Kapitel 13

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Am nächsten Morgen stehe ich müde auf. Ich habe ziemlich schlecht geschlafen, aber wie könnte ich auch gut schlafen? Immer wenn ich eingeschlafen bin, sah ich vor mir wie ich meine Großmutter erwürge. Es war schrecklich. Die ganze Nacht über habe ich wach gelegen und mich herumgewälzt. Ich kann einfach nicht verstehen, wieso Alec mir - und vor allem unserer Großmutter - das antut.

Ich ziehe mir langsam eine lange, graue Hose und ein türkises Top an. Schließlich gehe ich die Treppen hinunter in die Küche. Meine Eltern und Alec sitzen bereits am Frühstückstisch. Sobald ich die Küche betrete, sehen meine Eltern auf und sehen mich enttäuscht an. Ich lenke meinen Blick zu Alec, der hinterhältig grinst. Das ist ja mal wieder typisch. Er hat meinen Eltern bestimmt von dem Vorfall gestern erzählt. Aber wieso wundert mich das?

Ich gehe vorsichtig zu meinem Platz und setze mich. Auf meinem Teller liegt ein Umschlag, auf dem mein Name steht. Überrascht starre ich darauf. Noch nie in meinem gesamten Leben habe ich einen Brief bekommen. Von wem kann dieser nur sein? Und was steht wohl drin?

Ich nehme den Brief in die Hand und betrachte ihn eine Weile, ehe ich ihn öffne und ihn mir durchlese:


Sehr geehrtes Fräulein Smith,

wir bedauern es Ihnen mitteilen zu müssen, dass sie am Tag der Ankunft dieses Briefes auf der Stelle zum Ratsgebäude Ihrer Wahl kommen müssen. Dies ist eine Warnung für ihr Vergehen am vergangenen Abend, als Sie das System missachtet haben. Falls Sie diese Warnung nicht zur Kenntnis nehmen, ereilt Sie eine Strafe, damit Sie ihr Verhalten demnächst verbessern werden.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihre Regierung

Frag das SystemWo Geschichten leben. Entdecke jetzt