Ich zwinge mich, ruhig zu atmen.
Langsam ein... langsam aus.
Panik bringt mir nichts. Das weiß ich. Ich weiß es.
Ich streiche mit den Fingern über die Wand, taste mich vorsichtig vorwärts. Schritt für Schritt. Vielleicht finde ich den Ausgang wieder. Vielleicht...
Die Stille um mich ist erdrückend. Und sie verändert sich. Nicht wirklich lauter – aber präsenter. Als würde der Raum mit mir atmen.
Ich versuche, das Zittern in meinen Händen zu ignorieren.
Aber mit jeder weiteren Minute wird mein Atem flacher.
Meine Kehle enger.
Ich höre meinen Herzschlag – laut, zu laut.
Ich drehe mich nochmal, taste die Wand entlang, aber es ist... sinnlos. Jeder Schritt bringt mich nur tiefer in dieses Nichts.
Meine Gedanken überschlagen sich.
Was, wenn ich im Kreis laufe?
Was, wenn ich hier nie wieder rauskomme?
Was, wenn ich nicht allein bin?
Ich schließe die Augen. Es macht keinen Unterschied. Sie sind offen oder geschlossen – alles bleibt schwarz.
Und irgendwo tief in mir beginnt sie zu kriechen:
Die Panik.
Langsam.
Leise.
Unaufhaltsam.
Reiß dich zusammen.
Doch mein Körper hört nicht mehr auf mich. Die Luft in meinen Lungen fühlt sich falsch an. Zu dick. Zu schwer. Als würde sie nicht ausreichen.
Ich bleibe stehen. Drücke die Stirn gegen die Wand. Kalt. Unnachgiebig.
Etwas brennt in meinen Augen. Ich will nicht weinen. Nicht jetzt.
Aber die Angst wird lauter. Sie frisst sich durch meinen Brustkorb. Schiebt sich wie eine zweite Haut über meinen Rücken.
Gerade, als ich mich der Angst ergeben will, bereit bin, einfach nur in mich zusammenzufallen, reißt ein lautes Krachen durch die Stille.
Eine Tür schlägt auf. Metall auf Stein. Hart. Endgültig.
Ich zucke zusammen – und dann sehe ich es.
Licht.
Grelles, klares Licht, das durch die Dunkelheit schneidet wie ein Messer. Für einen Moment weiß ich nicht, ob ich träume oder halluziniere. Aber dann... spüre ich Wärme auf meiner Haut.
Ich drehe mich um. Hoffnung blitzt in mir auf, grell und unkontrolliert. Vielleicht... vielleicht ist es vorbei.
Doch im nächsten Moment sehe ich sie.
Neyla.
Sie steht in der geöffneten Tür, vom Licht hinter ihr eingerahmt, und sieht mich an, als hätte sie einen Geist gefunden.
„Was zur Hölle machst du hier?" zischt sie, ihre Stimme voller Wut.
Aber ich erkenne es sofort.
Darunter liegt Panik. Echte, greifbare Panik.
Ihr Blick flackert. Nicht nur Wut – sondern Angst.
Sie hasst diesen Ort. Das sehe ich jetzt. In jedem Zug ihres Gesichts.
„Du musst hier weg", sagt sie hastig. „Sofort."
Doch es ist zu spät.
Und dann baut er sich hinter ihr auf – der Schattenwolf. Groß. Schwarz. Unbeweglich wie ein Berg. Und doch voller roher Kraft.
Ein tiefes, grollendes Knurren erfüllt den Raum. Es vibriert in der Luft, in meinem Brustkorb, bis in die Knochen. Ich will mich ducken, fliehen, irgendetwas tun – aber ich kann mich nicht bewegen.
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The Alpha
WerewolfBösewichte werden nicht geboren. Sie werden erschaffen. Er war ein Junge, bevor er zum Monster wurde - geformt aus Schmerz, Verrat und Blut. Pia wollte nur ihre Schwester retten. Doch nun steht sie allein zwischen Wahrheit und Wahnsinn. Ein Rudel ze...
