Als ich später mit meinen Brüdern zu den Denalis fuhr, war ich sehr froh darüber, dass die Mädels nicht mit im Auto saßen, sondern vorher noch bei Bella vorbei schauten. Rosalie hatte es geschafft, ihren sonst schon schlechten Ruf bei mir, noch mehr zu schädigen, in dem sie mir so in den Rücken gefallen war.
Sie mochte ohnehin schon immer ein Mensch mit eigenen Ansichten gewesen sein, aber dieses Mal ging sie eindeutig zu weit. Sie hatte kein Recht dazu, zu entscheiden, wer für Bella besser geeignet war. Das wusste Bella selbst ja wohl am besten. Und wäre das nicht schon genug gewesen, stellte sie mich, ihren Bruder - wenn auch nur Stiefbruder - als diesen verkorksten Menschen ihrer Realität dar. Das war ja kaum zu fassen.
Aber das Jacob Black ernsthaft besser für meine beste Freundin sein sollte als ich, hatte den Vogel endgültig abgeschossen. Sie hatte ja wohl nicht mehr alle Latten am Zaun.
Emmett parkte den Jeep am Straßenrand, schaltete den Motor aus und stieg aus dem Auto aus. Jasper und ich taten es ihm gleich. Dabei waren wir drei alle merkwürdig schweigsam. Normalerweise würden wir uns nach so einem Spiel wie heute, die Finger lecken, uns in den Himmel loben und herumtollen wie Bekloppte.
Doch heute war dem nicht so. Heute lag die Stille schwer über unseren Köpfen. Denn nicht nur ich hatte mitbekommen, wie Rose über mich geredet hatte.
"Mann, sie hat es bestimmt nicht so gemeint", erklang die tiefe Stimme meine Bruders mitleidig und er boxte mir spielerisch gegen den Oberarm, als wir auf die Veranda zu kamen.
"Hmm", brummte ich wenig überzeugt.
Mir, und auch ihm, war mehr als bewusst, dass Rose es ganz sicher so gemeint hatte. Wenn nicht sogar noch tausendmal schlimmer. Aber es betraf ja nur mich - niemanden sonst.
"Na komm schon", schmunzelte Emmett an der weißen Tür der Denalis. "Du bist gar nicht so übel und das weiß Bella, ganz gleich, was Rosalie denkt", versuchte er mich aufzubauen. Ich sah ihn immer noch betrübt an, verzog meine Lippen und seufzte.
Es half einfach nichts. Rosalie hat es geschafft, mein Selbstbewusstsein zu begraben.
Jasper klingelte. Drinnen erklangen Stimmen und die Musik wurde allmählich lauter gedreht. Keine zwei Sekunden später wurde uns die Tür geöffnet.
"Denk einfach nicht mehr daran, sondern hab etwas Spaß, Edward" Das war so viel leichter gesagt, als getan. Immerhin hatte ich schon des Öfteren mit den Gedanken zu kämpfen, dass ich nicht der Richtige für Bella war. "Vielleicht schaffst du es dieses Mal ja, nicht nur mit einem Mädchen rumzumachen", zog Emmett mich belustigt auf und ging ohne Umschweife ins Haus.
Seine anzügliche Bemerkung heiterte mich tatsächlich etwas auf. Augenverdrehend folgte ich ihm in das hübsch eingerichtete Haus der Denalis, darauf bedacht, mein blödes Grinsen zu verbergen.
Doch ich schaffte es nicht.
Er hatte ja recht. Ich sollte, auf Rosalies Worte nicht so viel wert legen und mich einfach amüsieren wie ein normaler Teenager es nun mal tat.
Im Haus war schon ordentlich was los: Die halbe Stufe tummelte sich im offenen Wohnzimmer auf einer weißen Ledercouch, in der Küche, an der hauseigenen Bar und draußen auf der Terrasse. Dort standen vor allem die Raucher, aber auch die Möchtegern - Junkies wie Archie und Luke.
Sie hatten des Öfteren mal was dabei.
Und ich musste zugegeben, dass ich das ein oder andere Mal auch ziemlich high nach Hause gegangen war. Heute war so ein Tag, an dem ich gerne ein oder zwei Züge nehmen würde, um etwas zu entspannen. Denn Bier - da war ich mir sicher - würde nicht reichen, um meine Sorgen zu ertränken. Ich brauchte was Stärkeres. Deshalb machte ich mich ohne Umschweife auf den Weg nach draußen.

DU LIEST GERADE
First Love
Fanfiction"Bella, bitte geh nicht", bat ich sie flehend und drückte ihre Hand fester. "Ich muss gehen, Edward", sagte sie ernst und löste die Hand energisch aus meiner. Eine Träne quoll aus meinem Auge und ich fühlte mein Herz brechen. Es zog sich ganz eng zu...