Fast sofort sah Ayden das Mädchen, dass sich über einer Tonne erbrach und lief zu ihr. Es war Valentina. Ihn überkam das Gefühl ihr unbedingt helfen zu müssen, weshalb er zu ihr lief, ihr die weichen Haare aus dem Gesicht hielt und ihr sanft über den Rücken strich. Sobald er sie berührte schien Strom durch seinen gesamten Körper zu fließen. Er hatte das Verlangen sie zu halten und nie wieder loszulassen, damit ihr bloß nie etwas geschieht und es tat fast weh diesem Verlangen nicht nachzugeben.
Als Valentina aufhörte zu würgen half Ayden ihr sich hinzusetzen, hockte sich neben sie und strich ihr eine Strähne hinters Ohr, einfach nur, um ihre Haut zu berühren. Die ganze Zeit über beobachtete sie ihn mit ihren grünen Augen, als würde sie sterben, wenn sie es nicht täte. „Ist alles okay?", fragte ich er sie besorgt und sofort schoss ihm der Gedanke durch den Kopf: „Wenn uns jetzt jemand sehen würde, was würde er wohl denken?" Valentina schien der gleiche Gedanke durch den Kopf zu schießen, weshalb sie sich ein wenig weiter aufsetzte und ihre Beine an ihren zarten Körper zog. Dennoch nahm sie nicht seine Hand von ihrem Gesicht. Was sowohl Ayden als auch sie wunderte. „Sehe ich so aus, als sei alles okay?", antwortete sie mit einer Gegenfrage. Ihre Stimme war zart und sanft, dennoch konnte man den Sarkasmus deutlich heraushören. „Stimmt, ich ähhh, tut mir leid, ich hab nicht nachgedacht. Du würdest dir wohl kaum die Seele aus dem Leib kotzen, wenn alles okay sei", stotterte Ayden und plötzlich fiel es ihm wieder ein. Sie war das Mädchen, das er getötet hatte. Das Mädchen, was ihren eigenen Tod überlebt hatte. Keuchend sprang Ayden auf und trat einen Schritt zurück. Mit verwirrtem Blick tat sie es ihm nach, sodass ihre Körper nur ein paar Zentimeter voneinander entfernt waren. „Ich hab das Gefühl, dich zu kennen, Ayden", sagte sie nachdenklich, sah zu ihm hoch und kaute auf ihrer Lippe herum, während sie nachdachte. Es machte Ayden fast wahnsinnig, wenn sie das tat. „Was ist nur mit mir los? Ich drehe ja fast durch, wegen eines Mädchens, das ich seit ein paar Stunden kenne. Ich KANN gar nicht das Bedürfnis zu haben sie zu küssen. Vor allem, weil ICH derjenige war, der sie umgebracht hat. Ich muss wohl echt wahnsinnig sein", schrie er sich in Gedanken an, konnte aber nicht verhindern, dass sich seine Hand wieder auf Valentinas Wange legte, weshalb sie mit dem Grübeln aufhörte und ihn wieder anschaute. Ayden öffnete den Mund um irgendetwas zu sagen, doch es kam nicht mehr als warme Luft heraus, weshalb er ihn wieder schloss. Er wusste auch gar nicht, was er sagen sollte. Ihre Nähe, ihr bloßer Blick lähmte sein Gehirn, ließ ihn an nichts denken, nichts hören, als den schnellen Schlag seines Herzens und ihren Atem, der leise über ihre Lippen glitt. „Ich drehe noch durch, wenn ich weiter hier mit ihr stehe und nichts mache. Entweder ich küsse sie, was vollkommen absurd und unangebracht wäre oder ich gehe und vergesse diese Situation. Das wäre aber unmöglich", dachte Ayden und bewegte sich keinen Millimeter.
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Unhurtable
FantasyWenn du jemanden siehst, den du liebst, bleibt dein Herz nicht einen Moment lang stehen. Du spürst es nur kurz nicht mehr, weil alles nebensächlich wird, außer diese eine Person. Das lernte ich, als mein Herz das erste mal nicht mehr schlug. ...
