Völlig überfordert mit der Situation packte ich Tanya bei den Schultern und drückte sie von mir weg, ohne ihren Kuss zu erwidern. Perplex starrte ich sie an und keuchte atemlos.
"Was sollte das?", fragte ich sie fassungslos und sah über ihren Kopf hinweg zu Bella.
Diese starrte gebannt auf Tanya, wirkte plötzlich wie eine Statue, die sich seit hunderten Jahren nicht einmal bewegt hatte. Ihr Blick war ausdruckslos und ihre Haut ganz blass, was mir Sorgen bereitete.
Klar, Bella war schon von Natur aus ein ziemlich blasser Mensch, doch dieses weiß, sah weder natürlich, noch gesund aus. Sie wirkte total weggetreten und reagierte auf keinen einzigen Menschen, der sich um sie herum bewegte.
"Ich dachte, du willst mich", kam es piepsig von Tanya. Sie wirkte etwas gekränkt in ihrem Stolz und normalerweise täte es mir sofort leid, ihr so vor den Kopf zu stoßen, aber heute nicht. Heute war es mir egal, ob ich ihr weh tat, denn für mich zählte in diesem Moment nur Bella, die regungslos zwischen den jubelnden Leuten stand.
"Dann hast du falsch gedacht", erklang meine Stimme hart und abweisend, ehe ich sie mit einer einzige Handbewegung beiseite schob und mir den Weg zu Bella frei machte. Doch als sie meine Bewegung registrierte, sah sie mich erschrocken an, drehte sich auf den Absatz um und lief davon.
Ohne zu zögern sprintete ich ihr hinter her und ignorierte dabei die aufkommenden Schmerzen, die sich jetzt nach dem Spiel bemerkbar machten.
"Verflucht", keuchte ich und hielt mir meine rechte Seite, die heute ganz schön was abbekommen hatte. Da würden sich sicherlich ein paar blaue Flecken oder Blutergüsse bilden. Und obwohl ich das in diesem Sport ja schon gewohnt war, tat es immer wieder weh und der Schmerz war manchmal kaum auszuhalten.
Für Bella jedoch hielt ich so einiges aus.
"Bella, warte", rief ich laut und versuchte den Lärm um mich herum zu durchdringen. Doch Bella wollte mich gar nicht hören, sie lief weiter, quetschte sich durch die Menschenmenge und verschwand hinter der Tribüne. So schnell ich konnte, folgte ich ihr und blieb erst stehen, als ich sie sah.
Meine beste Freundin stand am Rande des Parkplatzes an einem Grünstreifen, beugte sich vornüber und erbrach sich. Meine Sorge nahm zu und ich eilte sofort zu ihr, griff in ihr Haar und nahm es ihr aus dem Gesicht, als sie wieder zu spucken begann.
Meinen Blick wandte ich dabei leicht angeekelt ab und betrachtete derweil ihren Rücken, während ich ihr besorgt darüber strich und murmelte:" Ist schon okay, lass alles raus"
Sie trug meine rote Collegejacke, die ich ihr am Abend nach dem Kinobesuch um die Schultern gelegt hatte, da ihre eigene mit Cola besudelt gewesen war . Mir war gar nicht aufgefallen, dass sie sie vorhin getragen hatte. Die Initialen "EC" standen rechts unten am Saum der Jacke, welche ihr eigentlich viel zu groß war. Dennoch sah sie wirklich hübsch darin aus, das musste ich ihr lassen.
Trotzdem machte ich mir große Sorgen über ihren Zustand. Mir war gestern noch nicht aufgefallen, dass sie krank war. Und auch vorhin in der Mensa hatte sie keine Anzeichen gezeigt. Doch nun verstand ich, warum sie weggelaufen war.
Wenn ich mich übergeben musste, blieb ich ja auch nicht einfach im Pulk stehen. Das wäre viel zu peinlich und man würde noch Wochen später damit aufgezogen werden.
"Geh weg", stöhnte Bella nun und versuchte mich von sich zu drücken - ohne Erfolg.
"Kommt gar nicht in die Tüte", widersprach ich und strich ihr weiterhin über den Rücken. Sie keuchte, stützte sich mit den Händen auf ihren Knie ab und spuckte noch einmal, ehe sie sich aufrichtete und sich die Hand vor den Mund schlug.
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First Love
Fanfiction"Bella, bitte geh nicht", bat ich sie flehend und drückte ihre Hand fester. "Ich muss gehen, Edward", sagte sie ernst und löste die Hand energisch aus meiner. Eine Träne quoll aus meinem Auge und ich fühlte mein Herz brechen. Es zog sich ganz eng zu...