Salim und Ciwan versteckten sich hinter einigen Tonnen und versuchten, über einigen hervorstehenden Steinen auf ein niedriges Dach zu klettern.
Ciwan, der im Klettern anscheinend sehr bewandert war, schaffte dies sofort und als er auf dem Dach ankam und nachdem er sich einmal umgesehen hatte, lief er über die Dächer davon und ließ Salim zurück. Der Feigling floh vor den Werwölfen und war bald verschwunden. Salim allerdings gab es nach einer Menge missglückter Versuche auf und duckte sich hinter den Tonnen, hörte nur die Schreie seines Freundes.
Als die Sonne schon ganz zu sehen war und auch von den Werwölfen nichts mehr zu hören war, wagte er sich aus seinem Versteck heraus und sah sich vorsichtig um.
Keine Wölfe. Kein Swen. Nicht einmal mehr eine Spur, kein Hinweis darauf, was hier passiert war, noch vor wenigen Stunden.
Unsicher trat er auf die Straßen hinaus. Er wollte sich noch einmal alles genau ansehen, wollte verstehen, wie das passieren konnte.
In der Gasse, aus der sie gekommen waren, sah er eine kleine braun-schwarze Gestalt eingerollt auf dem Boden liegen.
Es war ein sehr kleiner Werwolf.
Die Glasflasche, die Swen dabei gehabt hatte, lag zerbrochen neben dem leblosen Körper und die blassgrüne giftige Flüssigkeit sickerte durch die Scherben hindurch und umgab den toten Wolf. Fast tat er ihm leid.
Lange hatte er keine Zeit, die Umgebung abzusuchen; Die Hinrichtung fing bald schon an, Salim musste arbeiten. Er machte sich auf den Weg zum Marktplatz.
Der Strick war schon am Balken angebracht, dafür hatte Salim gesorgt. Salim wusste bereits, wer heute gehängt werden sollte und das machte ihn ein wenig traurig. Er mochte diesen netten alten Mann. Doch er durfte nicht darüber urteilen. Er durfte nur töten.
Der letzte Mann, der die Führung hatte. Die letzte Macht. Seit der Büttel und der Bürgermeister tot waren, hielt nur noch er das Dorf zusammen. Nach seinem Tod würde das Dorf in Chaos versinken, Gewalt und Selbstjustiz würden herrschen, ohne seine richtende Hand.
Aber wer war Salim schon, dass er darüber entschied.
Salim bekam einen Befehl und er führte ihn aus. Er musste ihn ausführen.
Gemeinsam mit ihm war er auf die hölzerne Bühne geschritten, wie jetzt auch. Er verlas das Urteil und es war das letzte Mal, dass seine Stimme über den Platz schallte. Bei den letzten Zeilen stotterte er ein paarmal, aber niemand nahm ihm das übel.
Salim durfte ihm die Schlinge um den Hals legen.
Ein leises Wort, nur für den Richter bestimmt, raunte er ihm ins Ohr und vollzog das Urteil.
Auch Jane war in der Menge. Ganz hinten, bemüht darum, nicht erkannt zu werden. Auch sie machte sich Sorgen um das Dorf. Würde es auf einen Neuen Bürgermeister hören? Auf einen neuen Richter? Irgendjemand musste diesen Platz einnehmen.
Sie war der Bürgermeister. Arduin hatte es beschlossen und sie zum Bürgermeister gemacht. Sie musste dieses Dorf doch führen!
Sie zog das Tuch, das sie im ihren Kopf gebunden hatte, tief in ihr Gesicht und kämpfte sich durch die Menge in Richtung Rathaus.
Jason wachte auf, als ein vorwitziger Sonnenstrahl in sein Gesicht fiel. Er lag in der Hütte, in dem Lager, das Jane und er mit Heu und Decken ausstaffiert hatten. Neben ihm schlief Loki.
Vorsichtig, damit sie nicht aufwachte, zog er seinen Arm unter ihrem Kopf weg und stand auf, um mit einem grob geflochtenen Weidekorb nach draußen zu gehen.
Irgendwie hatte er erwartet, dass Jane draußen auf dem Stein lag, doch sie war weg und Jason wusste nicht, wohin sie gegangen war.
Gestern Abend, als er mit Loki vom Jagen zurückgekommen war, war Jane weg gewesen. Gestern hatte er noch gedacht, sie hätte bloß einen Spaziergang gemacht, doch jetzt, am nächsten Morgen, war sie immer noch nicht zurückgekommen.
Jason zuckte mit den Schultern und fing an, Beeren von den an der Lichtung gelegenen Sträuchern zu pflücken.
Als der Korb zur Hälfte gefüllt war, trat Loki aus der Hütte und nahm auf dem Stein Platz. Auf Janes Stein.
Nachdenklich sah sie Jason an, als dieser sich neben sie niederließ und den Korb auf den Boden legte.
Loki bückte sich und hob eine Beere in ihren Mund.
Jason fühlte, dass er Jane betrog.
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Die Werwölfe von Düsterwald
FanfictionEine Geschichte zu dem Spiel "Die Werwölfe von Düsterwald". Ratet mit, wer von den scheinbar unschuldigen Bürgern Nachts das Dorf überfällt. Wer wird ihr nächstes Opfer? Wer überlebt?
