Kapitel 23: Im Strudel der Dunkelheit

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In einem impulsiven Moment beugte ich mich vor und küsste ihn. Der Kuss war voller Leidenschaft und drängte all die aufgestauten Emotionen der letzten Tage in einem einzigen Moment zusammen. Malik schien überrascht, aber dann erwiderte er den Kuss mit einer Intensität, die mich überwältigte.

Malik schloss für einen Moment die Augen und atmete tief ein, als könnte er die Hitze zwischen uns in etwas Greifbares verwandeln. Er zögerte erneut. „Du weißt nicht, worauf du dich einlässt, Elora", murmelte er, und die Unsicherheit in seiner Stimme war fast greifbar.

„Genau das ist es, was ich herausfinden will", entgegnete ich und wagte es, ihn sanft am Arm zu berühren. „Ich will verstehen, warum du tust, was du tust, und was du wirklich bist."

Er sah mich an, und in seinen Augen war eine Mischung aus Faszination und Sorge. „Ich bin nicht der, für den du mich hältst. Es gibt Dinge, die man nicht mit einem Kuss wegwischt. Es gibt Konsequenzen, die über uns hinausgehen."

„Ich bin bereit, die Konsequenzen zu tragen", sagte ich mit fester Stimme. „Ich bin bereit, alles zu riskieren, um die Wahrheit zu erfahren. Ich werde nicht weglaufen, wenn es schwierig wird."

Malik sah mich an, als könnte er in meine Seele blicken. „Das ist gefährlich, Elora. Wenn du wirklich in diese Welt eintauchst, wird es kein Zurück mehr geben. Ich kann dir nicht garantieren, dass du unbeschadet herauskommst."

In diesem Moment fühlte ich eine Welle der Entschlossenheit, die mir durch die Adern rauschte. „Ich kann nicht einfach hier stehen und nichts tun, während Arina in Gefahr ist. Wenn ich mit dir zusammen bin, kann ich vielleicht herausfinden, wo sie ist und was sie braucht."

„Arina ist tiefer in diese Geschäfte verwickelt, als du denkst", gestand er. „Sie hat sich in etwas hineinziehen lassen, das sie nicht kontrollieren kann. Wenn du versuchst, ihr zu helfen, könntest du dich selbst in Gefahr bringen."

„Aber ich muss es versuchen. Sie ist meine Freundin", sagte ich eindringlich. „Ich kann nicht zulassen, dass sie das durchmachen muss, ohne dass ich etwas tue."

Malik starrte mich einen Moment lang an, und ich spürte, wie sich die Luft um uns herum veränderte. Schließlich seufzte er und nickte. „Okay, ich werde dir helfen. Aber du musst mir versprechen, dass du alles tust, um dich selbst zu schützen. Ich kann nicht zulassen, dass dir etwas zustößt."

„Das verspreche ich", sagte ich, und obwohl ich wusste, dass ich möglicherweise meine eigenen Grenzen überschreiten würde, fühlte ich mich stark und entschlossen.

„Die Lieferung findet heute Abend hier statt", erklärte Malik weiter. „Wenn alles nach Plan läuft, werden die Drogen und das Geld übergeben. Wenn du wirklich helfen willst, solltest du bereit sein, mir zu folgen."

„Ich bin bereit", erwiderte ich und spürte, wie das Adrenalin in meinen Adern pulsierte. „Wo müssen wir hin?"

Er zog mich näher und flüsterte mir ins Ohr: „Wir müssen uns mit einigen von meinen Kontakten treffen. Es gibt Leute, die wir ansprechen müssen, um herauszufinden, wo Arina steckt. Bist du bereit?"

„Ja", sagte ich, ohne einen Moment zu zögern. Ich wusste, dass ich an einem gefährlichen Punkt angelangt war, aber ich war bereit, alles zu riskieren. Malik war nicht nur eine Verbindung zur Wahrheit, sondern auch eine Verlockung, die ich nicht ignorieren konnte.

Wir verließen den dunklen Raum und tauchten wieder in die laute und lebendige Menge des Lagerhauses ein. Ich konnte die Anspannung in der Luft spüren und wusste, dass die nächsten Stunden entscheidend sein würden.

Malik führte mich durch die Menge, und ich versuchte, alle Informationen aufzusaugen. Er schien das Geschehen im Raum genau zu beobachten, während ich mich bemühte, nicht in den Strudel der Geschehnisse hineingezogen zu werden. Doch ich konnte nicht anders, als mich in seiner Nähe sicher zu fühlen, selbst wenn ich wusste, dass dies eine Illusion war.

Wir erreichten einen abgelegenen Raum, der kaum beleuchtet war. Malik klopfte an die Tür, und sie öffnete sich einen Spaltbreit. Ein Mann in einem dunklen Anzug trat hervor und sah Malik mit einem Ausdruck an, der sowohl Respekt als auch Vorsicht verriet.

„Was machst du hier, Malik?" fragte der Mann, während er seine Augen kurz auf mich richtete.

„Wir müssen reden", erwiderte Malik und zog mich näher zu sich. „Es geht um Arina."

Der Mann blinzelte, als würde er die Situation abwägen, bevor er uns schließlich einließ. „Komm rein", sagte er schließlich und schloss die Tür hinter uns.

Im Raum standen mehrere Männer, die sich an einem Tisch versammelt hatten. Ihre Blicke waren kritisch, als sie uns beobachteten. Ich fühlte, wie sich die Nervosität in mir aufbaute, doch Malik legte beruhigend seine Hand auf meinen Rücken.

„Ich bringe jemanden mit, der uns helfen kann", erklärte Malik. „Sie weiß mehr, als sie sollte, und ich kann nicht zulassen, dass sie in Gefahr gerät."

Die Männer sahen mich skeptisch an, doch ich hielt ihren Blick standhaft. „Ich bin hier, um zu helfen. Ich will wissen, was mit Arina passiert ist."

Ein älterer Mann am Tisch lehnte sich zurück und grinste sarkastisch. „Und was glaubst du, kann so eine kleine Blume wie du in dieser Welt erreichen?"

„Ich bin nicht hier, um zu spielen", entgegnete ich mit fester Stimme. „Ich will nur die Wahrheit."

Malik sah mich an, und in seinem Blick lag eine Mischung aus Bewunderung und Sorge. „Sie ist entschlossen, und ich kann dir versichern, dass sie nicht nachgeben wird."

„Gut, denn es wird nicht einfach", sagte der ältere Mann und lehnte sich vor. „Arina ist in Schwierigkeiten, die weit über das hinausgehen, was du dir vorstellen kannst. Wir haben Informationen, aber du musst stark sein, wenn du sie hören willst."

Ich nickte, bereit, alles zu erfahren. „Ich bin bereit. Was müssen wir wissen?"

„Sie ist tief in ein Drogenkartell verwickelt. Wenn wir nicht bald handeln, könnte sie die Kontrolle verlieren – und es könnte tödlich enden."

Die Worte trafen mich wie ein Schlag ins Gesicht, und ich spürte, wie mein Herz schwer in meiner Brust wurde. Arina war in ernsthaften Schwierigkeiten, und ich wusste, dass ich alles in meiner Macht Stehende tun musste, um sie zu retten.

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