Geschäft involviert ist, als ich dachte", antwortete ich, während ich frustriert auf den Tisch trommelte.

„Wenn das stimmt, müssen wir schnell handeln. Woher hast du diese Informationen?"

„Ich habe sie während einer unserer letzten Treffen aufgeschrieben, als ich dachte, dass ich einen Hinweis bekommen könnte. Malik redete mit jemandem am Telefon, und ich habe zufällig seine Gespräche belauscht. Ich konnte nur einige Wörter aufgreifen, aber sie haben mir die Augen geöffnet", erklärte ich, während ich mir durch die Haare fuhr. „Ich glaube, dass ich einen Teil der Wahrheit erhaschen konnte."

Lyle nickte nachdenklich. „Wir müssen die Verbindungen in diesem Notizbuch weiter verfolgen. Es könnte unser Schlüssel sein, um zu verstehen, was wirklich vor sich geht und wie wir Arina helfen können."

„Ich habe auch einen Plan", fügte ich hinzu. „Ich werde Malik heute Abend ansprechen, während die Lieferung läuft. Vielleicht kann ich ihm entlocken, was er wirklich vorhat, ohne ihm meine wahren Absichten zu verraten."

„Das ist riskant, Elora", sagte Lyle, seine Stirn in Falten gelegt. „Wenn er auch nur einen Verdacht schöpft..."

„Ich werde vorsichtig sein. Ich habe das Gefühl, dass er mir etwas verheimlicht. Ich muss herausfinden, was er plant und wie Arina darin verwickelt ist", entgegnete ich, entschlossen.

Lyle sah mich an, als würde er abwägen, ob er meine Pläne unterstützen sollte. „Okay, aber sei vorsichtig. Lass mich wissen, wenn du irgendetwas Verdächtiges bemerkst. Wir müssen auf alles vorbereitet sein."

„Ich werde dich auf dem Laufenden halten", versprach ich. „Aber ich brauche deine Hilfe, um mehr über die Personen auf der Liste herauszufinden. Vielleicht gibt es eine Verbindung zu Malik, die uns einen Vorteil verschaffen könnte."

Lyle nickte und nahm das Notizbuch in die Hand. „Ich werde alle Informationen sammeln, die ich bekommen kann. Lass uns später noch einmal sprechen, bevor die Dinge eskalieren."

„Ja, ich freue mich darauf. Und danke, dass du hier bist", sagte ich und die Stille stieg während wir uns die Infos noch anschauten.

Lyle sah mich skeptisch an. „Aber wie kannst du dir so sicher sein, dass Malik keinen Verdacht schöpft?"

Ich stockte. Seine Frage traf mich wie ein Schlag. Wie konnte ich ihm das erklären? Mit einem tiefen Atemzug ließ ich die Worte heraus: „Weil ich ein Verhältnis mit ihm habe."

„Was?", Lyle sah mich entgeistert an, als die Worte in der Luft schwebten. „Du hast ein Verhältnis mit Malik?"

„Ja", gestand ich, mein Herz klopfte wild. „Es hat sich einfach so ergeben. Ich weiß, dass es riskant ist, aber ich dachte, dass ich ihn besser verstehen könnte. Ich wollte herausfinden, was er wirklich plant und welche Rolle er spielt."

„Das ist nicht gut, Elora", sagte Lyle ernst. „Er kann dich manipulieren, und du riskierst nicht nur dein eigenes Wohl, sondern auch das von Arina. Wenn Malik dahinterkommt, dass du ihn ausspionierst..."

„Ich weiß das alles", unterbrach ich ihn und fühlte, wie die Wut und Frustration in mir hochstiegen. „Aber ich kann nicht einfach aufgeben. Ich muss Arina helfen, und ich glaube, dass Malik mir etwas erzählen wird, wenn ich ihm nahe genug bin. Wenn ich ihn von seiner menschlichen Seite sehe, kann ich vielleicht an seine Emotionen appellieren."

Lyle schüttelte den Kopf. „Emotionen werden in dieser Welt nicht oft gezeigt. Wenn du ihm zu nahe kommst, könnte es gefährlich für dich werden. Du musst einen klaren Kopf bewahren und den Abstand wahren."

„Ich verstehe deine Bedenken, aber ich kann es nicht vermeiden", sagte ich. „Es ist schon zu spät, um mich zurückzuziehen. Ich muss die Wahrheit herausfinden, auch wenn es bedeutet, näher an die Gefahr heranzukommen."

Lyle atmete tief ein und lehnte sich zurück. „In Ordnung. Aber ich werde dich im Auge behalten. Wir müssen einen Plan entwickeln, um sicherzustellen, dass du nicht allein bist, falls es schiefgeht. Es gibt zu viel auf dem Spiel."

Ich nickte, dankbar für seine Unterstützung. „Danke, Lyle. Ich schätze das wirklich. Wir müssen zusammenarbeiten, um Arina und mich aus dieser Situation herauszuholen."

„Ich muss jetzt gehen", sagte er hastig, als ob er einen Rückzieher machen wollte, um die aufkeimende Spannung zu vermeiden. „Ich werde mich noch einmal melden. Wir müssen uns darauf konzentrieren, was vor uns liegt."

Seine Stimme war kühl, und die Tür schloss sich hinter ihm, als er hastig den Raum verließ. Ich blieb allein zurück, frustriert und voller Zweifel. Ich wusste, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte, aber ich konnte die Unruhe in mir nicht abstellen.

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