Die Tage in der Hütte vergingen wie im Flug. Der Garten war nach der ersten Woche wie neu und die zweite Woche begann mit heftigsten Regenschauern. Nach zwei Tagen hatte ich die komplette Hütte sortiert und da ich nicht mehr wusste was ich machen sollte, liess ich mich in der Bibliothek nieder, mit einem knisternden Feuer im Kamin. Ich sah mir die unterschiedlichen Bücher durch bis mir ein Band in den Blick fiel. Es war eine abgenutze, ältere Ausgabe einer Märchensammlung der Gebrüder Grimm. Der Grund wieso es meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte, war da meine Mutter mir das selbe Buch zu meinem 3. Geburtstag gekauft hatte und sie oder mein Vater mir jeden Abend daraus vorlasen.
Ich setzte mich mit dem dicken Wälzer in einen der Sessel und klappte es auf. Es kam mir eine ordentliche Menge Staub entgegen, was wohl bedeutete dass es schon lange nicht mehr aus dem Regal genommen wurde. Ich las mir die erste Geschichte durch und legte das Buch danach mit Tränen in den Augen auf das Beistelltischlein.
Ich dachte an meine Eltern zurück und wie ich mich stehts weigerte ohne eine Geschichte ins Bett zu gehen. Das letzte Mal hatte mir mein Vater eines erzählt am Tag vor seinem Tod. Dannach wollte ich nie wieder eines hören. Wie viel ich jetzt jedoch dafür geben würde noch einmal eines von meinen Eltern vorgelesen zu bekommen.
Um auf andere, nicht so schmerzvolle, Gedanken zu kommen, zog ich mir Sportkleidung an und ging trotz des schlechten Wetters eine Runde raus.
Ich rannte und rannte und wurde immer schneller. Ich war über meine eigene Geschwindigkeit erstaunt aber auch erfreut. So schnell war ich noch nie in meinem Leben gerannt. Die Bäume schienen nur so an mir vorbei zu ziehen und ich sprang geschickt über die Wurzeln welche sich mir in den Weg stellen wollte. Irgendwann sah ich aus dem Augenwinkel einen Schatten, weswegen ich abrupt stehen blieb. Meine Füsse bildeten beim Bremsen tiefe Furchen in den schlammigen Untergrund. Dies ignorierte ich jedoch und sah zu meiner rechten, wo ich den Schatten gesehen hatte. Ein paar Meter entfernt sah mich ein Wolf interessiert an. Seine übergrösse und die menschlich wirkenden Augen signalisierten mir, dass es sich dabei um einen Werwolf handelt. Ich mussterte ihn ebenso interessiert wie er mich und machte vorsichtig einige Schritte auf ihn zu. Wir beiden schnupperten daraufhin leicht um heraus zu finden ob es sich bei dem gegenüber um einen Fein oder Freund handelte. Der Geruch des Wolfes schien soweit nichht feindlich zu sein und so beugte ich leicht meinen Kopf nach rechts und lächelte ihn an um ihm zu signalisieren, dass ich definitiv keinen Schaden verursachen möchte.
Mit einer Kopfbewegung deutete er mir ihm zu folgen, was ich auch tat. Ein Stück weiter entfernt ging er hinter einen Busch und dem Geräusch nach zu schliessen verwandelte er sich zurück. Diese Verwandlung musste wirklich scheiss weh machen, dachte ich mir. Kurz darauf hin steig ein bildhübsches Mädchen, nun bekleidet, hinter dem Gebüsch hervor.
"Du bist nicht aus einem der Nachbarsrudel", stellte sie fest.
Ich lächelte und nickte.
"Aber du bist ein Werwolf. Sehr riskant ohne Erlaubniss in das Territorium eines Rudels einzudringen."
Ich schüttelte leicht den Kopf. "Ich bin kein Werwolf. Und mir war nicht bewusst dass ich soweit gelaufen war. Ich dachte ich sei noch auf neutralem Boden."
Irritiert sah sie mich an. "Aber dein Geruch und deine Geschwindigkeit zeigen klar, dass du einer bist!"
Ich seufzte.
"Mein Vater war wohl einer. Ich habe jedoch nur einzelne Dinge wie geschärfte Sinne und die Geschwindigkeit geerbt. Verwandeln kann ich mich nicht und somit bin ich kein Werwolf."
"Ich habe noch nie davon gehört, dass jemand einzelne Merkmale hat, sich jedoch nicht verwandeln kann. Entweder der Wolf oder der Mensch dominiert."
"Meine Mutter war Jägerin."
Sie sah mich mit grossen Augen an. "Oh. Aber du hast nicht vor mich zu töten oder? Ich habe nichts gemacht. Glaube ich zumindest."
Ich schüttelte den Kopf. "Keine Sorge werde ich schon nicht"
"Wieso redest du von beiden Eltern in Vergangenheit? Haben sie dich verstossen?"
Dieses Wolfsmädchen war ja wirklich schrecklich neugiereig.
"Weil sie tot sind..."
Sie sah mich peinlich berührt an und schien nicht zu wissen wie sie reagieren soll.
"Tut mir leid das zu hören. Und ich bin Xenia", stellte sie sich nun vor.
Ratet mal wer lernen sollte. Ja ich. Ratet mal wer nicht am lernen ist. Ebenfalls ich. Und wer wird wohl deswegen morgen am Arsch sein? Ebenfalls ich :D aber he immerhin ein neues Kapitel. Und würde mich über Kommentare Freuen :)))))
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Wolf love
Loup-garou"Du... Du bist ein Monster. Wie ist so etwas möglich? Ich hatte dir vertraut und das ist was du darauf machst?" Enttäuscht schaute ich zu der Person welche über mich gebeugt war. "Halte dich von mir fern."
