Hermine Grangers Sicht
„Draco, hilf mir!", flüstere ich ängstlich und starre dem Jungen tief in die Augen.
Er ist besorgt und dies kann ich an der Art sehen, wie er mit mir umgeht. Draco versucht andauernd seine Rolle als „Der Sohn eines Reinblüter" beizubehalten, doch im Endeffekt möchte er diesem Stress auch entkommen.
In seinem ersten Jahr ist in seinem Gesicht die Freude auf das Schuljahr geschrieben gewesen. Doch von Jahr zu Jahr verwelkte das Lächeln auf seinen Lippen. Auch, wenn ich sechs Schuljahre mit Harry und Ron verbracht habe, ist es mir gelungen Draco unbemerkt zu beobachten.
Seine Handlungen haben nicht mehr gewollt gewirkt, eher mechanisch. Als würde sein Leben keinen Sinn mehr machen.
Dracos Hand legt sich auf meine Wange. Sie wandert hinunter zu meiner Schulter und er zieht mich in eine Umarmung. Mein Herz macht einen kleinen Sprung.
Der Gedanke daran, dass uns jemand so sehen könnte, macht mich bloß nervös. Doch ich habe sechs Jahre auf diesen Moment gewartet.
Mein Ohr liegt auf seiner Brust, wodurch ich seinen Herzschlag wahrnehmen kann. Es lässt mich grinsen, dass er ebenso nervös ist, wie ich es bin.
„Ich bleibe für immer an deiner Seite", wispert Draco und legt seine Hand auf meinen Hinterkopf. „Du bist meine Löwin."
Meine Wangen beginnen zu glühen. Dracos Atem beruhigt mich, doch der Gedanke daran, dass er mir gerade seine Zuneigung zeigt, wirkt ein wenig paradox.
Ich löse mich unfreiwillig aus seiner Umarmung. Die Sache würde komplizierter werden, wenn uns jemand erwischen würde.
Draco greift nach meiner Hand und lächelt aufmunternd.
Der Eisprinz von Slytherin flüstert: „Leg dich ins Bett. Lass uns morgen in Ruhe über alles reden. Ich werde dir helfen."
Ich nicke und entferne mich von ihm, um in Richtung meines Zimmers zu gehen.
Ich setze mich auf mein Bett und bemerke, dass alle Mädchen schon am Schlafen sind. Dabei ist es doch erst halb vor zwölf.
Ich stecke meine Hand unter meine Matratze und möchte nach meinem Tagebuch greifen. Unerwartet steigt eine Panik in mir auf, da ich es nicht finden kann. Panisch hebe ich mein Kissen und realisiere, dass es mir gestohlen worden ist.
Wer hat es bloß genommen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Mädchen etwas damit zu tun haben. Doch, wer soll es denn sonst gewesen sein?
Ich werde Pansy einfach morgen ausfragen. Schließlich ist sie die einzige, die noch immer nicht in ihrem Bett ist.
Am nächsten Morgen wache ich automatisch früh auf und bemerke, dass Pansy noch immer nicht anwesend ist.
Wo mag sie bloß stecken? Möglicherweise ist sie auch früher aus dem Bett gekommen?
Ich bereite mich für den Tag vor. Fertig angezogen betrete ich den Gemeinschaftsraum. Draco sitzt dort mit seinen Freunden Terence Higgs und Blaise Zabini.
Der Blondschopf wirft mir einen Blick zu. Ich grinse und möchte auf ihn zugehen. Unerwartet wendet Draco seinen Kopf wieder zu seinen Freunden und meine Füße stoppen unwillkürlich.
Stimmt. Neben den anderen in dieser Schule sind wir noch immer Feinde. Wie habe ich dies denn bloß vergessen können.
Ohne weiteres verlasse ich den Gemeinschaftsraum und betrete den Gang. Vorne sind zwei Slytherin-Schüler zu sichten. Sie stellen sich als Pansy Parkinson und Theodore Nott heraus.
DU LIEST GERADE
Misfit
FanficDenke an einen Löwen. Woran denkst du genau? An ein prachtvolles Geschöpf, dessen Loyalität grenzenlos ist? Nun, denke an eine Schlange. Was siehst du? Ein hinterlistiges Tier, dessen Anwesenheit dir bloß schaden kann? Doch, lasse dich nicht blenden...
