Ärzte in weißen Kitteln und mit Klemmbrettern unterm Arm hasteten an ihm vorbei. Tony stand mitten im Gang, doch die dummen Kommentare wie: "Du stehst im Weg!" oder "Zur Seite!" beachtete er nicht. Sein starrer Blick war auf den blassen Mann hinter einer Glasscheibe gerichtet, der reglos in einem Krankenbett lag und an vielen Geräten angeschlossen war.
Es war seine Schuld, dass Steve dort jetzt war. Eigentlich hätte er derjenige sein müssen, der dort lag. Halbtod und schwerverletzt. Aus seinem Augenwinkel sah er rote Haare aufblitzen. Natasha. "W-wie konnte das passieren?", sagte Tony, doch seine Stimme war nur mehr ein Flüstern. "Es tut mir so leid, Tony..."
Ein paar Tage zuvor
"Natasha, du weißt wie gefährlich diese Mission ist, oder?", fragte Steve. "Natürlich, deshalb muss ich noch mehr babysitten als sonst", antwortete Natasha mit einem Grinsen. Ein dunkler Schatten huschte über Steves Gesicht und seine Stimme wurde fester. "Natasha, ich meins ernst. I-ich weiß nicht ob jeder wieder lebend zurückkommt. Ich weiß nicht, ob ich das überleben werde." "Steve, sag das nicht", erwiderte Natasha. Sie konnte nicht glauben, was sie da hörte. Wie konnte er so etwas nur überhaupt denken? "Du musst mir etwas versprechen...", bat Steve und seine Stimme wurde brüchig. "Steve-", wollte Natasha sagen, doch Steve unterbrach sie. "Wenn -falls- mir etwas zustößt, will ich, dass du diesen Brief Tony gibst. Würdest du das für mich machen?" Natasha, war nicht überzeugt, was das sollte, dennoch seufzte sie und antwortete: "Natürlich..."
"Tony... ich habe etwas für dich", sprach Natasha. "Für mich?", fragte er nach. "Es ist im Hauptquatier. Es ist ein Brief- von Steve." Tony legte den Kopf schief. "Steve hat einen Brief geschrieben? A-aber warum? Wir haben seit Monaten nicht mehr miteinander geredet." "Es ist besser, wenn du es selbst herausfindest", sprach die Rothaarige, ehe sie sich umdrehte und wegging.
Eigentlich wollte er nicht gehen, Steve von der Seite weichen. Er hatte ihn schon einmal verlassen, da wollte Tony ihn nicht nochmal im Stich lassen. Dennoch entschied er sich, zum Hauptquatier zu gehen, um den Brief zu lesen.
Der Brief lag unübersehbar auf seinem Schreibtisch. Auf dem Brief stand nur ein einziges Wort: Tony. Er seufzte, öffnete den Umschlag und zog den Brief heraus. Er war zerknittert und am Rand ein paar Mal eingerissen, als wäre er oft zusammen- und wieder entfaltet worden. Viele Wörter waren durchgestrichen oder ausgebessert worden. Die Schrift war etwas krakelig als hätte die Hand des Verfassers gezittert, als er den Brief geschrieben hatte.
Tony,
Wenn du diesen Brief liest bin ich entweder tot oder werde es bald sein. Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht, wie ich anfangen soll. Also... ich weiß wirklich nicht wie ich dir das sagen soll, also fange ich einfach mal an, dir zu danken. Danke für alle großartigen Momente. Danke, dass du mir immer den Rücken freigehalten hast. Danke für alles.
Vermutlich wunderst du dich jetzt, warum ich diesen Brief schreibe. Erinnerst du dich noch an die Zeit, als wir bei verschiedenen Missionen waren und uns beide monatelang nicht gesehen haben? Entweder konnte ich nicht aufhören dich zu vermissen oder ich musste ständig an dich denken.
Zuerst verstand ich es nicht, aber dann erkannte ich, dass ich mich in dich verliebt hatte. Und ich wusste nicht, was ich tun sollte. Ich konnte es dir nicht sagen. Ich hatte/habe Angst.
Mein gesamtes Leben lang hatte ich noch nie vor etwas so Angst, wie dir zu sagen, dass ich dich liebe. Ich weiß nicht, ob ich mir das nur einbildete aber es gab Momente, wo ich dachte, es war keine einseitige Liebe. Eigentlich hab ich nur gehofft, dass du vielleicht dasselbe empfindest. Aber ich weiß es nicht. Und an diesem Punkt will ich mich entschuldigen. Es tut mir leid, dass ich angenommen habe, dass du mich lieben könntest, weil das höchstwahrscheinlich nicht der Fall ist.
Es tut mir leid, dass du dich jetzt beschämt fühlst. Und ich will mich entschuldigen, dass ich mich in dich verliebt habe. Es tut mir leid, dass ich gehofft habe, dass es mehr sein könnte. Dass wir mehr als nur beste Freunde sein könnten. Es tut mir so so leid.
Das ist es. Das ist mein Geheimnis. Das Geheimnis, nach dem du immer gefragt hast. Ich liebe dich und ich konnte nicht damit umgehen.
Tony, falls -wenn- ich sterbe will ich das du damit weitermachst, womit wir begonnen haben. Ich will das du weiter Menschen hilfst, rettest und schützt. Und am Wichtigsten: Ich will, dass du glücklich bist.
Das Letzte was ich dir sagen will ist, dass ich dankbar bin für all die Momente die wir gemeinsam hatten, dass wir uns getroffen haben und ich das Privileg hatte, dich zu kennen. Danke Tony, Danke.
gez. Steve Rogers
Die Schrift verschwamm durch den Tränen, die auf das Papier tropften. Mit zitternder Stimme flüsterte er: "Es war nicht einseitig..."
Steve starb später an diesem Tag. Tony versuchte sein Bestes, worum Steve ihn gebeten hatte. Er half, rettete und beschützte die Menschen aber er konnte einfach nicht glücklich werden.
Weil Tony, anders als Steve, niemals die Chance hatte, ihm zu sagen, dass er ihn liebte.
~*~*~
Holy Shit, der neue Endgame Trailer ist ja sowas von krass! Bedeutet die eine Szene, dass Clint und Natasha jetzt ein Paar sind? Und wie ist Tony wieder auf die Erde? Ich brauch Antworten ._.
Außerdem geh' ich morgen in Captain Marvel, ich bin gespannt.
DU LIEST GERADE
Marvel Oneshots
Fanfiction~Marvel Oneshots~ Auch Gay-Ships! Don't like it, don't read it! Started: 15.1.19
