Kapitel 8: Die Dunkeltheit der Wahrheit

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Ich saß allein in der Dunkelheit der Wohnung, umgeben von einer lähmenden Stille. Der Schmerz in meinem Knie war stechend, und ich musste mich zusammenreißen, um nicht in Panik zu geraten. Was hatten diese Männer mit Arina angestellt? Und wie konnte ich ihr helfen, wenn ich hier gefangen war?

Die Tür öffnete sich plötzlich, und das grelle Licht des Flurs flutete in den Raum. Ich blinzelte, als die Silhouette des ersten Mannes wieder auftauchte, gefolgt von einem weiteren – diesem großen, muskulösen Mann, den ich vorher gesehen hatte. Beide trugen finstere Mienen, und ich spürte sofort, dass etwas Schlimmes bevorstand.

„Wir haben ein paar Fragen für dich", sagte der große Mann mit einer Stimme, die so kalt war wie das Wetter draußen.

Ich versuchte, meine Angst zu unterdrücken und wollte stark wirken. „Ich habe nichts zu sagen. Lasst mich gehen!"

„Oh, das glaube ich nicht", antwortete der erste Mann. „Du bist hier, weil du mehr weißt, als du zugeben willst. Und wir sind hier, um herauszufinden, was es ist."

Plötzlich packte er mich am Arm und zog mich brutal auf die Beine. Ich stöhnte vor Schmerz und schüttelte mich los, doch er hielt mich fest. „Wir können das auf die harte Tour machen, oder auf die sanfte. Es liegt ganz bei dir."

„Ich weiß nichts!", schrie ich verzweifelt, aber in meinem Inneren war ich mir nicht mehr so sicher. Ich hatte das Gefühl, dass Arina wirklich in Schwierigkeiten steckte, und ich wollte nicht, dass die Männer einen weiteren Schritt in ihrer Suche nach ihr gingen.

Der große Mann trat vor und beugte sich zu mir hinunter, sodass ich die Drohung in seinen Augen sehen konnte. „Wenn du Arina  so sehr liebst, wie du sagst, dann solltest du besser mit uns kooperieren. Sie ist in einem gefährlichen Geschäft verwickelt, und du bist jetzt ein Teil davon."

Ich war verwirrt, meine Gedanken wirbelten durcheinander. „Was meinen Sie damit? Was hat sie mit Ihnen zu tun?"

„Das ist nicht dein Problem", erwiderte der große Mann und schaute mich herausfordernd an. „Was zählt, ist, was du uns sagst. Wo ist sie?"

Ein tiefes Gefühl der Panik breitete sich in mir aus. Ich wusste, dass ich die Männer nicht über Arina's Aufenthaltsort informieren konnte, auch wenn ich keine Ahnung hatte, wo sie wirklich war.

Plötzlich hatte ich eine Idee. Wenn ich sie dazu bringen konnte, zu glauben, dass ich mehr wusste, als ich tatsächlich tat, vielleicht könnte ich sie ablenken. „Ich kann Ihnen helfen", sagte ich hastig. „Ich kann Ihnen alles erzählen, was ich über sie weiß, aber zuerst müssen Sie mich hier rauslassen. Ich kann nicht hierbleiben."

Die beiden Männer wechselten einen kurzen Blick, und ich spürte, wie sich die Spannung im Raum leicht löste. Vielleicht war ich auf dem richtigen Weg. „Was hast du im Sinn?", fragte der erste Mann misstrauisch.

„Ich habe einige Kontakte, die mir helfen können, Informationen über Arina zu sammeln. Wenn ich nur eine Chance bekomme, mit ihnen zu sprechen, kann ich Ihnen alles bringen, was Sie wollen", schlug ich vor, und mein Herz raste vor Nervosität.

Der große Mann überlegte einen Moment, bevor er zu mir sagte: „Das klingt interessant. Aber ich glaube dir kein Wort. Du bist nur ein weiteres Mädchen, das versucht, sich aus der Sache herauszureden."

Ich fühlte, wie die Hoffnung in mir schwand. „Ich schwöre, ich weiß mehr, als ich sage. Wenn ich einen Kontakt habe, der etwas über ihren Aufenthaltsort sagen kann, werde ich alles tun, um Ihnen zu helfen!"

Er schaute mich scharf an, und ich wusste, dass ich alles auf eine Karte setzen musste. „Wenn Sie mich hier rauslassen, kann ich Ihnen einen Namen geben. Aber ich brauche Zeit. Und ein Telefon."

Die Männer schauten sich an, und ich konnte sehen, wie der Zweifel in ihren Gesichtern schwankte. Schließlich nickte der große Mann. „Du hast eine Stunde. Dann reden wir weiter."

Ich warf einen Blick auf die Uhr, die an der Wand hing, als sie mir das Handy reichten. Mein Herz raste, während ich versuchte, einen ruhigen Kopf zu bewahren. Ich musste Lyle kontaktieren – er war meine einzige Hoffnung.

Als ich die Nummer wählte, zitterten meine Hände. Ich hatte nicht viel Zeit. Das Klingeln schien eine Ewigkeit zu dauern, bis Lyle schließlich abnahm.

„Elora? Was ist los? Du klangst am Telefon ziemlich aufgewühlt", sagte seine Stimme, und ich fühlte mich erleichtert, ihn zu hören.

„Lyle, ich bin in Schwierigkeiten", flüsterte ich hastig. „Ich wurde von Männern entführt. Sie haben etwas mit Mia zu tun. Ich kann hier nicht bleiben. Ich brauche deine Hilfe."

Seine Stimme wurde ernst. „Wo bist du? Ich komme sofort."

„Ich kann dir nicht sagen, wo ich bin. Ich... ich muss es dir in einer Stunde erzählen. Sie lassen mich nicht länger telefonieren. Aber ich habe einen Plan. Du musst versuchen, Mia zu finden. Sie ist in Gefahr!"

„Beruhige dich, Elora. Ich werde alles tun, was ich kann. Halte durch, okay?"

„Ich werde versuchen, aber ich weiß nicht, wie lange ich hier bleiben kann", flüsterte ich, als ich das Gefühl hatte, dass die Zeit gegen mich lief.

Plötzlich hörte ich Schritte und eine Stimme, die mich rief. „Wach auf, Zeit ist um!"

„Lyle, ich muss auflegen!", rief ich hastig und beendete den Anruf, bevor die Männer zurückkamen.

Ich legte das Handy schnell zur Seite und versuchte, ruhig zu bleiben. Die beiden Männer traten wieder ein, und ich sah, wie sie mich skeptisch musterten.

„Bist du bereit, uns zu sagen, was du weißt?", fragte der erste Mann.

Ich atmete tief ein und bereitete mich darauf vor, sie zu überzeugen, dass ich die Kontrolle hatte. Ich war entschlossen, nicht aufzugeben. Es gab keinen Ausweg, und ich wusste, dass ich kämpfen musste – für Arina und für meine eigene Freiheit.

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