Das erste Licht des Morgens fiel gedämpft durch die staubigen Fensterscheiben. Die goldenen Strahlen brachen sich auf den Holzbohlen des alten Hauses und tauchten alles in einen stillen Glanz, der nicht zu mir passte. Draußen erwachte die Welt. Drinnen saß ich allein.
Keal war nicht zurückgekehrt.
Ich hatte mir das getrocknete Blut von der Wange gewischt. Die Haut brannte noch leicht, aber die Kratzer waren oberflächlich. Es war nicht der körperliche Schmerz, der an mir nagte, sondern das, was unausgesprochen zwischen uns stand. Das, was er mit sich trug – und was ich nicht tragen konnte.
Trotz allem hatte ich etwas gegessen. Ich hatte ein paar weitere Konservendosen gefunden – Bohnen, eine Dose Mais, sogar etwas Dosenbrot. Es schmeckte schal, aber es füllte meinen Magen. Mein Körper brauchte Kraft, auch wenn mein Herz sich leer anfühlte.
Ich saß am Tisch, die Hände um eine alte, rostige Tasse gelegt, in der schwach dampfendes Wasser war. Nicht Tee. Nur Wärme. Und während ich die Stille auf mich wirken ließ, fiel mir plötzlich etwas wieder ein.
Die Kiste.
Ich hatte sie gestern in einem der Küchenschränke entdeckt. Alt. Schwer. Mit einem Eisenverschluss. Damals hatte ich sie stehen gelassen. Heute nicht.
Langsam stand ich auf, trat zur Anrichte, öffnete das quietschende Schrankfach und holte sie hervor. Der Deckel war staubig, das Schloss leicht angerostet, aber nicht verschlossen.
Meine Finger zitterten leicht, als ich sie öffnete.
Drinnen lag nur ein einziges Objekt. Ein kleiner, grob geschnitzter Wolf aus hellem Holz. Die Kanten waren kantig, die Proportionen stimmten nicht ganz, und doch... war er wunderschön. In seiner Unvollkommenheit lag etwas Reines, etwas Echtes. Etwas Kindliches.
Ich nahm ihn vorsichtig in die Hand. Das Holz war trocken, aber glatt, an einigen Stellen durch Finger berieben. Wem hatte er gehört? Vielleicht hatte hier einmal ein Kind gelebt. Oder – vielleicht war es Keals. Oder Elian hatte ihn geschnitzt, damals, als sie sich hier versteckt hatten.
Ein Stück Vergangenheit, eingefroren in Holz. Stumm und doch voller Erinnerungen.
Vorsichtig stellte ich die kleine Holzfigur auf den Tisch, als wäre sie zerbrechlich. Ich wartete noch eine ganze Weile, hoffte, dass Keal zurückkehren würde – doch er kam nicht.
Also stand ich schließlich auf und ging ins Bad. Das Wasser lief lange, bis es endlich klar aus dem rostigen Duschkopf kam. Es war eiskalt, aber das störte mich nicht. Nach all den Tagen ohne richtige Reinigung war es befreiend – rau, schockierend, aber reinigend. Ich wusch mir den Staub und Schweiß von der Haut, versuchte, auch den Schmerz aus meinen Gedanken zu spülen. Es gelang mir nicht.
Zurück im Hauptraum räumte ich ein wenig auf, wischte Staub von den Möbeln, sammelte leere Dosen ein. Bewegung half gegen das Warten. Aber tief in mir zählte ich jeden Atemzug, jede Minute, in der er nicht zurückkam.
Ich wartete. Und wartete. Und mit jedem Moment, der verstrich, wurde die Stille schwerer. Eine leise, nagende Angst breitete sich in mir aus – die Angst, dass er nicht zurückkommen würde. Dass ich hier allein feststeckte, an einem Ort, den niemand kannte. An dem niemand wusste, wo ich war.
Es wurde langsam dunkel. Die letzten Sonnenstrahlen des Tages fielen schwach auf mein Gesicht, als wollten sie mich trösten. Wie gestern saß ich auf der Treppe vor der Haustür, starrte in die beginnende Nacht und wartete. Hoffte.
Aber Keal tauchte nicht auf.
Irgendwann senkte sich die Erkenntnis wie Blei auf meine Schultern. Er würde heute nicht zurückkommen. Vielleicht gar nicht. Ich fröstelte.
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The Alpha
वेरवुल्फ़Bösewichte werden nicht geboren. Sie werden erschaffen. Er war ein Junge, bevor er zum Monster wurde - geformt aus Schmerz, Verrat und Blut. Pia wollte nur ihre Schwester retten. Doch nun steht sie allein zwischen Wahrheit und Wahnsinn. Ein Rudel ze...
