Sicht Natasha
Ich ging durch die düsteren Gassen von New York. Obwohl es Nacht war, herrschte auf den schmalen Straßen reges Treiben und in jedem zweitem Laden brannte noch Licht, sei es eine Bar, Wettbüro oder Stripclub. Während man nachts hier unterwegs war, traf man so einige dunkle Gestalten an. Betrunkene Obdachlose, die im Straßendreck schliefen, Ratten, die im Müll wühlten, schmierige Halunken, die einem die Taschen leerten. Drogenhandel, Prostitution und Gewalt waren hier an der Tagesordnung. Auch Gangster- und Drogenbosse hielten hier ihre Treffen ab. Und genau so einen verfolgte ich. Seit geschlagenen drei Wochen observierte ich ihn. Wenn ich ihn allein erwischen würde, würden mindestens die Hälfte aller Drogendealer ihren Lieferanten verlieren. Doch leider hatte er jede Sekunde seine Leibwächter um sich. Und ich musste mir eingestehen, dass ich es nicht mit allen aufnehmen konnte. Auch zivile Opfer würden sich bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung nicht vermeiden lassen. Die Sache musste sauber ablaufen. Außerdem wollte Shield es so.
Auf die Hilfe der Polizei geschweige denn der Avengers konnte ich nicht bauen. Dies war ein Shield Undercover Einsatz und nur die Wenigsten wussten davon. Da hörte ich direkt hinter mir eine vertraute Stimme. "Siehst du ihn noch?", fragte Cap. "Mit wem denkst du, dass du sprichst? Natürlich habe ich ihn nicht verloren", sagte ich etwas schnippisch zurück. Er wurde mir diesem Einsatz zugeteilt. Ganz sicher war ich mir nicht, ob ich darüber enttäuscht oder doch eher erfreut sein soll.
Cap schloss unauffällig zu mir auf und legte einen Arm um meine Schultern, um den gaffenden Männern zu signalisieren, dass ich nicht allein war. Zuerst wollte ich ihn anfahren, er solle gefälligst seinen Arm bei sich behalten und dass ich gut auf mich alleine aufpassen kann, ließ es jedoch sein. Wir hielten unauffälligen Abstand zu dem Drogenboss, der mit seinem Jacket und den schmierigen, schwarzen Haaren umherstolzierte. Es muss doch irgendwie eine Möglichkeiten geben, dass er irgendwann alleine ist.
Während wir ihm folgten, wurde ich zweimal von irgendwelchen Männern angebaggert, doch ich versuchte, sie so gut wie möglich zu ignorieren. Spätestens nach einem Blick Steves suchten sie das Weite. Meine rechte Hand ruhte auf dem Griff meiner Pistole, welche ich unter meinem Mantel verborgen trug. Auf einmal bog der Drogenboss mit seiner Eskorte in einen Club ab. Zwei Bodyguards blieben an der Tür als Wache stehen. Mein Blick schweifte über den Namen und die Fassade des Etablissement. Ein Stripclub. Es widerte mich an. Doch ich witterte meine Chance. Dort gäbe es auf jedenfall eine Möglichkeit, den Drogenboss ohne jegliche Wachen anzutreffen. Ich unterdrückte ein Würgen. An meinem Gesichtsausdruck schien Steve zu ahnen, was ich vorhatte. "Auf keinen Fall", sagte er bestimmend. "Es ist die einzige Möglichkeit. Hast du eine bessere Idee?", fragte ich ihn. Er öffnete den Mund, wollte anscheinend etwas dagegen sagen, doch es kam nichts heraus und so klappte er den Mund wieder zu. "Wie willst du da reinkommen?", fragte er und seine Stimme klang danach, als wäre er immer noch nicht vollends überzeugt von dem Plan. Um ehrlich zu sein, ich war es auch nicht. "Du lenkst die beiden Wachen am Eingang ab. Ich schleich mich rein, finde heraus in welches Zimmer er geht und warte dort auf ihn. Wenn wir alleine sind, nehm ich ihn fest", erläuterte ich den Plan. "Der Plan ist zu einfach", erwiderte Cap. "Deshalb ist er ja auch so genial", sagte ich nur und zog einen Mundwinkel nach oben. "Sobald du in Gefahr bist, hol ich dich da raus", fügte er hinzu. "Gott, Rogers, ich brauch keinen Babysitter. Ich kann gut auf mich alleine aufpassen." Er verzog das Gesicht, widersprach jedoch nicht mehr. Ohne ein weiteres Wort drehte sich Steve um und ging auf den Eingang zu. Cap war kein guter Schauspieler aber ich hoffte, dass er zumindest die Bodyguards überzeugen konnte.
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Marvel Oneshots
Fanfiction~Marvel Oneshots~ Auch Gay-Ships! Don't like it, don't read it! Started: 15.1.19
