Selbstverliebter Potter

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Hermine Grangers Sicht

Beleidigt schreite ich meinen Weg voran, ohne auf die Schüler in meiner Umgebung zu achten. Aus diesem Grund stoße ich mit einem Mädchen zusammen und greife sofort nach ihren Schultern, damit ihr Mund nicht den Boden küsst.

„Ginny?", rufe ich erstaunt und die jüngste der Weasley-Familie betrachtet mich schockiert.

Sofort löst sie sich aus meinem Griff und wirft einen Blick auf die Schüler um uns herum.

Anscheinend möchte sie auch nichts mit mir zu tun haben und ich kann es ihr auch nicht übel nehmen.

Auf den Boden blickend mache ich Anstalt zu gehen. Unerwartet greift das Mädchen nach meinem Oberarm und mein Kopf hebt sich.

Verwirrt drehe ich mich zu ihr um und schaue in Ginnys Gesicht, welches vor Freude strahlt. Sie hat ein breites Grinsen auf den Lippen und die Verwirrung übermannt mich.

„Bist du nicht wütend auf mich?", frage ich konfus und hebe die Augenbrauen.

Ginny wedelt mit der Hand und ihr entgeht ein Seufzen.

Immer noch am Grinsen erklärt sie: „Nein natürlich nicht! Schließlich hast du niemanden umgebracht."

Ich ziehe die Gryffindor in eine lange Umarmung.

„Ginny, geh weg von ihr!", höre ich Harrys Stimme und sofort zuckt das Mädchen zusammen.

Sie tritt einen Schritt zurück und wirft Blicke in Harrys Richtung. Er nähert sich gemeinsam mit Ron.

Der Ausdruck in Harrys Gesicht lässt mir einen Schauer über den Rücken laufen. Er nimmt Ginny an der Hand und zieht sie zu sich. Diese läuft rot an und löst sich aus seinem Griff.

Harry knurrt außer sich: „Wie kannst du es nur wagen sie anzufassen?"

„Besser meine Hand, als deine", spaße ich und ein genervter Ausdruck bildet sich in meinem Gesicht. „Außerdem ist Ginny nicht wie ihr es seid. Sie hasst mich nicht."

Ron wirft ein: „Tu ich doch auch nicht, Hermine."

Doch Harry schreit: „Halt die Klappe, Ron!"

„Was ist dein Problem?", knurre ich und nähere mich ihm bei jedem einzelnen Wort. „Aus welchem Grund bin ich das Ziel aller Gryffindors geworden?"

„Du bist im Hause des Mörders meiner Eltern!", brüllt er und seine Stimme zittert vor Wut.

Ich frage enttäuscht: „Also geht es hierbei nur um dich? Meine ganzen Freunde hassen mich, weil du so selbstsüchtig sein musst?"

Ginny tritt zwischen uns und bittet: „Hört auf zu streiten! Ihr seid beste Freunde und braucht euch gegenseitig!"

„Nein", wispere ich und spüre, wie sich die Trauer in mir sammelt. „Ich habe ihn nie gebraucht."

Mit diesen Worten drehe ich mich um und renne den Gang entlang.

Nach einer kurzen Zeit komme ich in einem leeren Klassenzimmer an und setze mich auf eine Bank. Das Gesicht hinter meinen Händen versteckt und beginne leise zu schluchzen. Meine Schultern zucken und mein gesamtes Dasein fühlt sich falsch an.

Harry und Ron sind meine einzigen Freunde gewesen, welche alles über mich gewusst haben! Aufgrund eines solchen Problems bin ich sofort tot für sie? Ich kann es noch immer nicht fassen. Meine besten Freunde sind mir in den Rücken gefallen!

Jedoch hat Ron gemeint, dass er mich noch immer mag und Harry hat ihn augenblicklich gestoppt. Was ist, wenn die Gryffindors mich auch nicht hassen und bloß wegen Harry so empfinden?

„Miss Granger?", höre ich eine tiefe emotionslose Stimme und blicke dem Professor für Verteidigung gegen die dunklen Künste in die Augen.

Er hält die Arme verschränkt vor der Brust und blickt fragend auf mich hinab.

„Ist Ihnen bewusst, dass es verdächtig wirkt, wenn sich eine Schülerin alleine in einem Klassenzimmer befindet?", stellt er einiges klar und ich wische die Tränen von meinem Gesicht.

Ich entschuldige mich schluchzend: „Es tut mir leid, Professor."

„Sie erinnern mich an eine alte Freundin", spricht Snape.

In diesem Moment passiert etwas Unmögliches. Auf Snapes Lippen bildet sich ein Lächeln. Er scheint wohl tief in seinen Gedanken zu sein.

„An wen?", frage ich nach und der Professor fängt sich wieder.

Seine Miene verfinstert sich und er murrt: „Möglicherweise wäre es praktischer, wenn sie an denen festhalten, die sie auch fangen wollen."

Ich werfe ihm einen verwirrten Blick zu und neige den Kopf schräg.

„Diese Person muss nicht aus dem Hause Gryffindor sein", fügt er hinzu.

Ich lächle wissend und verlasse nun eilig den Raum.

Es ist richtig plausibel. Wer hat in den letzten Stunden meine Anwesenheit mehr genossen, als jeder anderer? Fred! Ich muss ihn finden!

Ich bewege mich nach vorne und betrete den nächsten Gang, welcher menschenleer ist.

„Hermine", höre ich und drehe mich noch immer grinsend nach hinten.

Grinsend rufe ich: „Hey, G-"

Unerwartet wird mir schwarz vor Augen.

MisfitWo Geschichten leben. Entdecke jetzt