Als die Stimme meiner Mutter hinter uns erklang, fuhren Bella und ich erschrocken auseinander, leider so abrupt, dass der Hocker auf dem Bella saß gefährlich wackelte und sie beinahe mit ihm zu Boden ging, hätte ich nicht geistesgegenwärtig reagiert und sie festgehalten.
Der Hocker schlug mit einem lauten Poltern auf den Fliesenboden.
"Alles okay bei dir?", fragte ich meine beste Freundin besorgt und schlang ihr einen Arm um die Mitte, während sie hektisch aufatmete und vor Schock die Hand vor den Mund schlug, ehe sie verlegen wurde und ihr die Röte ins Gesicht stieß. "Ja", krächzte sie. Und sah erst von mir zu Esme.
Ich folgte ihrem Blick. Meine Mutter sah uns entsetzt an und kam die schwachbeleuchteten Treppenstufen zu uns herunter, als sie sich bei uns entschuldigte:" Bella? Edward? Es tut mir leid ich wollte ich euch nicht erschrecken" Sie wirkte plötzlich hellwach und aufgewühlt. "Schon gut", erwiderte ich. "Nichts ist gut", kam es panisch zurück.
Sie betrachtete Bella genauer, griff nach ihr und tastete vorsichtig ihr Gesicht ab. Bella schluckte derweil. "Es ist alles gut", wollte sie sagen, doch dann brach ihre Stimme. Esme schien besorgt, strich ihr die Tränen aus dem verweinten Gesicht und zog sie in ihre Arme. Wie sich eine Mutter um ihre Tochter kümmerte.
Da Bella quasi zur Familie gehörte, war das mütterliche Verhalten von Esme schon seit langem nichts mehr Neues für mich. Dennoch beruhigte es mich, dass Bella nun den Trost bekam, den sie dringend brauchte. Esme war dafür perfekt geeignet. Während sie Bella in ihre Arme schloss, sie schluchzen ließ und ihr über den Rücken strich, trat ich ein Schritt beiseite, um ihnen nicht ihm Weg zu stehen. Dabei sah fand der besorgte Blick meiner Mom mich und sie sah mich fragend an. Ich schüttelte nur bedrückt den Kopf.
Die Geschichte musste Bella ihr schon selber erzählen. Das Recht ihr dies zu nehmen, hatte ich nicht. Und das war auch besser so.
Also stand ich einfach so da, beobachtete meine weinende Freundin, wie sie sich an meine Mom klammerte, als wäre sie ihr Fels in der Brandung und sich langsam wieder zu beruhigen schien. Ich machte mir immer noch große Sorgen um Bella und konnte verstehen, dass es sie sehr mitnahm und unter ihrem Alkoholeinfluss musste es noch schwerer sein.
Es war gut, dass ich sie nicht alleine gelassen hatte und sie die Nacht bei uns schlafen würden, denn sonst wüsste ich nicht, wie ich sie morgen vorfinden würde.
Hier bekam sie alles, was sie brauchte: Eine liebende Mutter, einen guten Freund, Ablenkung und Trost. Die Hauptsache war, dass sie sich wohlfühlte und es ihr gut ging.
Nach einigen Minuten lösten die beiden Frauen sich von einander. Esme gab Bella einen Kuss auf die Stirn und nahm ihr Gesicht in ihre Hände, während sie sie liebevoll musterte.
"Ihr solltet schlafen gehen", sagte sie sanft. "Es war ein langer Tag. Und wenn du mit mir reden möchtest, Bella, dann kannst du immer zu mir kommen. Das weißt du hoffentlich" Bella räusperte sich und antwortete mit einem knappen "Ja".
Dann machte machte sich meine Mom wieder auf den Weg ins Bett.
Und auch ich wollte drigend schlafen. Meine Augen waren träge und fielen mir beinahe im Stehen zu und auch mein Körper war kraftlos und erschöpft. Bella schien es ähnlich zu gehen, denn sie gähnte herzhaft.
Ich lächelte, griff nach ihrer Hand und zog sie die Treppen hinauf in mein Zimmer. Dort schloss ich die Tür und räumte schnell einen Stapel Kleidung von meinem Bett, auf dem sie dann platz nahm.
"Ich bin gleich zurück", versprach ich und verschwand kurzerhand im Badezimmer, um mich auszuziehen und aufs Klo zu gehen. Als ich mich meiner Hose entledigte, spielte ich für einen Moment, mit dem Gedanken, mir einen Schlafanzug aus meinem Schrank zu suchen, um nicht halbnackt neben Bella zu schlafen, entschied mich aber dagegen, weil mir in den Dingern immer so schnell warm wurde.
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First Love
Fanfiction"Bella, bitte geh nicht", bat ich sie flehend und drückte ihre Hand fester. "Ich muss gehen, Edward", sagte sie ernst und löste die Hand energisch aus meiner. Eine Träne quoll aus meinem Auge und ich fühlte mein Herz brechen. Es zog sich ganz eng zu...