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Als ich am nächsten Morgen aufwachte, brauchte ich erst einmal eine Sekunde, um mich zurechtzufinden. Mein Kopf dröhnte dermaßen laut, dass mir die Ohren schmerzten. Und auch meine rechte Seite, auf der ich dummerweise lag, tat höllisch weh. Doch als ich vor Schmerz stöhnte und mich auf die anderen Seite drehen wollte, merkte ich erst, dass sich ein zierlicher Körper an meinen presste.

Panik durchfuhr mich. Was zur Hölle hatte ich gestern Nacht angestellt?

Unsicher darüber, wen genau ich gestern mit nach Hause genommen hatte, schlug ich vorsichtig die Augen auf und starrte auf einen braunhaarigen Hinterkopf. Als ich dann den Kopf hob, um mich über das Mädchen zu beugen, bemerkte ich glücklicherweise, dass es nur Bella war und keine Fremde. 

Für einen Moment seufzte ich erleichtert auf, sank zurück in Kissen und kuschelte mich enger an sie. Doch meine Erleichterung hielt nicht lange an. 

Fragen machten sich in mir breit. Warum zum Teufel lag Bella in meinen Armen? Hatten wir etwa...? Entsetzt hob ich die Decke an und musste feststellen, dass ich eine Boxershorts und Bella nur ein Shirt von mir trug. Und ihre beinahe entblößter Hintern war nur von ein wenig schwarzer Spitze bedeckt, welche zu ihrem Höschen gehören musste.

"Fuck", kam es aus mir heraus. Sie sah verdammt heiß aus. Und es war nicht gerade hilfreich, sich an nichts mehr zu erinnern. Ich fragte mich, ob wir mit einander geschlafen hatten und hoffte, dass wir es nicht getan hatten. Denn ohne Erinnerung wäre das kein besonders schönes erstes Mal gewesen. Ich fühlte mich nicht irgendwie anders als vorher oder so. Aber für Jungs war es ja auch keine große Veränderung.

Zähneknirschend schloss ich die Augen und versuchte mich, trotz meinen Kopfschmerzen, an die letzte Nacht zu erinnern. Irgendwas musste ich schließlich noch wissen.

Und tatsächlich fielen mir Bruchstücke des gestrigen Abends wieder ein. Da war die Party bei Tyler gewesen, das Bierpongspiel bei dem Bella und ich alle unter den Tisch getrunken hatten, der leidenschaftliche erste Kuss zwischen uns beiden, den Emmett unterbrochen hatte und natürlich die blasse Erinnerung an den Heimweg, auf dem ich Bella zu uns getragen hatte, weil sie kaum noch hatte stehen können. 

Stöhnend rieb ich mir den Kopf, als mir dämmerte, was gestern Bedeutsames vorgefallen war: Bellas Mom wollte Forks verlassen. Und Bella hatte davon Wind gekriegt und war zusammengebrochen. Dann schließlich sind wir hier in meinem Bett gelandet und konnten nicht eine Sekunde lang, die Hände von einander lassen.

Aber wir hatten nicht miteinander geschlafen - ein Glück!

Bella neben mir, murmelte verschlafen meinen Namen und räkelte sich an meiner Brust, während ihr Hinterteil meinen Schritt streifte und es augenblicklich eng in meiner Hose wurde. Verdammt, nicht jetzt! 

Doch ich konnte meine Erregung nicht zurückhalten, dafür war sie mir viel zu nah und viel zu nackt. Bella schien es aber kaum zu stören, denn sie schnurrte wie ein Kätzchen und schmatzte leise, ehe sie wieder still war und gleichmäßig weiteratmete.

Sie schlief also noch.

Ich hingegen war hellwach, musste dringend auf die Toilette, eine Aspirin schlucken und natürlich etwas gegen meinen Ständern tun, sonst würde ich platzen.

Also zog ich mich behutsam von meiner besten Freundin zurück, immer darauf bedacht, sie nicht zu wecken und schlich ins Bad. Dort schloss ich die Tür, griff nach meinem Zahnputzglas, füllte es mit Wasser und suchte in meiner Kommode nach einer Tablette.

Als ich eine fand, warf ich sie sofort ein und schluckte das Wasser hinterher, um sie leichter herunter zu würgen. Dann stellte ich das Glas weg und betrachtete mich in dem kleinen Spiegel über dem Waschbecken. Meine Haar waren total zerzaust, meine Augen waren dunkel und ich hatte tiefe Augenringe. Allgemein sah ich ziemlich müde und fertig aus. Meine Lippen schienen leicht geschwollen zu sein und ich fragte mich, ob es an den vielen Küssen liegen konnte, die ich Bella gestern Nacht entlockt hatte.

First LoveWo Geschichten leben. Entdecke jetzt