Kapitel 28: Kapitel: Nach dem Sturm

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Die Tage vergingen, und ich fand mich in einem Rhythmus wieder, der mir sowohl vertraut als auch seltsam erschien. Das Modehaus, das einst ein Ort des kreativen Schaffens und der Inspiration war, fühlte sich jetzt an wie ein Schatten seiner selbst. Es war, als ob der Schrecken der letzten Ereignisse einen bleibenden Eindruck hinterlassen hätte, der auch die Farben meiner Welt gedämpft hatte.

Arina ging es besser. Ihre Wunden heilten, und ich konnte die schüchterne Wärme in ihrem Lächeln wieder erkennen. Dennoch hatten wir kaum miteinander gesprochen. Es war, als ob wir beide in einer Blase des Schweigens gefangen waren, gefüllt mit unausgesprochenen Gedanken und Gefühlen, die wir nicht in Worte fassen konnten. Jedes Mal, wenn ich sie ansah, fühlte ich das Bedürfnis, sie zu umarmen, aber ich wusste nicht, ob ich das Recht hatte, ihr nahe zu kommen, nachdem alles, was passiert war.

Lyle und ich hatten telefoniert, und ich war erleichtert, dass wir die Missverständnisse aus dem Weg räumen konnten. Sein Verständnis und seine Unterstützung gaben mir das Gefühl, dass ich nicht ganz allein war. Aber die Gespräche waren nicht mehr so vertraut wie früher. Jedes Wort schien von einer unsichtbaren Wand zwischen uns durchzogen zu sein, als ob die jüngsten Geschehnisse einen Schatten auf unsere Beziehung geworfen hatten.

Trotz der inneren Unruhe konzentrierte ich mich auf meine Arbeit. Die neue Kollektion, an der ich arbeitete, musste perfekt werden. Ich wollte, dass die Entwürfe nicht nur die Schönheit der Mode widerspiegelten, sondern auch die Stärke, die aus dem Überwinden von Schwierigkeiten erwächst. Doch während ich die Stoffe und Muster durchging, bemerkte ich eine nagende Leere in meinem Herzen, die ich nicht ignorieren konnte.

Was mir jedoch besonders auffiel, war das Fehlen von Malik. Er, der als Sicherheitsbeauftragter eingestellt worden war, war nicht mehr in der Firma. Ich hatte ihn seit Tagen nicht mehr gesehen, und das machte mich unruhig. Irgendwie hatte ich mir gewünscht, dass er da war, auch wenn ich nicht genau sagen konnte, warum. Vielleicht war es die Sicherheit, die er ausstrahlte, oder die Art und Weise, wie er mich in den Momenten der Angst beruhigen konnte. Es war seltsam, wie sehr ich seine Präsenz vermisste, obwohl unser letztes Zusammentreffen nicht gerade positiv war.

Mit einem Seufzer schloss ich für einen Moment die Augen und versuchte, mich auf die bevorstehenden Aufgaben zu konzentrieren. Die Welt um mich herum war chaotisch, aber ich war entschlossen, inmitten des Sturms Stabilität zu finden.

„Elora?" Arina trat leise an meinen Tisch.

„Ja?" Ich öffnete die Augen und sah sie an.

„Hast du schon an die Präsentation gedacht? Es ist in zwei Wochen."

„Ich arbeite daran", antwortete ich, während ich ein paar Skizzen zur Seite schob. „Aber es gibt noch viel zu tun."

„Das wirst du schaffen", sagte sie mit einem sanften Lächeln. Ich wollte glauben, dass sie recht hatte, doch in meinem Inneren war ich mir nicht so sicher.

Als ich wieder in meine Arbeit vertieft war, schoss mir der Gedanke durch den Kopf, dass ich Malik anrufen sollte. Vielleicht würde ich ihn erreichen, vielleicht könnte ich klären, was zwischen uns gestanden hatte. Aber die Vorstellung, ihn zu kontaktieren, fühlte sich gleichzeitig richtig und falsch an.

Für den Rest des Tages kämpfte ich gegen die innere Unruhe an. Die Vorstellung, dass ich Malik nicht mehr in meiner Nähe hatte, schmerzte mehr, als ich mir eingestehen wollte.

So vergingen die Tage, und ich wusste, dass ich eine Entscheidung treffen musste.

Ich saß an meinem Tisch im Modehaus, der Entwurf für die neue Kollektion vor mir, aber meine Gedanken schweiften immer wieder zu Malik ab. Das letzte Gespräch, das wir hatten, und die schmerzhafte Erinnerung an die Momente, die wir miteinander geteilt hatten, ließen mich nicht los. Ich schwankte zwischen den verschiedenen Möglichkeiten, die mir offenstanden, und das fühlte sich an, als würde ich auf einem schmalen Grat balancieren.

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